Adi Hütter hält den Zeigefinger hoch

Eintracht Frankfurt will gegen Bayer Leverkusen das 1:6 aus der Vorsaison vergessen machen. Und mit einem Erfolgserlebnis in das kommende Mammutprogramm starten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht startet in turbulenten Herbst

Eintracht-Trainer Adi Hütter hat eine Vorliebe für Offensiv-Fußball.
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Man muss schon lange in der Eintracht-Historie suchen, um ein noch desaströseres Bundesligaspiel der Hessen zu finden als jenes 1:6 gegen Bayer Leverkusen aus der Vorsaison. In den ersten 36 Minuten kassierten völlig indisponierte Frankfurter sechs Gegentore und konnten froh sein, dass sich die Werkself anschließend milde gab und den Gang rausnahm. Ein Schock dürfte das Spiel dennoch für alle Beteiligten gewesen sein.

Auch für Eintracht-Trainer Adi Hütter. "Das war die bitterste Klatsche", so Hütter, der von einer Wiederholung der Geschichte allerdings nichts wissen will und nicht zu Unrecht auf das starke Hinspiel in der Vorsaison verwies, das die Hessen mit 2:1 gewinnen konnten. "Das vielleicht beste Heimspiel der Saison", so Hütter.  

"Beton anrühren: Das sind wir nicht."

Eine Leistung, die seine Mannschaft, geht es nach Hütter, gern wiederholen darf. Das Erfolgsrezept: Selbst aktiv werden. "Wir wollen Paroli bieten, unser Heil nach vorne suchen", so Hütter, der weiß: "Beton anrühren: Das sind wir nicht." Entsprechend gelte es, ein "laufstarkes Spiel zu zeigen, in der Zweikampfführung parat zu sein und die Räume eng zu machen. Wenn wir zu weit auseinander sind, zwischen den Linien, in der Breite, in der Tiefe, laufen wir nur dem Ball hinterher." Und wie das dann ausgehen kann, weiß man spätestens seit der Partie in Leverkusen im vergangenen Mai.

Wahrscheinlich nicht mit dabei sein, zumindest nicht von Beginn an, wird Daichi Kamada. Der Japaner hat von allen zehn Nationalspielern am meisten unter den Reisestrapazen der Länderspielpause zu leiden. Nach Spielen gegen die Mongolei und in Tadschikistan traf er erst am Mittwoch wieder in Frankfurt ein und dürfte einen ordentlichen Jetlag im Gepäck gehabt haben. "Er wird müde sein, das ist ganz klar. Wir schauen uns seinen Zustand an und entscheiden dann, ob er eine Option ist", sagte Hütter. Für ihn zum Einsatz kommen könnte Mijat Gacinovic, der durch seine Pressingstärke gegen Leverkusen ohnehin eine gute Option sein dürfte.

24 Tage, sieben Spiele

So zwingt die Länderspielpause Hütter zu einer Rotation, die in den nächsten Wochen sowieso angestanden hätte. Denn diese haben es in sich. Inklusive Leverkusen-Spiel geht es in 24 Tage, in denen sieben Spiele auf die Hessen warten. Zwei wegweisende Partien im Europacup gegen Lüttich, ein hitziges Pokalspiel auf St. Pauli und Bundesligaduelle unter anderem gegen die Spitzenteams Borussia Mönchengladbach und den FC Bayern München. Ein leichtes Programm sieht wahrlich anders aus.

Die Bayern sind übrigens die einzige Mannschaft, die einst noch weniger Zeit brauchte, um der Eintracht in der Bundesliga sechs Tore einzuschenken. 1981 benötigte der Rekordmeister nur 30 Minuten, um gegen die Hessen sechsfach zu treffen, am Ende stand es sogar 2:7, und das trotz 0:0-Pausenstand. Auch hier wäre es aus Sicht der Eintracht wünschenswert, wenn sich die Geschichte nicht wiederholte.