Adi Hütter
Adi Hütter (Mitte) und die Eintracht treffen am Sonntag auf Wolfsburg. Bild © Imago

Die Frankfurter Eintracht empfängt am Sonntag den VfL Wolfsburg. Mut macht einmal mehr die aktuelle Form, Sorgen bereitet hingegen der Blick auf die Statistik.

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Franz Müllner hebt den Daumen für die Eintracht

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Pokalsieger Eintracht Frankfurt will sich seine Erfolgsserie auch vom VfL Wolfsburg nicht kaputt machen lassen. Unabhängig von den Ergebnissen in den anderen Stadien können die Hessen den dritten Tabellenplatz, den sie vor Beginn des 13. Bundesliga-Spieltags innehatten, mit einem weiteren Sieg behaupten. Die Partie in der Frankfurter Arena wird am Sonntag um 18 Uhr angepfiffen.

Die Ausgangslage

… wird für die Eintracht von Woche zu Woche beziehungsweise von Spiel zu Spiel besser. Die Mannschaft von Trainer Adi Hütter ist seit mittlerweile elf Pflichtspielen ungeschlagen, zehn dieser elf Partien konnten die Hessen gewinnen. Eine ähnliche Serie vergleichbarer Länge gab es in Frankfurt zuletzt vor mehr als sieben Jahren, als Ex-Coach Armin Veh noch das sportliche Sagen an der Seitenlinie hatte und die Eintracht in der zweiten Liga kickte. Das 3:1 in Augsburg am vergangenen Wochenende war bereits der siebte Sieg im zwölften Saisonspiel, das ist zu diesem Zeitpunkt die drittbeste Ausbeute in der Vereinsgeschichte. 23 Punkte stehen auf dem Konto, genauso viele wie in der gesamten Rückrunde der vergangenen Saison.

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Nachberichte zum Heimspiel der Eintracht gegen Wolfsburg sehen Sie am Sonntag ab 21.45 Uhr in der Sportschau und ab 22.05 Uhr in heimspiel! Bundesliga.

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Ganz so erfolgreich läuft es für den VfL derzeit zwar nicht, doch die Wolfsburger kommen mit frischem Rückenwind nach Frankfurt. Der jüngste 1:0-Erfolg gegen RB Leipzig hat das Selbstvertrauen der Niedersachsen gestärkt. Vielleicht auch, weil es der vierte Saisonsieg war – in der kompletten Hinrunde der abgelaufenen Spielzeit waren es lediglich drei. Der Deutsche Meister von 2009 schickt sich an, eine dritte Relegationsteilnahme in Folge frühzeitig abzuwenden. Den Erfolgserlebnissen gegen Leipzig, Düsseldorf (3:0), Leverkusen (3:1) und Schalke (2:1) stehen allerdings Niederlagen wie die gegen Freiburg (1:3) oder Hannover (1:2) gegenüber.

Das Personal

Eintracht-Trainer Hütter kann praktisch aus dem Vollen schöpfen. Die Stammkräfte Evan N'Dicka (für Simon Falette), Filip Kostic (für Taleb Tawatha), Jonathan de Guzmán (für Jetro Willems) und Ante Rebic (für Mijat Gacinovic) könnten in die Startformation zurückrotieren. Zudem steht der lange verletzte Abwehrspieler Carlos Salcedo (Syndesmose) vor seinem Comeback.

Mögliche SGE-Aufstellung gegen Wolfsburg
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Bei den Gästen klagte Maximilian Arnold zuletzt über Schüttelfrost, weswegen er mit dem Training aussetzen musste. Sein Einsatz ist fraglich, Arnold wäre nach den verletzten Joshua Guilavogui und Ignacio Camacho bereits der dritte Ausfall im zentralen VfL-Mittelfeld. John Anthony Brooks und Admir Mehmedi hingegen konnten wieder trainieren "und müssten für das Spiel zur Verfügung stehen", sagte Trainer Bruno Labbadia.

