Die Spieler und Trainer Oliver Glasner bejubeln das Tor gegen Union.

Trotz winterlichen Temperaturen und englischen Wochen sind bei der Eintracht alle Spieler einsatzfähig. Trainer Oliver Glasner erklärt den guten Fitnesszustand seiner Mannschaft und zitiert Angela Merkel.

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Eintracht vor Geisterspiel in Hoffenheim

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Oliver Glasner kann unterhaltsam und anekdotenreich erzählen. Und weil seine Laune sowieso erhellt dadurch war, dass alle Spieler für das Spiel in Hoffenheim an Bord sind, lieferte er gleich mehrere Anekdoten in der Pressekonferenz. Es ging um Angela Merkel, Aktienkurse, Yoga und das Zahnen von Kleinkindern.

Die scheidende Bundeskanzlerin zog der Frankfurter Chefcoach heran, um den Lauf seiner Mannschaft mit jüngst drei Siegen in Serie zu erklären. Von Merkel stamme der Satz, dass Vertrauen das wichtigste Werkzeug für eine erfolgreiche Arbeit sei. "Selbstvertrauen ist unser größter Hebel", meinte der Österreicher. Noch breiter könnte die Frankfurter Brust beim Blick auf die blendende Statistik gegen Hoffenheim sein.

Glasner: "Statistiken sind wie Aktienkurse"

Doch davon hält Glasner eben nicht viel: "Das ist wie bei Aktienkursen: Die Vergangenheit gibt nicht viel Aufschluss über die Zukunft." Beim Blick auf die Statistik hätte Frankfurt ja theoretisch gar nicht erst nach München fahren dürfen, nachdem die Eintracht dort jahrelang nichts Zählbares geholt hatte - eben bis zum diesjährigen 2:1-Erfolg.

Bei seiner Mannschaft läuft es vor allem auch körperlich rund: Die Verletzungsprophylaxe ist ein Schlüssel für den vollen Kader gegen Hoffenheim - ganz ungeachtet der vielen "englischen Wochen" und harten Spiele bis zur letzten Sekunde. Unbescheiden gab Glasner das Lob dafür an Trainerkollegen und den medizinischen Stab weiter, verriet aber auch, dass die Eintracht den Spielern tagtäglich einen Fragebogen vorlege.

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Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel in Hoffenheim

Eintracht-Trainer Oliver Glasner
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Spieler müssen Fragebogen nach Wohlbefinden ausfüllen

Darin müssen die Kicker vier Fragen zu ihrem Gemütszustand oder Befinden mit Farben beantworten. Zuletzt fiel die Rückmeldung oft positiv, sprich mit grünem Licht aus. "Wir wollen dann das subjektive Empfinden der Spieler mit unseren Daten vergleichen." Familienvater Glasner führte ganz alltagspraktische Parameter an, die Spielern auch mal zusetzen können. Eltern könnten beispielsweise unruhig schlafen, wenn die kleinen Kinder zahnen. Das wisse er aus eigener Erfahrung. So erscheint eine rote Rückmeldung dann in anderem Licht.

Neben dem Fragebogen sorgen anscheinend auch die neuen Angebote der Eintracht zum Thema Ernährung für mehr gesunde Spieler. Mit Yoga-Kursen soll überdies die Beweglichkeit der Frankfurter erhöht werden, erklärte der Trainer. Und so reisen die Frankfurter - wie man im Fußballdeutsch gerade gerne sagt - mit "vollem Ballett" nach Hoffenheim. Gemäß dem alten Motto "Never change a winning team" spricht einiges dafür, dass Glasner auch im vierten Spiel in Folge die gleiche Startaufstellung wählen könnte.

"Hoffenheim hat viele Waffen"

Glaubt man dem Trainer, dann wird am Samstag auch jeder Mann gebraucht. Glasner sieht Hoffenheim als Mannschaft, die "sicher um die Champions League-Plätze" mitspielen werde. Das Team habe verschiedene Waffen im Angriff: Robustheit, Tempo und Spielintelligenz. Aber es sei auch immer für einen Gegentreffer gut. Die Basis für ein Offensivspektakel ist also gelegt, dieses wird aber ganz sicher ohne Zuschauer stattfinden. Die Hoffenheimer teilten am Freitag mit, dass die neuen Beschlüsse der Politik keine andere Wahl ließen.

Eintrachts Trainer bedauerte die Entscheidung auf der Pressekonferenz: "Zuschauer sind das Salz in der Suppe. Bei dem Geisterspiel in Leipzig zuletzt habe ich weggeschaltet, weil es keine Atmosphäre gab." Zu der Corona-Politik in Deutschland wollte er sich zwar nicht explizit äußern, sagte aber vieldeutig: "Ich habe dabei viel in mir drin, mit dem ich nicht einverstanden bin." Und dies war der einzige Punkt, an dem der gut aufgelegte Glasner tatsächlich kurz angebunden war.

Die voraussichtliche Aufstellung.
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