Timothy Chandler lässt sich auch von den Abgängen prominenter Mitspieler nicht unterbekommen.
Timothy Chandler lässt sich auch von den Abgängen prominenter Mitspieler nicht unterbekommen. Bild © hr

Timothy Chandler hat in den vier Jahren seit seiner Rückkehr zur Frankfurter Eintracht einige Kaderumbrüche miterlebt. Der 28-Jährige lässt sich daher auch in diesem Sommer seine Zuversicht nicht rauben und baut auf den neuen Trainer Adi Hütter.

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Acht Stunden Zeitunterschied, eine strapaziöse Anreise, die Temperaturen überschreiten bereits am frühen Vormittag die 33-Grad-Marke und der Jetlag macht sich bei dem einen oder anderen Spieler noch bemerkbar. Auf den ersten Blick ist der Auftakt der USA-Reise von Eintracht Frankfurt kein Zuckerschlecken. Der neue Trainer Adi Hütter will sich von den Randerscheinungen des Trips nach Salt Lake City aber nicht beeinflussen lassen. Im Gegenteil: "Das ist eine tolle Anlage. Wir werden die Zeit nutzen, um im fußballerischen Bereich arbeiten zu können."

Hütter noch in der Beobachterrolle

Hütter fiel in seinen ersten Tagen in Frankfurt als Beobachter auf. Der Österreicher blickte seinen Assistenten Christian Peintinger und Armin Reutershahn über die Schulter und hielt sich bislang zurück. "Ich bin noch sehr ruhig und möchte mir ein Bild machen", erklärte er. Allerdings kündigte der 48-Jährige einen zeitnahen Rollentausch an: "Ich werde eingreifen und will der Mannschaft meine Idee so verklickern, dass sie es versteht."

Bei Timothy Chandler überwiegt nach den ersten Eindrücken bislang das Positive. Hütter ist für den US-Amerikaner bereits der insgesamt vierte Trainer seit seiner Rückkehr 2014. Das Eigengewächs der Frankfurter lobte im Gespräch mit dem hr-sport: "Er ist menschlich sehr gut und redet mit jedem von uns." Hütter wolle alle Spieler im Training mitnehmen und näher kennelernen: "Hier ist die Zeit dazu, um als Mannschaft enger zusammenzurücken."

Timmy #Chandler nimmt die Hitze im USA #Trainingslager mit Humor: „Besser warm als kalt, oder? In Deutschland beschweren sich immer so viele Leute ‚es ist so kalt.‘ Und wenn die Sonne scheint, sagen sie es ist zu warm. Deswegen trainieren wir lieber im Warmen!“ #SGEagles

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Chandler will Neuzugänge schnell integrieren

Die Hessen werden auch in diesem Jahr wieder einen besonderen Teamspirit entwickeln müssen. Nach dem glorreichen Sieg im DFB-Pokal-Finale gegen den FC Bayern München gilt es, die Dreifachbelastung in der kommenden Saison zu stemmen. Bundesliga, nationaler Pokal, Europa League: Auf die Eintracht wartet ein straffes Programm. Mit Lukas Hradecky, Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf haben den Club vier Leistungsträger bereits verlassen, von den Neuzugängen bringt bislang nur Nicolai Müller Bundesligaerfahrung mit.

"Natürlich vermisst man die Spieler, aber es muss weitergehen. Wir müssen die neuen Spieler integrieren und versuchen, etwas Neues aufzubauen", forderte Chandler. Er könne auch "weinen und sich daheim einsperren – aber dafür lieben wir den Fußball zu sehr." Es gehe jetzt hauptsächlich darum, die neuen Akteure zügig einzubauen und deren Qualität zu nutzen.

Anderer Fußball unter Hütter

Der Fußball wird sich unter Hütter verändern, "er hat eine andere Spielidee. Wir spielen im Training viel Fußball und legen Wert auf guten Fußball." Einen Vergleich zu Vorgänger Niko Kovac wolle Chandler aber nicht ziehen: "Niko war etwas aufbrausender in seiner Art. Aber jeder Trainer hat seine eigene Philosophie. Niemand macht es perfekt, jeder bringt seine Ideen mit ein."