Tuta Haaland

Seine erste Saison in Deutschland könnte Eintracht Frankfurts Verteidiger-Talent Tuta direkt mit der Champions League krönen. Es wäre auch die Erfüllung eines persönlichen Traums.

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Dass der Generationenwechsel so geräuschlos, so geschmeidig funktioniert, war wirklich nicht abzusehen. Nach 178 Spielen für Eintracht Frankfurt war im Januar für Kapitän David Abraham Schluss, mitten in der Saison verließ er aus persönlichen Gründen die Hessen. Sportlich ein Verlust, die Eintracht-Verantwortlichen entschieden sich dennoch bewusst, Abraham nicht durch einen Zukauf zu ersetzen. Sondern schenkten fortan Tuta das Vertrauen, dem 21-jährigen Brasilianer mit der Erfahrung von bis dahin 207 Bundesliga-Minuten.

Ein Risiko, keine Frage. Aber ein gut kalkuliertes. Denn Tuta zeigte vom Fleck weg, warum Eintracht-Coach Adi Hütter nach dem Abraham-Abgang keine schlaflosen Nächte haben musste. Zweikampfstark, technisch gut, solide – bisweilen fiel das Fehlen des Kapitäns gar nicht groß auf. Entsprechend sagt auch Tuta: "Meine Saison verläuft sehr zufriedenstellend. Seit der Rückkehr aus Belgien war der Fokus, mir einen Stammplatz zu erkämpfen. Ich musste die Geduld und den Fokus aufrechterhalten und wusste, dass die Chance kommt."

"Es ist eine riesige Erfahrung und tolle Spielzeit"

Die hat er genutzt. Nur zwei Spiele verpasste er seit Abrahams Abschied, eines wegen muskulärer Probleme, eines wegen einer Gelbsperre. Von seinen 14 Spielen von Beginn an gewannen die Hessen derer neun. Keine schlechte Quote für einen, der zuvor ediglich in der Belgischen Liga im Herrenbereich kickte. "Es ist eine riesige Erfahrung und tolle Spielzeit", so Tuta.

In Punkto Aggressivität und Stellungsspiel wolle er noch zulegen, auch im Kopfballspiel sei noch Luft nach oben. Wichtig dabei: "Man muss den Fortschritt auch zulassen und den Willen haben, kritikfähig zu sein." Dabei hilft kein geringerer als Abraham, der Tuta aus der Ferne Feedback gibt. "Wir hatten viel Kontakt, als er noch hier war. Er hat mir sehr geholfen", so Tuta. "Jetzt verfolgt er die Spiele und gibt mir Feedback, sagt, dass ich meine Sache ordentlich mache und weiter arbeiten soll", so Tuta. "Aber er soll jetzt auch erstmal das Leben genießen", lacht er.

Der Traum von der Champions League

Zuletzt gab es die erste kleine Leistungsdelle, gegen Leverkusen wurde Tuta von Stefan Ilsanker ersetzt. Im so wichtigen Heimspiel gegen Mainz am Sonntag will er wieder als Stammkraft mitwirken – und dabei helfen, den großen Traum von der Champions League wahr werden zu lassen. Der übrigens auch ein ganz persönlicher ist. "Jeder junge brasilianischer Spieler träumt davon, nach Europa zu kommen und an den großen Wettbewerben teilzunehmen“, so Tuta. "Ich spiele schon regelmäßig bei einem großen Verein, die Champions League wäre die Erfüllung eines Traums", sagt er, um sich sogleich zu berichtigen: "Es ist mehr als ein Traum."