Daichi Kamada

Eintracht Frankfurt spielt gegen Wolfsburg zahllose Konter unsauber zu Ende. Reichs Resterampe plädiert für ein bisschen mehr Hygiene im Spiel.

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sge Wolfsburg
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Vor einer ganzen Weile las ich mal einen Text über einen Busfahrer, der unbedingt ins Guinness Buch der Rekorde wollte. Um das zu schaffen, kann man ja diverse Dinge tun, ein paar 7-Tonner jonglieren etwa oder 25.000 Hubba Bubba auf einmal essen oder so, auch wenn das jetzt nur zwei spontane Vorschläge meinerseits waren. Der Busfahrer jedenfalls wollte den Guinnes-Rekord für jenen Menschen, der am längsten seine Unterhose nicht wechselt. Mit dem Ergebnis, dass ihn seine Fahrgäste nach ein paar Monaten aus dem Bus zerrten, verprügelten und die Unterhose feierlich verbrannten.

Ich nehme den Guinness-Buch-Eintrag für den welt-ekligsten Texteinstieg an dieser Stelle gerne entgegen, möchte mich außerdem auch dafür entschuldigen. Ich komme auch nur darauf, weil ich am Sonntag derart unsauber ausgespielte Konter der Frankfurter Eintracht gegen Wolfsburg sah, dass die Busfahrerunterhose dagegen wahrscheinlich für einen Lenor-Werbespot getaugt hätte.

Zur Beruhigung ein Schnapsglas Vollwaschmittel

Etwa Mitte der ersten Halbzeit, als Rafa Borré eine Kontersituation verbaselte, weil er einen unsauberen Pass ins Nirgendwo spielte. Oder Daichi Kamada wenig später, der einen wunderbaren Ball unsauber annahm und die Chance aufs erlösende 2:0 vergab. Oder, oder, oder. Zeitweise war ich kurz davor, mit einem feuchten Tuch über den Fernseher zu wischen oder zur Beruhigung ein Schnapsglas Vollwaschmittel zu trinken. Und hätte nicht Oliver Glasner spätestens zur 70. Minute mal wechseln müssen? Meister Propper vielleicht oder den Spee-Fuchs?

Paradoxerweise hätte die Eintracht trotz der unsauberen Konter einen dreckigen Sieg einfahren können, hätte nicht Wout Weghorst zum 1:1, na klar, abgestaubt. So aber konnte am Ende niemand wirklich glänzen, niemandes Bilanz wurde aufpoliert, niemandes Kopf gewaschen, keine Spielanlage gepflegt, niemand kam vom Fleck. Der Fußball, er ist und bleibt eben ein schmutziges Geschäft.

Einfach mal wieder einen Gegner putzen

Fünf Bundesligaspiele ohne Sieg sind es nun, ich würde mir schlicht mal wieder wünschen, dass die Eintracht einen Gegner einfach wegputzt. Bis dahin vertreibe ich mir die Zeit mit obskuren Guinness-Weltrekorden. Der vorherige Absatz ist jetzt übrigens Anwärter auf den Guinness-Rekord für die meisten an den Haaren herbeigezogenen Sauberkeits-Floskeln in einem Fußballtext. Ich rechne mir gute Chancen aus, aber das tat die Eintracht am Sonntag zu Beginn eines jeden Konters ja wahrscheinlich auch. Oder der Busfahrer. Aber gut, ganz sauber war der sowieso nicht.