Die Eintracht-Profis hatten diese Saison oftmals Grund zur Freude.

Der neue Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche hat bei seiner Vorstellungsrunde Vorgänger Fredi Bobic für dessen Kaderzusammenstellung gelobt. Zurecht?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Kostic bei Inter Mailand gehandelt

Filip Kostic Eintracht Frankfurt
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Markus Krösche hat in seiner Rolle als neuer Sportvorstand von Eintracht Frankfurt ein Ziel. Er will den Kader weitestgehend zusammenhalten, einen Umbruch vermeiden und das Team nur punktuell ergänzen. Der hessische Traditionsverein sieht sich aktuell schon gut gerüstet für die kommende Saison und hätte keine Bauchschmerzen, wenn sich an der Mannschaft nichts mehr verändert. 

Doch ist eine Dreifachbelastung mit Bundesliga, DFB-Pokal und Europa League tatsächlich zu stemmen? Der hr-sport wagt schon vor Ankunft von Trainer Oliver Glasner den ersten Check. 

Torhüter

Kevin Trapp befindet sich aktuell im Kreis der Nationalmannschaft, er ist bei der Europameisterschaft als Ersatztorhüter hinter Manuel Neuer dabei. Der 30-Jährige hat seinen festen Platz zwischen den Pfosten, sein Vertrag läuft noch bis 2024. Frederik Rönnow kehrt nach einem enttäuschenden Leihjahr auf Schalke zurück, er wird den Klub höchstwahrscheinlich verlassen. Riskant: Elias Bördner und Neuzugang Diant Ramaj sind noch sehr jung und haben kaum Erfahrung. 

Fazit: Eine erfahrene Nummer zwei hinter Trapp täte der Eintracht noch gut. Rönnow hätte diese Qualität, doch seine Ansprüche sind andere. 

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Innenverteidigung

Martin Hinteregger soll und will bleiben. Der Österreicher war Schlüsselspieler unter Vorgänger Adi Hütter, er ist sportlich und emotional kaum zu ersetzen. Sollten die Frankfurter Evan N’Dicka halten können, dann wäre viel Qualität in der Abwehrmitte vorhanden. Tuta soll weiter reifen, Stefan Ilsanker und Almamy Touré könnten als Defensivallrounder einspringen. Und bei einem System mit Dreierkette steht mit Makoto Hasebe eine weitere Stütze noch eine Saison zur Verfügung. 

Fazit: Die Eintracht ist in der Innenverteidigung für eine Dreier- und Viererkette gerüstet. Sollte sich die Möglichkeit ergeben, dann könnte ein gelernter Innenverteidiger dem Kader guttun. 

Außenverteidigung links

Filip Kostic war in den vergangenen drei Jahren das Zugpferd auf der linken Seite der Eintracht. Mit Christopher Lenz kam von Union Berlin ablösefrei ein Neuzugang, der einen echten Linksverteidiger geben kann. Er erhöht die Variabilität und ermöglicht eine Viererkette. Ob Lenz auch in Zukunft Kostic vor sich hat, ist allerdings fraglich. Der Serbe wird mit Inter Mailand in Verbindung gebracht, ein Abgang ist nicht auszuschließen. 

Fazit: Vieles hängt auf der linken Seite von Kostic ab. Sollte der Serbe bleiben, dann stehen Glasner mit ihm und Lenz zwei Akteure zur Verfügung, mit denen er verschiedene System spielen lassen kann. In Notfällen hat auch Steven Zuber, der wenn überhaupt ein mittelmäßiges erstes Jahr erlebte, schon als Linksverteidiger agiert.  

Außenverteidigung rechts

Timothy Chandler, Danny da Costa, Erik Durm und Almamy Touré sind allesamt auf der rechten Verteidigerposition zu Hause. Für ein System mit Viererkette ist Glasner gut ausgestattet. Bei Dreierkette mit hochstehenden Flügelspielern hingegen fehlte allen der letzte Offensivdrang Richtung Grundlinie sowie die Flankenqualität. 

