Adi Hütter

Seit Trainer Adi Hütter seinen überraschenden Abschied von Eintracht Frankfurt bekanntgab, läuft es nicht mehr bei den Hessen. Aber wer wird denn da gleich einen Zusammenhang herstellen wollen?

Zwei Niederlagen aus drei Spielen, seit Eintracht-Coach Adi Hütter seinen, sagen wir: überraschenden Abschied von den Hessen verkündete – die Formkurve der Eintracht zeigt nach unten. Aber was sind die Gründe für den besorgniserregenden Trend der Hessen, die auf den letzten Metern die Champions League zu verspielen drohen? Die Mentalität? Die Gegner? Die Belastung? Das schlechte Wetter? Der Rasen? Dass der Hund die Hausaufgaben gefressen hat? Irgendetwas ganz anderes?

Eine Intensivrecherche von Reichs Resterampe fördert nun Erstaunliches zu Tage. So deutet vieles auf eine offensichtliche, einfache Erklärung für die zuletzt schwachen Leistungen hin, die für alle klar erkennbar ist und aber noch nicht offen ausgesprochen wird. Ein Elefant im Raum.

Nichts hat mit nichts zu tun

Bei der Eintracht will man davon verständlicherweise nichts wissen. Schon nach dem Spiel gegen Augsburg war der Tenor klar: Es gebe keinen Elefanten im Raum, auch wenn das manche Medien herbeischreiben wollten. Und sowieso. Elefanten finde man ja eher in der Savanne oder mal im Zoo, ganz vielleicht sogar noch im sprichwörtlichen Porzellanladen.

Aber nur weil in Sachen Ergebniskrise bei Eintracht Frankfurt ein riesengroßer Elefant im Raum steht, müsse das nicht bedeuten, dass er für die jüngsten Darbietungen auch ursächlich sei. Vielmehr sei es so, dass entgegen der landläufigen Meinung sowas eben nicht von sowas kommt, sondern sogar, dass nichts mit nichts zu tun hat. Schon gar nicht mit dem Elefanten im Raum.

Führende Elefant-Raum-Experten sehen das anders

Beobachter, die mit der Elefant-im-Raum-Thematik vertraut sind, sehen das anders. Führende Elefant-im-Raum-Experten verweisen auf Studien, die darauf hindeuten, dass die naheliegendste Erklärung meist die zutreffendste sei. Wenn etwa, wie im aktuellen Fall, nun eben ein riesengroßer Elefant im Raum stehe, der auch noch ein Borussia-Mönchengladbach-Käppi trage und ein Schild um den Hals mit der Aufschrift "Seit dem Abschied des Trainers steht die Manschaft neben sich", dann stehe da eben ein Elefant im Raum, und zwar kein kleiner. Diesen müsse man bei der Erklärung für eine mögliche Krise absolut miteinbeziehen, ja sogar prioritär behandeln.

Das zeigt auch die Erfahrung. So haben gerade in der jüngeren Vergangenheit ganz ähnliche Elefanten in ganz ähnlichen Räumen eine ähnlich verheerende Wirkung auf die jeweilige Mannschaft gehabt. Als etwa Marco Rose bei Borussia Mönchengladbach überraschend seinen Abschied ankündigte, verlor die Mannschaft sieben Spiele in Folge. Und auch wenn die dortigen Verantwortlichen nicht müde wurden zu betonen, das läge nicht am Elefanten im Raum, konnte man als Beobachter durchaus zur Schlussfolgerung kommen, dass es am Elefanten im Raum lag.

Aufkeimende Elefant-Raum-Diskussion

Auch bei der Eintracht selbst gab es in der Vergangenheit immer wieder Elefanten in den Räumen. Als Ex-Trainer Nico Kovac seinen ähnlich unangenehmen Abschied von Eintracht Frankfurt bekanntgab, verdaddelte sein Team auf den letzten Metern den Europacup – für Kenner der Szene ein Bilderbuchelefant in einem Bilderbuchraum. Dass Kovac den Pokal holte, beendete damals allerdings auch sämtliche aufkeimende Elefant-Raum-Diskussionen.

Und Hütter? Noch hat die Mannschaft den Einzug in die Königsklasse in der eigenen Hand, schon ein Sieg gegen die wiedererstarkten Mainzer könnte für weniger Elefant und mehr Raum sorgen. Aber mit einer Lame Duck als Trainer? Hütters neues Team hat übrigens noch Chancen auf die Conference League, was für Hütter einer ordentlichen Ochsentour gleichkäme. Aber das ist ja ein ganz anderes Thema.