Filip Kostic

Eintracht Frankfurts Filip Kostic zieht es wohl zu Inter Mailand. Die Eintracht würde damit einen ihrer besten Spieler verlieren. Der Transfer könnte dennoch eine Chance für die Hessen sein.

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Filip Kostic Eintracht Frankfurt
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2019 war die Welt – das kann man ohne Übertreibung so sagen – noch eine andere, aktuell erinnert rund um Eintracht Frankfurt aber dennoch einiges an den Sommer vor zwei Jahren. Mit Luka Jovic, Sébastien Haller und Ante Rebic verlor die Eintracht nach einer fulminanten Saison 2018/19 ihre drei besten Spieler, im Sommer 2021 sind es wohl André Silva, Daichi Kamada und Filip Kostic, die es zu größeren Clubs ziehen könnte.

Dabei scheint Kostic den Anfang zu machen, der Serbe soll sich laut Medienberichten mit Inter Mailand einig sein. Kostic, 28 Jahre alt, hätte einen letzten dicken Vertrag wohlverdient, zudem hat er in seinem Leben noch nicht ein Spiel in der Champions League absolviert. Wer ihn in den letzten Jahren bei der Eintracht hat spielen sehen, weiß, dass Kostic genau da aber hingehört. Auch deswegen ist das Verpassen der Königsklasse für die Eintracht so bitter. Nicht ausgeschlossen, dass einer wie Kostic mit dem Anreiz Champions League an Bord geblieben wäre.

Die Kehrseite der Medaille

So schmerzlich der Verlust von Kostic sowohl sportlich als auch emotional sein dürfte, bietet er dennoch eine Chance. Der Serbe war in den letzten zwei Jahren der Unterschiedsspieler der Hessen, allein in der abgelaufenen Saison bereitete er 17 Tore vor und stellte damit den Vereinsrekord von Eintracht-Legende Uwe Bein ein. Allzu oft war das gesamte Offensivspiel der Hessen aber auf Kostic ausgerichtet.

Die Kehrseite der Medaille. Als der Linksaußen in der Hinrunde verletzt passen musste, fiel den Hessen offensiv nicht mehr viel ein, sieben Remis am Stück waren die Folge. Haarig wurde es auch in den Spielen, in denen der Gegner Kostic doppelte. Durch die Doppel-Zehn schaffte Ex-Trainer Aid Hütter es, das Offensivspiel auf mehrere Schultern zu verteilen, rückte davon aber wieder ab. Und auf Rechts fehlte die gesamte Saison ein Spieler, der annähernd auf Kostics Niveau ist. Zum Vergleich: Erik Durm kam auf zwei Assist. Die Unwucht im Frankfurter Spiel war augenscheinlich.

Stabile Defensive, ohne langweilige Offensive

Hinzu kommt die defensive Verwundbarkeit der Eintracht. Im System mit Dreierkette, das Hütter spielen ließ, war Kostic der Schienenspieler auf Links, der bei gegnerischem Ballbesitz auf die Linksverteidigerposition zurückrücken sollte. Allzu oft gelang das nicht, der Raum hinter Kostic wurde von diversen gegnerischen Trainern als der zu bespielende ausgemacht, die Eintracht kassierte 58 Gegentore. Zu viel, um unter den ersten vier zu landen. Das gelang mit derart vielen Toren (60) zuletzt Bayer Uerdingen, in grauer Vorzeit anno 1986. Kein schmeichelhafter Vergleichswert.

Eine stabile Defensive, ohne offensiv langweilig zu werden – genau das schaffte der neue Eintracht-Coach Oliver Glasner in Wolfsburg. Allerdings im 4-2-3-1-System, Kostic hatte seine besten Auftritte im Trikot der Hessen mit viel Anlauf und viel Feld vor sich. Ein möglicher Kostic-Abgang wäre also auch eine Möglichkeit, wieder auf Viererkette umzustellen – und so für mehr Balance im Spiel der Eintracht zu sorgen. Zumal nicht gesagt ist, dass Kostic noch einmal eine Saison mit derart vielen Assist spielt. Sie auf mehrere Schultern zu verteilen versuchen, scheint nachhaltiger.

Ersatz mit ähnlichem Niveau

Voraussetzung dafür wäre freilich, dass Kostic mit einem Spieler mit ähnlichem Niveau ersetzt würde, der aber ein reiner Linksaußen sein sollte, und sich auf der rechten Außenbahn auch noch etwas tut, sollte das spanische Top-Talent Fabio Blanco noch nicht so weit sein. Mit der Eintracht hat Inter Mailand übrigens noch nicht gesprochen, heißt es. Vielleicht zerschlägt sich der Wechsel also auch noch, vielleicht laufen die Dinge ja anders als 2019 und die Eintracht kann ihre besten Spieler gar halten. Mehr defensive Stabilität und ein ausgewogeneres Offensivspiel würde der Eintracht aber auch mit Kostic gut tun.