Eintracht Frankfurts Torhüter Kevin Trapp war bedient nach der 0:1-Niederlage in Straßburg.

Alles oder nichts - im Rückspiel gegen Straßburg kann sich schon sehr früh in der Saison für Eintracht Frankfurt entscheiden, wo es lang geht. Rauschende Europa-League-Nächte oder grauer Bundesliga-Alltag?

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Endspiele im Mai kennt Eintracht Frankfurt gut aus den letzten Jahren - auch mit positivem Ende. Ein Endspiel Ende August ist etwas Neues. Das Quali-Rückspiel gegen Straßburg ist jedoch eines. Auch bedingt durch das schlechte Hinspiel. Gewinnen die Hessen gegen Straßburg und ziehen in die Europa-League-Gruppenphase ein, ist die Eintracht-Welt in Ordnung. Wenn das Spiel am Donnerstag (ab 20.30 Uhr im Social Radio bei hessenschau.de) aber in die Hose geht, ist die Stimmung erst einmal auf dem Tiefpunkt.

Es steht also viel auf dem Spiel an diesem Donnerstagabend im Stadtwald. Möglicherweise sogar Wohl und Wehe einer ganzen Saison. Bei der Eintracht hat niemand einen Hehl daraus gemacht, welche Wichtigkeit der Einzug in die Europa-League-Gruppenphase hat. Flora Tallinn und der FC Vaduz wurden nicht unterschätzt, mit der nötigen Konzentration ging es jeweils eine Runde weiter.

Ausscheiden als Worst Case

In den Jahren zuvor hatten schon mehrere deutsche Teilnehmer gezeigt, dass diese Ochsentour durch Europa mitten in der Vorbereitung alles andere als die höchste Priorität genießt. Ein Ausscheiden wurde oft billigend in Kauf genommen. Nicht so in Frankfurt. Hier sind bereits jetzt alle Heimspiele für Eintracht-Anhänger bis zu einem möglichen Halbfinale (!) nahezu ausverkauft. Ein stärkeres Zeichen für die Liebe der Frankfurter Fans zum europäischen Geschäft - und ihrem Club - gibt es nicht.

Ein Ausscheiden gegen Straßburg? Das wäre der Worst Case . "Das ist ein unheimlich wichtiges Spiel. Auch was den weiteren Verlauf der Saison betrifft", betont daher auch Trainer Adi Hütter. Bei einem Ausscheiden wären mit einem Mal alle Highlights bis zum Winter gestrichen. Keine schönen Auswärtsfahrten zu internationalen Clubs mit interessanten Stadien im europäischen Umland. Keine rauschenden Europapokalnächte. Keine Gänsehaut. Nur Bundesliga und DFB-Pokal. Nicht mehr.

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Hütter
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"Haben gesehen, was mit der Stadt und dem Verein passiert"

Geht das Spiel gegen die Elsässer aber gut aus und die Eintracht zieht in die Gruppenphase ein, könnte genau das den Hessen den dringend benötigten Euphorie-Schub bringen, den sie nach diesem Transfer-Sommer mit all seinen Irrungen und Wirrungen nötig hat. Ein Marseille-Moment aus dem letzten Jahr, aus dem die Mannschaft Kraft und Überzeugung ziehen kann - möglicherweise für eine lange Zeit.

"Wir haben in der letzten Saison gesehen, was mit der Stadt und dem Verein passiert, wenn wir in der Europa Leauge überzeugen", fasst es Sebastian Rode vor dem Spiel gegen Straßburg gut zusammen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag wissen alle in Frankfurt mehr. Europa oder lediglich Bundesliga-Alltag? Mindestens sechs Zusatz-Partien oder unter der Woche frei? Oder kurz und überspitzt: Himmel oder Hölle?