Jubel von Eintracht Frankfurt gegen Köln

Der Nächste, bitte: Eintracht Frankfurt pflügt durch die Bundesliga und will sich am Freitag auch von Werder Bremen nicht stoppen lassen. Personell legt der frisch gebackene Weltpokalsieger-Besieger im Vergleich zum Bayern-Spiel sogar noch einen drauf.

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zum Video Die Eintracht-Pressekonferenz vor dem Spiel in Bremen

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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23. Spieltag der Fußball-Bundesliga, und los geht es mit einem Flutlicht-Spiel im Weserstadion: Eintracht Frankfurt gastiert am Freitagabend (20.30 Uhr) beim SV Werder Bremen.

Die Ausgangslage

Was soll man da noch sagen? Die Eintracht gewinnt: daheim, auswärts, gegen die Kleinen und jetzt sogar gegen die großen Bayern. Neun Siege aus den letzten zehn Spielen, elf Mal unbesiegt, dabei immer mindestens doppelt getroffen. Das einzige, was diese Frankfurter derzeit stoppen könnte, sind wohl sie selbst. Anhaltspunkte, weshalb bei dieser gefestigten und spielstarken Mannschaft plötzlich der Schlendrian einkehren sollte, sind allerdings nicht erkennbar. Warum auch? Schließlich geht es im allmählich anbrechenden Saisonendspurt darum, Historisches erreichen zu können - jeder Sieg bringt die Hessen dem Traum von der Champions League näher.

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Audioseite Eintracht vor dem Spiel in Bremen: Euphorie statt Bremse

Jubelnde Eintracht-Spieler
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Mit einem Erfolg in Bremen könnte die Eintracht an diesem Spieltag sogar vorlegen und am Wochenende in aller Ruhe auf Patzer der Konkurrenz hoffen. Das derzeitige Fünf-Punkte-Polster auf Rang fünf darf nämlich gerne noch anwachsen, bevor im April die direkten Konkurrenten warten. Weitaus weniger nervenaufreibend geht es derweil bei Werder zu: Nach oben geht nichts, nach unten droht in der Tabelle vorerst auch kein großes Zittern. Entsprechend harmlos präsentierte sich die Mannschaft zuletzt beim 0:4 in Hoffenheim. Die Favoritenrolle am Freitag ist also klar verteilt.

Das Personal

Dass der Eintracht-Sieg gegen den FC Bayern mal eben ohne Torjäger André Silva, Mittelfeldmotor Djibril Sow und dem ebenfalls mittlerweile gesetzten Rechtsaußen Erik Durm gelang, spricht Bände für die aktuelle Form der Hessen. Schlechte Nachricht für Bremen: Alle drei kehren gegen Werder zurück in die Startelf. Weder Almamy Touré (für Durm) noch Luka Jovic (für Silva) konnten den Platzhirschen ihren Status streitig machen.

Sow-Vertreter Sebastian Rode dürfte an der Weser dagegen eine erneute Bewährungschance erhalten: Durch die Gelb-Sperre von Evan Ndicka rückt wohl Makoto Hasebe nach hinten in die Dreier-Abwehrreihe und macht Platz für Rode im Mittelfeld. Bei Werder fehlt wahrscheinlich weiterhin der angeschlagene Ludwig Augustinsson. Im Sturm ist Niclas Füllkrug nach überstandener Verletzung wieder eine Option für die Startelf.

So könnte die Eintracht in Bremen spielen

So könnte Werder Bremen spielen: Pavlenka - Veljkovic, Toprak, Friedl - Gebre Selassie, Agu - Möhwald - M. Eggestein - Bittencourt - Rashica - Füllkrug

Das sagen die Trainer

Adi Hütter: "Wenn wir so spielen wie aktuell und wieder alles einbringen, bin ich überzeugt, dass wir auch in Bremen gewinnen werden. Wenn wir nur zehn Prozent nachlassen, ist auch jedes andere Ergebnis möglich. Ich werde keine Euphorie bremsen. Dass die Stimmung gut ist, kann man sich vorstellen, das haben sich meine Spieler auch verdient. "

Florian Kohfeldt: "Frankfurt hat eine sehr offene Spielweise, sehr aggressiv, immer mit Blick nach vorne. Ich mag es, gegen die Eintracht zu spielen, es ist ein toller Verein. Es wird ein intensives Spiel. Sie haben sich gefunden, das ist ein sehr stimmiges Gebilde. 28 von 30 Punkten, mehr muss man nicht sagen, mehr Topmannschaft geht im Moment nicht."

Auf diese Spieler gilt es achten

Der aktuelle Erfolg der Eintracht ruht auf mehreren Schultern: Ob die souveräne Defensive um Martin Hinteregger, der nimmermüde Stratege Makoto Hasebe oder natürlich die brillierende Offensive mit Amin Younes, Daichi Kamada und André Silva. Und doch tut sich zuletzt einer hervor, auf dem noch im vergangenen Jahr das Wohl und Wehe des gesamten Eintracht-Spiels basierte: Filip Kostic. Der Serbe auf dem linken Flügel ist nach Formtief und Verletzung wieder ganz der Alte; mit sagenhaften zwölf Scorerpunkten (zwei Tore, zehn Assists) in den letzten sieben Partien ist Kostic nun gemeinsam mit Kamada der beste Vorbereiter der Liga (beide elf Vorlagen).

Kostics Pendant auf Werder-Seite ist Milot Rashica, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Der mit ganz ähnlichen Fähigkeiten ausgestattete Linksaußen hat sein ein Jahr währendes Dauertief noch immer nicht überwunden. Rashicas geschätzter Marktwert sank in dieser Zeit von 35 auf 12 Millionen Euro. In Bremen hofft man noch immer inständig auf den Kostic-Effekt.

Die Statistik des Spiels

Vor knapp fünf Jahren standen sich beide Teams am 34. Spieltag der Saison 2015/2016 in einem Abstiegsfinale gegenüber. Werder gewann 1:0 und sicherte sich den Klassenerhalt, die Eintracht musste in die Relegation. Im Nachhinein war diese Niederlage der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Ein gewisser Niko Kovac führte die Hessen im Nachsitzen doch noch zum Ligaverbleib, es folgten der DFB-Pokalsieg und der Europacup. 38 Punkte haben die Hessen seither in der Bundesliga mehr geholt als die damals triumphierenden Werderaner. Mit einem Sieg am Freitag kann die Schere der einstigen Abstiegsrivalen noch ein weiteres Stück auseinandergehen.