Timothy Chandler

Die Diskussion um eine Angleichung von Gehältern und Prämien im Fußball läuft auch bei Eintracht Frankfurt. Bei den Männern und den Frauen. In einem Interview haben Timothy Chandler und Laura Freigang ihre Sicht der Dinge erklärt.

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Laura Freigang: "Wo soll das Geld herkommen?"

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Eintracht-Profi Timothy Chandler wäre in der Debatte um die Bezahlung von Fußballerinnen zu Zugeständnissen bereit. "Für mich wäre es auch kein Problem zu sagen: Wir machen mit den Frauen halbe-halbe bei den Prämien", sagte der 32-Jährige in einem gemeinsamen mit Eintracht-Nationalspielerin Laura Freigang der Sport-Bild. "Wenn wir es schaffen, dass mehr Fans zu den Frauen ins Stadion oder vor die Fernseher kommen, dann wird auch zwangsläufig mehr Geld eingespielt", so Chandler weiter.

Freigang sagte auf die Frage, ob sie sich unterbezahlt fühle: "Wo soll es herkommen? Wenn wir keine Millionen einspielen, kann man solche Beträge auch nicht ausschütten. Ich fände das gar nicht angemessen, das Gleiche wie die männlichen Fußballkollegen zu verdienen." Rund um die Europameisterschaft im Juli in England war die Debatte um Equal Pay (Gleiche Bezahlung) immer wieder geführt worden.

Die DFB-Frauen, die im Finale dem Gastgeberinnen-Team mit 1:2 unterlagen, hätten bei einem Titelgewinn 60.000 Euro vom Verband bekommen. Die deutschen Männer wären bei einem EM-Triumph 2021 mit jeweils 400.000 Euro belohnt worden. Die Eintracht-Frauen starten am Donnerstag in Dänemark in die Qualifikation zur Champions League. "Wenn die Mädels in der Champions League spielen, feuere ich sie auch von der Tribüne aus an", kündigte Chandler an.

Freigang will Fußball-Plattform für einen offeneren Sport nutzen

Angesprochen auf ihre Fußballschuhe mit Regenbogen-Fahne hat sich Freigang zudem dazu bekannt, den Fußball als Plattform nutzen zu wollen. "Es heißt immer, Deutschland sei offen. Aber diese Themen sind gerade im Sport noch lange nicht so weit wie in anderen Teilen der Gesellschaft. Die Fankultur bei den Männern ist mit schwierigen Regeln und Stigmata verbunden, gerade was vermeintliche Männlichkeit anbetrifft. Das ist bei den Frauen viel offener."

Auf die Frage, was passieren würde, wenn sich ein Spieler im Männerfußball, beispielsweise bei ihm in der Mannschaft, outen würde, sagte Chandler: "Nichts. Vielleicht ist es im Fußball einfach die Angst davor, welche Aufmerksamkeit es nach sich zieht, weil der Sport so groß ist. Aber ganz klar: Niemand verliert dadurch seine Männlichkeit."