Stefan Ilsanker muss sich gegen Thorgan Hazard behaupten.

Manche Dinge sind einfach sicher. Etwa, dass Eintracht Frankfurt in Dortmund verliert. Reichs Resterampe erklärt, was das mit Chips zu tun hat.

Vor zehn Jahren gab es eine wunderschön schiefgegangene Werbe-Kampagne des englischen Chips-Herstellers Walkers. Kaufte man eine Packung Chips für 40 Pence, durfte man an der "Regen-Challenge" teilnehmen. Auf einer interaktiven Englandkarte konnte man wetten, wann und wo es regnen würde. Traf das zu, gewann man zehn Pfund. Glückwunsch an dieser Stelle.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht kassiert Klatsche in Dortmund

Dortmunds Lukasz Piszczek bejubelt das 1:0 gegen die Eintracht.
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Warum genau niemand im Walkers-Marketing darüber nachdachte, dass es eventuell eine schlechte Idee ist, in England auf Niederschlag zu wetten, ist bis heute ungeklärt. Der Konzern verlor auf jeden Fall eine Menge Geld, weil es natürlich ständig und überall regnete. In England auf Regen zu wetten ist, als würde man auf Sonne in der Sahara setzen. Oder auf eine Auswärtsniederlage Eintracht Frankfurts bei Borussia Dortmund.

Manche Dinge sind einfach sichere Wetten

Manche Dinge sind nämlich einfach sichere Wetten. Weniger Wetten als eigentlich schon Gewissheiten. Und so saß ich am Freitag vor dem Fernseher und sah eine Eintracht-Niederlage in Dortmund, von der ich schon vorher wusste, dass sie passieren würde. Okaye erste Hälfte, schlechte zweite, keine Aggressivität, dann Sancho, Haaland und wie sie alle heißen, am Ende 0:4. Seit 2010 hat die Eintracht nicht mehr in Dortmund gewonnen, damals war ich sogar im Stadion, Sebastian Jung und Alex Meier drehten die Partie. Abends spielte ich Lotto.

Natürlich gewann ich nicht. Ja, am Freitag hatte ich nicht einmal eine Tüte Chips parat. Wobei die Auswärtsniederlage in Dortmund in dieser Saison noch weniger überraschend kam als sonst. Von elf Auswärtsspielen hat die Eintracht in dieser Spielzeit nämlich derer acht verloren, sogar in Freiburg, Mainz oder Paderborn. Seit der Saison 2000/01 war die Auswärtsbilanz der Hessen nicht mehr so mies. Damals hieß der Trainer Felix Magath, später sogar Rolf Dohmen (!). Im Kino lief American Pie, Anton aus Tirol stand an der Spitze der Charts. Und Chips gab es lediglich in den Geschmacksrichtungen "Paprika" oder dem leicht enigmatischen "Ungarisch".

Ein bisschen mehr Verve fernab der Heimat bitte

Rolf Dohmen. Noch so ein Enigma. Sein Trainereinstand damals gelang mit einem 2:0-Auswärtssieg in Rostock, bevor es verlässlich wieder abwärts ging. Wäre es mit ihm in Dortmund besser gelaufen? Oder zumindest in Paderborn, Mainz oder Freiburg? Wohl kaum. Kaum auszudenken auch, wo die Hessen stünden, wären sie nicht so auswärtsschwach. In der Heimtabelle ist die Eintracht fünfter, in der Auswärtstabelle auf einem Abstiegsplatz. Ich finde ja auch, dass es Zuhause am schönsten ist. Eine gemütliche Couch, ein Spiel im TV, eine Tüte Chips. Aber bei allen offensichtlichen Gemeinsamkeiten: Ein bisschen mehr Verve fernab der Heimat würde ich mir von der Eintracht schon wünschen.

Ich würde auch eine Tüte Chips springen lassen, etwa nach einem Sieg demnächst in Bremen. Walkers verlor mit der Regen-Challenge übrigens knapp 1,3 Millionen Pfund. Das entspricht in etwa dem Marktwert eines David Abraham. Werbung für die Challenge machte damals die englische Fußball-Legende Gary Lineker. Der wiederum sah während seiner 16 Jahre dauernden Profikarriere weder eine Gelbe noch eine Rote Karte. Und mal im Ernst: So kann man in Dortmund ja auch nicht bestehen.