Dominik Kohr

Eintracht Frankfurts Dominik Kohr vermisst das Mannschaftstraining und die Zweikämpfe. Einem Spielbetrieb mit Masken steht der Sechser derweil skeptisch gegenüber. Eine Quarantäne könnte er sich jedoch vorstellen.

Wen es letztlich erwischen wird, weiß Dominik Kohr noch nicht. "Mal schauen, wer mir als erstes vor die Füße kommt", lacht Kohr in einer virtuellen Fragerunde, angesprochen auf einen etwaigen Start ins Mannschaftstraining. "Den werde ich dann abgrätschen." Ein Scherz, klar, zumal Eintracht Frankfurts Mann fürs Grobe ein pflichtschuldiges "Mit Ball" nachschiebt.

Klar ist ja ohnehin: So schnell wird Kohr niemand vor die Füße laufen. Der Trainingsbetrieb liegt lahm, der Spielbetrieb sowieso, und unter welchen Bedingungen es dann überhaupt weitergeht, steht weiterhin in den Sternen. An Geisterspielen wird kein Weg dran vorbeigehen, zuletzt brachte das Bundesarbeitsministerium die Möglichkeit ins Spiel, Profis zum Schutz gegen das Corona-Virus mit Gesichtsmasken spielen zu lassen. Für Kohr keine Option. "Das kann ich mir nicht vorstellen. Wenn man spielt, schwitzt man zu viel. Die Maske würde nur stören."

"Zweikämpfe verlerne ich nicht"

Eher könnte sich Kohr eine mehrwöchige Isolation aller am Spielbetrieb Beteiligten vorstellen, ein Vorschlag, der ebenfalls auf das Bundesarbeitsministerium zurückgeht. "Ich habe das schon einmal bei der U21-EM erlebt. Da waren wir mit Vorbereitung und Turnier bestimmt sechs Wochen im Hotel. Das wäre ja nichts anderes", so Kohr. "Es wäre keine leichte Phase, weil man sein normales Leben nicht führen kann. Aber wenn es für die Vereine und die Bundesliga der einfachste Weg wäre, wäre ich bereit", so Kohr.

Vorraussetzung alldessen wäre sowieso zunächst eine Wiederaufnahme des regulären Trainingsbetriebs. Die würde auch Kohr begrüßen. "Wir sollten so schnell wie möglich wieder als Mannschaft trainieren und in die Zweikämpfe kommen", so Kohr, der immerhin versichert: "Zweikämpfe verlerne ich nicht."

"... dann geht auch die Pumpe wieder hoch"

Die Einheiten in Kleinstgruppen nutzen die Hessen, wie von Trainer Adi Hütter zu Beginn angekündigt, um individuell mit den Spielern positionsspezifisch zu arbeiten. Weswegen nun auch Kohr an anderen Kerndisziplinen feilt, die man auf seiner Position braucht. "Bei uns Sechsern ist es wichtig, dass man sich schnell aufdreht und das Spiel verlagert", so Kohr. In der Praxis sieht das dann beispielhaft so aus: "Wir hatten vier kleine Tore, die mit Farben markiert waren. Der Trainer hat uns Bälle zugespielt und uns die Tore angezeigt, in deren Richtung wir uns drehen sollten."

Ziel des Ganzen: Die Handlungsschnelligkeit zu trainieren. "Übung macht den Meister, Wenn du trainierst, schneller aufzudrehen, fühlst du dich auf dem Platz auch sicherer." Und dennoch: Mit dem normalen Mannschaftstraining könne man die aktuelle Situation nicht vergleichen. "Spielende Trainingsformen haben wir noch nicht. Sobald wir die wieder haben, geht dann auch die Pumpe wieder hoch." Und dann, so viel ist sicher, läuft irgendwer Kohr auch wieder vor die Füße.