Djibril Sow

Vor seiner dritten Saison bei Eintracht Frankfurt steht Djibril Sow am Scheideweg. Platzt der Knoten, kann er zum Fixpunkt werden. Er könnte seinen Platz aber auch an einen Rückkehrer verlieren.

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Sow EM Eintracht
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Nein, mit dem Europameisterschafts-Auftakt der Schweiz kann Eintracht Frankfurts Djibril Sow nicht zufrieden sein. 90 Minuten saß Sow auf der Bank der Eidgenossen, musste mit ansehen, wie seine Kollegen Chance um Chance vergaben und schließlich nur zu einem 1:1 gegen den Underdog aus Wales kamen. Das geht sicherlich besser.

Der unliebsame Platz auf der Bank dürfte für Sow eine ungewohnte Perspektive gewesen sein, seit seinem Wechsel 2019 zu Eintracht Frankfurt blieb ihm dieser meist erspart. Von 68 möglichen Bundesligaspielen verpasste Sow seit seiner Ankunft für die Hessen lediglich elf, 44 Spiele bestritt er von Beginn an. Dabei war er seine Rolle nicht selten umstritten: Gerade in den Phasen, in denen es für die Hessen nicht rund lief, schien auch Sow eine Schwachstelle zu sein.

Im Frühjahr einer der besten Spieler

Wer viel kann, muss eben auch viel zeigen. Und genau hier hakt es bei Sow. Kämpferisch und läuferisch ist dem Schweizer nie etwas vorzuwerfen, spielerisch war er jedoch oft zu inkonstant. Als die Eintracht im Frühjahr Sieg an Sieg reihte, schien der Knoten endgültig geplatzt, Sow war stets einer der besten. Anschließend folgte jedoch erneut eine Phase, in der er wieder eher mitschwamm. Für einen Mann mit seinem Talent ist das zu wenig.

Denn in seinen besten Spielen ahnte man, was sein Förderer Adi Hütter meinte, als er Sows Potential mit jenem des Gladbachers Denis Zakaria verglich, der längst bei Großklubs in halb Europa auf der Liste steht. Sow war zeitweise dominant im zentralen Mittelfeld, eroberte kompromisslos die Bälle und spielte sie dann mutig und umweglos nach vorne. Er ist in seinen besten Momenten einer jener Box-to-Box-Spieler, die wie geschaffen sind für die Königsdisziplin des modernen Fußballs: das schnelle Umschalten.

Konkurrenz durch Zalazar?

Aber er zeigt es eben nicht immer. Und so steht Sow vor seiner dritten Saison bei den Hessen am Scheideweg: Schafft es der Achter, im dritten Bundesligajahr auf konstant hohem Niveau zu performen, dürfte auch unter dem neuen Trainer Oliver Glasner kein Weg an ihm vorbeiführen. In dessen System sind Geschwindigkeit und Laufstärke zentral, der VfL Wolfsburg war in der vergangenen Saison führend in Sachen Sprints (8481) und intensiver Läufe (26287).

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Schafft er es nicht, dürfte er sich schneller auf der Bank wiederfinden als unter Hütter, der auch nach schwachen Spielen stets an Sow festhielt. Zumal die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld nicht kleiner wird: Mit Rodrigo Zalazar etwa kehrt ein Spieler zur Eintracht zurück, der wie Sow seine Stärken im läuferischen Bereich hat, dabei aber aggressiver zu Werke geht, offensiver denkt und torgefährlicher agiert. Als Leihspieler beim FC St. Pauli war der Uruguayer eine der Entdeckungen der abgelaufenen Zweitligasaison, schoss sechs Tore und bereitete weitere sechs vor. Gut möglich, dass er bereit ist für die Bundesliga. Auch als Stammspieler?

Bleibt Sow erste Wahl?

Erste Hinweise darauf wird die Vorbereitung geben, in die Sow wegen der Europameisterschaft später einsteigt.Zudem ist nicht völlig ausgeschlossen, dass die Eintracht im zentralen Mittelfeld noch einmal nachlegt. Dennoch sollte Sow zu Beginn die Nase vorn haben, allein durch seine zwei Jahre als Stammspieler bei der Eintracht. Vor allem aber sollte er bei der EM noch auf seine Einsätze und mit breiter Brust zurück kommen. Und dann liegt es an ihm, dass das so bleibt.