Fazit: Ordentlich, aber nicht hochklassig besetzt! Doch in Coronazeiten wird es noch schwieriger auf dieser Position mehr Qualität zu finden. Hier liegt es an Glasner, ein paar Prozentpunkte mehr bei den Spielern herauszukitzeln. 

Zentrales Mittelfeld

Im Zentrum bietet der Eintracht-Kader viele Möglichkeiten. Sebastian Rode mit seiner kämpferischen Natur, Djibril Sow als die Lunge des Spiels, der selbstbewusst und unbekümmert aufspielende Rodrigo Zalazar oder die Routiniers Makoto Hasebe und Stefan Ilsanker. Glasner hat viele Optionen und verschiedene Spielertypen zur Hand.

Fazit: Sollte sich das Türchen öffnen, ein technisch gut ausgebildeter, spielstarker und bezahlbarer defensiver Mittelfeldspieler hindurchlaufen, dann würde sich bei der Eintracht sicherlich niemand wehren. 

Offensive Außenbahnen

Hier ist natürlich Filip Kostic zu nennen, Steven Zuber als Alternative ebenfalls. Spannend ist der Transfer von Fabio Blanco. Obwohl erst 17 Jahre alt, ist der Spanier als Soforthilfe eingeplant. Die Eintracht buhlte über ein Jahr um das Toptalent und stach hochkarätige Konkurrenz aus. Zudem kämpft Eigengewächs Aymen Barkok um einen neuen Vertrag, er kann die Position spielen. Dem 23-Jährigen würde eine Umstellung auf Viererkette möglicherweise in der Entwicklung helfen. 

Fazit: Kann Blanco schon eine ganze Saison auf dem gewünschten Niveau auf drei Hochzeiten mittanzen? Und wird Barkok konstanter? Zwei Fragen, die es in der Vorbereitung zu beantworten gilt. 

Spielmacher

Mit Daichi Kamada und Amin Younes hat die Eintracht in der Vorsaison die stärkste Serie der jüngeren Vereinsgeschichte hingelegt. Das Duo harmonierte prächtig und brachte den Klub spielerisch weit nach vorne – beinahe bis in die Champions League. Sollte der als möglicher Abgang gehandelte Kamada bleiben, dann könnte auch Glasner auf ein starkes Duo zurückgreifen. Barkok hat die Position auch schon zufriedenstellend ausgefüllt, Ajdin Hrustic zeigte vor der Sommerpause durchaus noch sein Potenzial. 

Fazit: Ohne Abgänge benötigt die Eintracht hier keine Neuzugänge. Kamada und Younes verkörpern jeder auf seine Art gehobenes Bundesliga-Niveau, Barkok und Hurstic haben ebenfalls weitere Chancen verdient. 

Sturm

Kaum jemand bei der Eintracht rechnet mit einem Verbleib von André Silva. Der Portugiese ist nach einer Fabelsaison mit 28 Treffern wohl kaum zu halten. Der aus Gelsenkirchen zurückkehrende Goncalo Paciencia wird sein Glück woanders suchen. Ragnar Ache, Ali Akman und Dejan Joveljic sind zwar allesamt talentiert, aber wohl noch nicht reif für einen sofortigen Stammplatz.  

Fazit: Unabhängig von der Personalie André Silva benötigt die Eintracht mindestens einen weiteren Stürmer. Sollte der Portugiese gehen, dann wird Talent alleine diese 28-Tore-Lücke nicht auffüllen können.  

Das Transferfenster ist noch bis 31. August geöffnet und Bewegung (auf allen Positionen) noch möglich. Doch die Eintracht befindet sich in der komfortablen Lage, dass sie keinen Star verkaufen muss. Der Klub kann die Ablösen somit auch in Corona-Zeiten verhältnismäßig hoch ansetzen und auf langfristige Verträge verweisen. Die Frankfurter wären mit dem jetzigen Kader tatsächlich gerüstet für eine Saison mit drei Wettbewerben.