So könnte Wolfsburg spielen: Casteels – William, Knoche, Brooks, Roussillon – Arnold – Gerhardt, Rexhbecaj – Mehmedi – Ginczek, Weghorst

Das sagen die Trainer

Adi Hütter (Eintracht Frankfurt): "Wir besitzen die Qualität, jedem Gegner weh zu tun. Aber wir wissen auch, dass wir jeden Tag an die Leistungsgrenze gehen müssen. Wenn wir nur zehn Prozent nachlassen, kann uns umgekehrt auch jeder schlagen. Zufriedenheit bedeutet Stillstand und Stillstand bedeutet Rückschritt. Nichts läuft von alleine. Man muss immer hungrig bleiben."

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Bruno Labbadia (VfL Wolfsburg): "Frankfurt macht es momentan sehr gut. Man darf es allerdings nicht nur auf die drei Stürmer beziehen, denn die Mannschaft funktioniert generell sehr gut. Auch bei ihrem Europa-League-Spiel hat man gesehen, dass sie richtig Lust haben, in der Stadt herrscht dazu eine riesige Euphorie. Es wird am Sonntag sicherlich eine top Stimmung im Stadion sein. Wir wissen, was uns erwartet. Es liegt an uns, Frankfurts Stärken zu unterbinden, was nicht einfach sein wird, und außerdem unsere Dinge mit einzubringen."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Warum eigentlich immer nur auf die Spieler? In Frankfurt rückt mehr und mehr der Trainer in den Blickpunkt. Nach den hinlänglich analysierten Problemen zu Saisonbeginn haben Mannschaft und Adi Hütter zueinandergefunden, vor allem die Balance zwischen defensiver Stabilität und Hütters Hang zu offensivem Powerfußball ist zu einem Erfolgsfaktor geworden.

Die logische Konsequenz: Experten sehen einen untrennbaren Zusammenhang zwischen Hütter und dem Höhenflug der Eintracht, Fans dichten und singen die ersten Gesänge auf den Nachfolger von Niko Kovac. Unter Hütter holt Frankfurt durchschnittlich 1,92 Punkte pro Partie – was im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel ein neuer Eintracht-Bestwert ist.

In Wolfsburg heißt derweil die entscheidende Frage: Spielt er oder spielt er nicht? Ein Ausfall von Maximilian Arnold würde den VfL im zentralen Mittelfeld wohl schwer treffen, und Coach Labbadia müsste sich angesichts der Personalnot etwas einfallen lassen. In Sachen Torgefahr sollte die Eintracht derweil Wout Weghorst im Blick behalten.

Der Niederländer ist mit sechs Treffern bester Wolfsburger Torschütze, dahinter folgen Daniel Ginczek und Admir Mehmedi mit jeweils drei Treffern. In der Liga kommen bei Weghorst zwei Vorlagen hinzu, womit er an fast der Hälfte aller Tore der Niedersachen (16) beteiligt ist.

Statistik des Spiels

Sagen wir es, wie es ist: Der VfL Wolfsburg ist für die Frankfurter Eintracht alles andere als ein Lieblingsgegner. 32 Mal standen sich beide Teams in Deutschlands höchster Spielklasse bereits gegenüber, lediglich sechs Siege gehen dabei auf das Konto der Hessen. Noch schlechter sieht die Bilanz nur gegen Rekordmeister FC Bayern München und den Club Blau-Weiß 90 Berlin aus.

Von den vergangenen elf Aufeinandertreffen hat die Eintracht gerade einmal ganze zwei für sich entschieden. Das klingt für Sie wie in der vergangenen Woche vor dem Spiel in Augsburg, wo die Frankfurter bis dato in der Bundesliga noch nie gewonnen hatten? Finden wir auch. Aber auch da ist ihnen unter Adi Hütter ja Historisches gelungen.