Royal Antwerpen

Wenn Eintracht Frankfurt am Donnerstag bei Royal Antwerpen ran muss, treffen die Hessen auf einen uralten Klub mit altbekannten Gesichtern und einem Trainer, der blank zieht, wenn es sein muss.

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Eintracht Frankfurt Fans im Londoner Stadion. Text: HEIMSPIEL. Reisefieber – Eintracht Frankfurt international.
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Der Verein

Wenn Eintracht Frankfurt am Donnerstag (18.45 Uhr) auf Royal Antwerpen trifft, müssen die Hessen bei der unumstrittenen Nummer eins des belgischen Fußballs ran. Nicht nach Titeln, nach Standing auch nicht, aber da Royal Antwerpen, gegründet 1880, der älteste Klub des Landes ist, hat er die Nummer 1 der Matrikelnummern bekommen, die der belgische Verband in grauer Fußballvorzeit den belgischen Klubs zuschrieb. Verständlich also, dass der Klub die Eins direkt im Vereinswappen verewigt hat.

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Antwerpen - Eintracht Frankfurt live zum Hören

Der hr-Sport überträgt das Europa-League-Spiel zwischen Antwerpen und Eintracht Frankfurt am Donnerstag ab 18.45 Uhr als Audio-Livestream und auf hr-iNFO. Es kommentieren Martina Knief und Philipp Hofmeister.

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Rein sportlich stehen andere Vereine deutlich vor The Great Old, so der Spitzname. Immer wieder war der älteste Klub des Landes lange Jahre zweitklassig, der letzte Aufstieg datiert erst von 2017. Seither läuft es aber: Royal Antwerpen ist das dritte Mal in Folge europäisch vertreten, 2020 wurde gar erstmals seit 1992 der belgische Pokal gewonnen. Auf eine Meisterschaft wartet der viermalige Titelträger allerdings seit 1957.

Der Trainer

Dass es aktuell gut läuft, liegt auch am Trainer. Der Däne Brian Priske hat sich als Coach bereits in seiner Heimat die Sporen verdient und führte 2015 den FC Midtjylland sensationell zur ersten Meisterschaft der Klubgeschichte, damals allerdings als Co-Trainer. Als Cheftrainer wiederholte er das Kunststück 2020, ein Jahr später ging es schließlich zu Royal Antwerpen.

Priske schickt seine Mannschaft gern im 4-2-3-1-System ins Spiel, der ehemalige Innenverteidiger verlangt von seinen Spielern flaches Spiel, hohe Intensität und aggressives Pressing: "Ich möchte nicht, dass der Gegner zu Verschnaufpausen kommt. Wenn wir den Ball nicht haben, müssen wir den Gegner so anrennen, dass er einen Fehler macht", sagte er nach seiner Vorstellung.

Vor der Europa-League-Saison machte Priske übrigens durch eine denkwürdige Pressekonferenz von sich reden. Als sich Royal gegen Omonia in der EL-Quali durchgesetzt hatte, grüßte er die Journalisten wie folgt: "Tut mir leid, Leute. Ich habe mit meinen Spielern gewettet, dass, wenn wir gewinnen, zu Null spielen und die Gruppenphase erreichen, ich die Pressekonferenz nackt gebe." Sprachs, und stellte sich nur mit Handtuch um die Hüften den Fragen der Pressevertreter.

Brian Priske bei seiner legendären Nackt-Pressekonferenz

Die Mannschaft

Stars sucht man im Kader der Belgier vergeblich, einzig der langjährige Serie-A-Kicker Radja Nainggolan dürfte den meisten Interessierten ein Begriff sein. Der spielstarke wie aggressive Sechser verbrachte seine gesamte Profikarriere in Italien, wurde mit Inter Mailand Meister und absolvierte in dieser Zeit 30 Länderspiele für Belgien. Dass er mit 33 in die Heimat zurückgekehrt ist, zeigt aber an, dass er so langsam im Karriereherbst angekommen ist.

Ebenfalls ein Begriff sein dürfte Viktor Fischer, einst für ein halbes Jahr in Diensten des FSV Mainz 05. Fischer galt bei Ajax Amsterdam als riesiges Talent, wirklich durchsetzen konnte sich der Linksaußen aber nie. Was nicht heißt, dass er nicht ein solider Offensivspieler geworden wäre: Bei Royal ist er aktuell der beste Vorlagengeber.

Auf dem Weg zum soliden Offensivspieler ist auch Johannes Eggestein, den Antwerpen im Sommer von Werder Bremen holte. Auch Eggestein galt in der Jugend als Überflieger, bei Bremen hat es dann aber nicht geklappt, auch bei Royal ist er erst einmal nur Einwechselspieler. Auch weil an Mittelstürmer Michael Frey mit einer Quote von elf Toren in neun Saisonspielen aktuell kein Vorbeikommen ist.

Das Stadion

Das Bosuilstadion (zu Deutsch: Waldkauzstadion) liegt im Stadtteil Deurne, der im Osten der Stadt gelegen ist. Das Stadion mit der markanten Glasfassade hatte in grauer Vorzeit an die 60.000 Plätze, nach Umbauten sind davon allerdings nur überschaubare 15.402 Plätze geblieben, weswegen Royal seine Heimspiele in der Europa-League-Saison 2019/20 in Brüssel austragen musste. Immerhin das blieb den Belgiern in dieser Saison erspart.

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