Ajdin Hrustic

Eintracht Frankfurts Ajdin Hrustic zeigt gegen Borussia Dortmund, dass er ein verlässlicher Ersatzmann ist. Zuletzt galt er als Verkaufskandidat, davon weiß er selbst aber nichts.

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Ajdin Hrustic hofft auf mehr Einsatzzeiten

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Fast hätte das Spiel dann doch noch einmal eine Rolle rückwärts hingelegt. Etwa 90 Minuten waren gespielt, als der Ball knapp vor dem Sechzehner vor die Füße von Ajdin Hrustic fiel. Mit seinem starken Linken schloss Hrustic direkt ab, der Ball strich das Tordach der Dortmunder. Und so blieb es beim bitteren 2:3 der Frankfurter Eintracht gegen Borussia Dortmund.

Es wäre eine schöne Schlusspointe für Hrustics ansprechende Leistung gewesen. "Die Niederlage war schwer zu akzeptieren, besonders nach der 2:0-Führung", so Hrustic am Donnerstag in einer Presserunde. "Aber es ist keine Schande, gegen einen so starken Gegner zu verlieren. Und es wird uns nicht umhauen. Wir nehmen das Positive mit ins nächste Spiel."

Laufstärkster Frankfurter

Das Positive in Hrustics Falle: Bei seinem ersten Startelf-Einsatz seit Ende Oktober machte der australische Nationalspieler eine gute Figur, stopfte im zentralen Mittelfeld neben Sebastian Rode die Löcher und versuchte immer wieder auch, das Spiel nach vorne zu beleben. Mit 12,56 Kilometer lief er am meisten aller Frankfurter, auch seine drei Torschüsse waren Spitzenwert. Allein: Mit der Auswechslung von Rode kippte die Partie dennoch, daran konnte auch Hrustic nichts ändern.

Ob er persönlich sonderlich viel Positives mit ins nächste Spiel nehmen wird, ist unwahrscheinlich. Schließlich ist er auf seiner Position lediglich Spieler Nummer vier, einzig die Ausfälle von Djibril Sow und Kristijan Jakic spülten ihn gegen Dortmund in die Startelf. In anderthalb Jahren bei der Eintracht kommt Hrustic nun auf 21 Einsätze in der Liga, die allermeisten davon als Einwechselspieler. "Die erste Saison war insgesamt nicht perfekt für mich persönlich, ich habe wenig gespielt. In der laufenden Saison hatte ich auch eine Phase ohne Einsatz, aber hier heißt es, dranzubleiben."

Gerüchte über Vereinswechsel

Zuletzt fiel Hrustics Name immer wieder mal, wenn es um potenzielle Abgänge ging. "Ich habe die Gerüchte wahrgenommen, allerdings wurden diese von außen gestreut", so Hrustic. "Von Vereinsseite kam niemand mit der Forderung auf mich zu, dass ich den Klub verlassen soll. Das ist das, was zählt."

Insbesondere auch wegen der aktuellen Corona-Situation, käme ein Wintertransfer überraschend. Drohen immer wieder kurzfristige Ausfälle, ist ein Kaderspieler wie Hrustic Gold wert – insbesondere dann, wenn er wie gegen den BVB verlässlich liefert.

"Habe in der Nationalelf einen Schritt nach vorne gemacht"

Im Sommer könnte die Sache jedoch anders aussehen, auch wegen Hrustics Perspektive im Nationalteam. "Ich habe in der Nationalmannschaft einen Schritt nach vorne gemacht. Sie wollen auch, dass ich möglichst viel spiele. Es steht ja auch eine Weltmeisterschaft an." Bis dahin aber scheint die Devise klar: "Mein voller Fokus gilt dem Team und unseren Aufgaben, alles andere interessiert mich nicht."