Collage: EIntracht-Fans und Xavi

Rund 25.000 Fans von Eintracht Frankfurt verwandeln das Camp Nou in ein Heimspiel und tragen ihr Team mit einer unglaublichen Stimmung zum Sieg. Barca-Coach Xavi findet die Atmosphäre in seinem Stadion jedoch gar nicht lustig.

Rund eine Stunde vor Anpfiff des Viertelfinal-Rückspiels zwischen dem FC Barcelona und Eintracht Frankfurt dürfte wohl auch der letzte Katalane verstanden haben, was an diesem Abend passieren sollte. Nachdem sich die Hausherren noch am Mittwoch entspannt ob der angekündigten 25.000 Frankfurter Fans gezeigt und stets auf das ebenfalls laute Heim-Publikum verwiesen hatten, verwandelten die Eintracht-Anhänger das Camp Nou mit lautstarken Gesängen schon gegen 20 Uhr in ein Heimspiel und brachten damit Barca-Coach Xavi auf die Palme.

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Eintracht gewinnt beim FC Barcelona

Kostic
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"Die Atmosphäre hat uns nicht geholfen" polterte er nach Abpfiff des 3:2-Auswärtssiegs der Eintracht in Richtung seines eigenen Vereins. "Ich hatte ein Camp Nou mit 70.000 Barca-Fans erwartet. Aber das war es nicht." Das große Problem in den Augen von Xavi: Der FC Barcelona hatte es nicht verhindert, dass Frankfurter Anhänger auch Tickets außerhalb des Gästeblocks erwerben konnten. 5.050 Tickets waren nach Frankfurt gegangen, nach Barcelona gekommen war dann aber rund 20.000 Fans mehr. "Das ist ein Planungsfehler", so Xavi.

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"Ich träume": Alle Eintracht-Tore gegen Barca zum Nachhören

Eintracht Torjubel
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Hellmann: "Das kannst du als Verein gar nicht erkennen"

Eintracht-Vorstand Axel Hellmann nahm die Katalanen in einer ersten Reaktion in Schutz. Da die Frankfurter Fans bei der Beschaffung der Tickets sehr kreativ gewesen seien, könne das kein Club der Welt verhindern. "Das kannst du als Verein gar nicht erkennen."

Der Eintracht-Anhang, der am Donnerstagmorgen zunächst die bekanntesten Promenaden, Plätze und Strandabschnitte Barcelonas in Beschlag genommen und dann mit einem Fanmarsch für viele staunende Augen und hupende Autos gesorgt hatte, hatte im Stadion zuvor aber auch schon einen kurzzeitigen Protest der aktiven Barca-Fanszene ausgelöst. Kurz vor Beginn der zweiten Halbzeit verließen die katalanischen Supporter aus Verärgerung über die in ihren Augen zu laxe Ticket-Politik fluchtartig für insgesamt zehn Minuten ihren Block und stellten die Unterstützung für ihr Team ein.

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Peter Fischer unter den Eintracht-Fans

Peter Fischer schwenkt eine Fahne in Barcelona
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Laporta will Maßnahmen ergreifen

Ein Unding, das dann auch Barca-Präsident Joan Laporta auf den Plan rief: "Wir müssen Maßnahmen ergreifen. Was im Camp Nou passiert ist, darf sich nicht noch einmal ereignen." Die gute Nachricht für den FC Barcelona: So schnell wird die Eintracht wohl nicht wiederkommen.