Steven Zuber

Eintracht Frankfurts Steven Zuber war eine der Entdeckungen der Europameisterschaft. Was bedeuten Zubers gute Leistungen für die Hessen?

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zum Video Trainingsauftakt bei Eintracht Frankfurt

Zalazar, Blanco, Lenz
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Mit Spitznamen, die man sich selbst gibt, ist es ja so eine Sache. Steven Zuber etwa nennt sich bei Instagram Steven Zauber, und wenn man den Schweizer im Dress der Frankfurt Eintracht im vergangenen Jahr beobachtete, klang das schon relativ anmaßend.

Ganze 20 Bundesligaspiele machte Zuber für die Hessen, insgesamt 577 Minuten, in denen er auf drei Assists kam. Das stand schon relativ deutlich im Kontrast zu Zubers Ankündigung bei seiner Vorstellungs-Pressekonferenz: "Ich bin sehr überzeugt von meiner Qualität. Die Leute werden noch viel Freude an mir haben."

EM-Rekord für Zuber

So viel Freude hatten die Leute dann nicht, was vor allem auch daran lag, dass es für Zuber im letztjährigen System der Hessen kaum Verwendung gab. In der von Ex-Trainer Adi Hütter bevorzugten Aufstellung mit Dreier-Abwehrkette und zwei Schienenspielern auf den Außen hatte Zuber keine Chance, an Kostic vorbeizukommen. Hinter den Spitzen, eine Position, auf die Zuber hätte ausweichen können, waren die Hessen mit Amin Younes, Daichi Kamada und Aymen Barkok außergewöhnlich gut bestückt. Entsprechend wenig wurde gezaubert.

Und entsprechend erstaunt waren die Fans der Hessen, als sich Zuber bei der Europameisterschaft anschickte, seinen Spitznamen mit Leben zu füllen. Mit vier Vorlagen ist Zuber historisch, nie hat jemand mehr Assists bei einer EM geschafft. Vor allem gegen die Türkei und Frankreich wuchs Zuber über sich hinaus, auch beim bitteren Viertelfinal-Aus gegen die Spanier machte er ein gutes Spiel und hatte ein Tor auf dem Fuß.

Eintracht in komfortabler Situation

Die Eintracht ist nun in einer komfortablen Situation. Zuber kommt mit ordentlich Rückenwind von der EM zurück. Sollte Kostic bleiben, haben die Hessen einen Ersatz in Top-Form. Sollte sich Kostic umorientieren, werden die Karten auf Linksaußen neu gemischt. Mit einem Kostic-Ersatz könnte sich Zuber ein neues, vielleicht weniger aussichtsloses Duell um die Startelf liefern.

Ebenfalls denkbar: Zuber sucht sein Glück woanders, seine Auftritte bei der Europameisterschaft waren seinem Marktwert sicher nicht abträglich. Auch dürfte es nun einen Markt für ihn geben. Und wer weiß, vielleicht füllt Zuber seinen Spitznamen dann auch demnächst im Vereins-Trikot mit Leben.