Kostic Silva und Jovic von Eintracht Frankfurt

Markus Krösche will den Kader von Eintracht Frankfurt zusammenhalten und Angriffe auf Stars wie André Silva oder Filip Kostic abwehren. Sein großes Faustpfand ist die Vergangenheit, eine Rückkehr von Luka Jovic ist unwahrscheinlich.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Krösche: "Froh, ein Teil davon zu sein"

Markus Krösche
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Markus Krösche versprühte bei seiner offiziellen Vorstellung bei Eintracht Frankfurt am Dienstag genau das, was den Hessen in den vergangenen Wochen etwas abhandengekommen war: Optimismus. Der neue Frankfurter Sportvorstand zeigte sich durchaus zuversichtlich, dass Stars wie André Silva oder Filip Kostic trotz der verpassten Qualifikation für die Champions League auch in der kommenden Saison wieder im Eintracht-Trikot auflaufen. "Ein großer Umbruch ist nicht geplant", betonte er. "Den wollen wir nicht haben."

Silva und Kostic reif für die Champions League

Nun unterscheiden sich Wunschgedanken und Realität jedoch nicht nur im Fußball ganz erheblich. Toptorjäger Silva, der sich mit 28 Saisontoren auf die Wunschzettel vieler großer Clubs geschossen hat, sehnt sich nach der Königsklasse und könnte auch bei der EM noch einmal Werbung in eigener Sache betreiben. Ex-Sportdirektor Bruno Hübner und der aktuelle Finanzvorstand Oliver Frankenbach hatten zuvor zwar auch stets betont, dass durchaus die Möglichkeit bestehe, Silva zu halten. Wahrscheinlicher sei dies aber, wenn die Eintracht in der Champions League spiele. Und das ist, dem schlechten Endspurt sei Dank, nun mal nicht der Fall.

Ähnlich verhält es sich bei Kostic: Der Serbe, der genau wie Silva bis 2023 an die Eintracht gebunden ist, sehnt sich nach der Champions League und der ganz großen Fußballbühne. Der Abschied der Büffelherde im Sommer 2019 schmerzte ihn gewaltig, die Rückkehr seines Freundes Luka Jovic von Real Madrid zur Eintracht linderte da nur kurzzeitig. Irgendwann ruft die große, weite Fußballwelt. "Ich werde versuchen, sie zu überzeugen, den Weg weiter mit uns zu gehen. Sie wissen, was sie an der Eintracht haben", unterstrich Krösche dennoch. Aber wie genau will er das machen?

Die Eintracht hat Grenzen

Klar ist: Rein finanziell ist die Eintracht in diesem Sommer nicht auf Transfererlöse angewiesen. Trotz der 45-Millionen-Euro-Corona-Delle ist das große Ziel, den Kader weitgehend zusammenzuhalten und punktuell zu verstärken. Am besten mit hoffnungsvollen und schnellen Nachwuchskräften wie Ali Akman oder Fabio Blanco. Klar ist aber auch: Sollten Silva oder Kostic einen expliziten Wechselwunsch äußern, wird es für Krösche und die Eintracht schwer. "Wenn sich ein Spieler verändern will, muss man sich das anschauen. Ich werde dennoch alles probieren." Klingt nach einer Herkulesaufgabe.

Das größte Faustpfand in Krösches Argumentation pro Eintracht sind derzeit die Fans. Der Traum von der Champions League und Reisen in die ganz großen Stadien des Kontinents ist zwar geplatzt. Dass die Frankfurter Anhänger, so es die Corona-Pandemie zulässt, aber auch Europa-League-Abende königlich gestalten können, ist kein Geheimnis. "Mit diesen Fans in Europa zu spielen, würde beiden unheimlich Spaß machen. Das ist ein großer Faktor", so Krösche. Wie groß dieser Spaß ist, weiß Kostic aus der Saison 2018/19 und dem wilden Ritt ins Halbfinale. Silva drehte bei der Eintracht hingegen erst mit Beginn der Geisterspiele richtig auf. Ausflippende Frankfurter Fans kennt er nur aus Erzählungen.

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Jovic als mahnendes Beispiel

Ein weiterer wichtiger Faktor in der Zukunftsplanung ist neben allen möglichen Emotionen natürlich aber auch das liebe Geld. Zum einen könnten Silva und Kostic, die bei der Eintracht zu den Besserverdienern gehören, bei einem Wechsel noch einmal eine Gehaltsstufe aufsteigen. Zum anderen gibt es auch bei der Eintracht finanzielle Schmerzgrenzen. "Wir haben Spieler im Kader, die Begehrlichkeiten wecken. Es liegt nicht nur an uns", warnte Finanzvorstand Frankenbach schon im April. Sollten Angebote jenseits von 30 Millionen Euro (Kostic) oder 40 Millionen Euro (Silva) auf Krösches Schreibtisch flattern, wird wohl auch dieser umdenken müssen. "Ich versuche es. Ob es gelingt, wird man sehen."

Ein Beispiel dafür, dass ein Vereinswechsel zwar schön fürs Konto, aber nicht unbedingt förderlich für die weitere Karriere ist, ist Silvas Sturmpartner und Kostic‘ Kumpel Jovic. Der Serbe, der bei Real Madrid knapp zehn Millionen Euro pro Saison einstreicht, brillierte in den vergangenen beiden Jahren, das ist aus seinem Umfeld zu hören, nicht durch Professionalität und Ehrgeiz. Auch bei der Eintracht soll er sich im vergangenen halben Jahr nicht nur Freunde gemacht haben. Eine erneute Rückkehr nach Frankfurt ist deshalb aktuell ebenso unwahrscheinlich wie eine große Karriere im Weltfußball. Vielleicht machen es Silva und Kostic ja anders.

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel! am Montag, 07.06.21, 23.15 Uhr