Adi Hütter

Eintracht Frankfurt will mit dem VfL Wolfsburg die nächste Hürde auf dem Weg in die Champions League nehmen. Die Statistik spricht dabei gegen die Hessen, Trainer Adi Hütter ist dennoch mutig.

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zum Video Pressekonferenz: Eintracht Frankfurt vor dem Spiel gegen Wolfsburg

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Nein, der Lieblingsgegner von Eintracht Frankfurt ist der VfL Wolfsburg wahrlich nicht. Neunzehn Siegen der Niedersachsen in der Bundesliga stehen nur sieben gewonnene Duelle der Hessen gegenüber. Die letzten vier Heimspiele der Eintracht gegen den VfL gingen samt und sonders verloren. So etwas nennt man dann wohl Angstgegner.

In einer Eintracht-Saison, in der es wie am Schnürchen läuft, muss das allerdings nichts heißen, weiß auch Eintracht-Coach Adi Hütter. "Wir haben auch in Mainz über 30 Jahre nicht gewonnen. Es wäre schön, die Serie zu beenden. Aber es geht um mehr als Statistik", so Hütter auf der Pressekonferenz vor dem Spiel am Donnerstag.

"Wir wissen, wo die Reise hingeht, in Richtung Champions League"

Womit er Recht hat, es geht beim Spiel am Samstag (15.30 Uhr) sogar um viel mehr. Fand das Hinspiel im Herbst 2020 noch im grauen Bundesligamittelfeld statt, spielt ein halbes Jahr später der Dritte beim Vierten, es geht um nicht weniger als die Champions League. Für den VfL, der "mit einem Sieg ziemlich qualifiziert wäre", so Hütter. Vor allem aber für die Eintracht, die noch nie in der Königsklasse vertreten war. "Wir haben uns gefunden. Wir wissen, wo die Reise hingeht, in Richtung Champions League. Wir haben die Chance, mit einem Sieg einen Punkt an Wolfsburg heranzurücken. Das ist das klare Ziel."

Leicht wird die Aufgabe nicht, Hütter kommt beim Team seines Landsmannes Oliver Glasner, mit dem er schon als Spieler oft die Klingen kreuzte, aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. "Sie sind sehr unangenehm, sehr diszipliniert, defensiv stark, spielen schnellen Fußball in beide Richtungen, haben erst drei Gegentore in der Rückrunde bekommen. Sie sind laufstark, kopfballstark, haben dank Maxi Arnold gute Standards und vorne Wout Weghorst", so Hütter.

"Dass wir von 27 Spielen nur drei verloren haben, ist beeindruckend"

Eine echte Mammutaufgabe also. Umso bitterer, dass Abwehrchef Martin Hinteregger nach wie vor nicht mittun kann. Die Faszienverletzung im Oberschenkel klingt zwar ab, Hinteregger soll aber erst in der kommenden Woche ins Mannschaftstraining einsteigen, so Hütter. Ersetzt wird er weiterhin von Stefan Ilsanker, den Hütter explizit lobte. Immerhin wird Amin Younes auflaufen können, der in Dortmund zur Halbzeit mit Adduktorenproblemen in der Kabine blieb.

Die Aufstellung der Eintracht in Dortmund

Ob Hütter auch gegen Wolfsburg auf Doppelspitze setzt oder Younes mit Kamada auf der Doppelzehn bringt, ließ er noch offen. Eine Doppelzehn übrigens, die im Hinspiel entstand und anschließend zum Erfolgssystem der Hessen wurde. "Nach dem Wolfsburg-Spiel sind wir bei der Grundordnung mit zwei Zehnern geblieben. Die Spiele gegen Augsburg und Leverkusen haben uns dann in einen Flow gebracht. Dass wir von 27 Spielen nur drei verloren haben, ist beeindruckend."

"Das Ziel ist, dass wir dort bleiben, wo wir jetzt sind"

Noch beeindruckender wäre, wenn die Hessen bis Saisonende noch ein paar weitere Siege sammeln – und am besten gegen Wolfsburg damit anfangen, damit der Traum von der Champions League Wirklichkeit wird. "Das Ziel ist, dass wir dort bleiben, wo wir jetzt sind", so Hütter. "Und dafür muss ich auch niemanden mehr motivieren, alle haben dieses Ziel im Kopf."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! Bundesliga, 11.04.2021, 22.50 Uhr