Mijat Gacinovic (Mitte) kann die Leistungen von Luka Jovic (rechts) und seinen Sturmpartnern derzeit nur bestaunen.
Mijat Gacinovic (Mitte) kann die Leistungen von Luka Jovic (rechts) und seinen Sturmpartnern derzeit nur bestaunen. Bild © Imago

Aus 10 mach 6: Weil es für ihn im Frankfurter Angriff derzeit keinen Platz gibt, denkt Mijat Gacinovic bei der Eintracht über alternative Betätigungsfelder nach. Wobei ihm das Zuschauen auch Spaß macht.

Mijat Gacinovic zuckt mit den Schultern. "Wenn sie so spielen – was soll ich sagen?" 'Sie', das sind Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic. Nach zehn Spielen ohne Niederlage und einigen Machtdemonstrationen der Eintracht unter anderem gegen Schalke (3:0) und in Augsburg (3:1) ist es vor allem das Angriffs-Trio, das die Schlagzeilen schreibt. Die Büffelherde, das magische Dreieck oder wie man sie auch nennen mag: Rebic, Haller und Jovic sind derzeit im nationalen Vergleich eine Klasse für sich.

"Die drei spielen wie Granaten", meint Gacinovic und findet damit nebenbei einen weiteren Superlativ für die Auftritte seiner Frankfurter Teamkollegen. "Unsere Stürmer machen aus sieben Chancen normalerweise fünf Tore. Mindestens. Das macht uns stark."

Für Gacinovic bleibt derzeit nur die Bank

Die lobenden Worte des Serben sind umso bemerkenswerter, wenn man Gacinovics persönliche Rolle bei der Eintracht betrachtet. Seitdem Trainer Adi Hütter das erwähnte Trio beim 3:0 gegen Stuttgart nämlich erstmals gemeinsam von der Leine gelassen hat, ist für Gacinovic kein Platz mehr in der Startelf.

Der 23-Jährige fühlt sich auf der Außenbahn oder hinter den Spitzen am Wohlsten. Sein Problem: Den klassischen offensiven Flügelspieler gibt es im Hütterschen 3-4-1-2-System nicht, und auf der 10, Gacinovics zweiter Parade-Position, tummelt sich Rebic als Wanderer zwischen Mittelfeld und Angriff. Für den Pokalhelden Gacinovic bleibt da meist nur die Joker-Rolle. Selbst das kann ihm derzeit allerdings nicht die Laune vermiesen: "Es macht Spaß, das von der Bank aus anzugucken."

"Ich kann das spielen, der Trainer weiß das"

Besser früher als später will der Serbe aber wieder von Beginn an seinen Wert für den Frankfurter Bundesligisten beweisen – wenn nötig auch auf ungewohntem Terrain. Im zentralen Mittelfeld etwa, wo sich bei weitem nicht so viele Hochtalentierte auf engem Feld tummeln wie zwei Reihen weiter vorn.

"Ich kann das spielen, der Trainer weiß das", hält Gacinovic daher ein schüchternes Plädoyer für einen Einsatz auf der Sechs. Dort gibt es mit Jonathan de Guzman und Gelson Fernandes derzeit nur zwei ernsthafte Kandidaten für zwei Positionen. "Ich mag es mehr offensiv, aber momentan haben wir dort nur Johnny und Gelson", sagt Gacinovic. Das sollte aber mehr als Angebot statt als Kampfansage verstanden werden: "Wenn einer nicht spielen kann, bin ich da."

Sendung: hr-fernsehen, heimspiel!, 26.11.2018, 23.15 Uhr