Amin Younes und André Silva von Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt droht eine Saison im Niemandsland der Tabelle. Aber so schlimm ist es da gar nicht. Reichs Resterampe versucht sich als Reiseführer und weiß, auf was Sie auf Ihrer Reise achten müssen.

Vielen Dank für den Erwerb des Reiseführers Niemandsland. Sie haben ihn durch ein 2:2 gegen den VfB Stuttgart erworben. Viel Spaß beim Lesen.

Informationen

Lage: Platz 9 bis 14
Klima: Trist
Wappentier: Graue Maus
Nationalhymne: Das Zonk-Geräusch
Nationalgericht: Nicht Fisch, nicht Fleisch

Anreise

Sie erreichen das Niemandsland der Tabelle am besten über eine längere Durststrecke. Verpassen Sie sämtliche Chancen und nehmen Sie in Köln die unnötige Abfahrt 1:1, lassen Sie sich anschließend in München 0:5 nach Hause schicken. Über die Mühen der Ebene gegen Bremen und Stuttgart erreichen Sie schließlich das Niemandsland. Achtung: Im gesamten Landesgebiet gilt ein Tempolimit von 1 PpS (Punkt pro Spiel).

Sehenswürdigkeiten, Kultur & Kunst

Die kulturelle Vielfalt des Tabellen-Niemandslands ist beeindruckend. Verpassen Sie keinesfalls ein auch in dieser Höhe verdientes 0:0 gegen einen ebenfalls lustlosen Tabellennachbarn á la Hoffenheim oder Hertha, im Idealfall bei 8 Grad und Nieselregen. Auch ein Besuch der zementierten Plätze des lokalen Künstlers Heribert Bruchhagen lohnt sehr.

Die örtlichen Theater bieten regelmäßig blutleere Vorstellungen an, es gibt auch viele Mussmannichtseen und Egalerien. Im offensiven Mittelfeld finden regelmäßig Konzerte des jeweiligen Stehgeigers statt, in der Defensive sind die Slapstickeinlagen des örtlichen Laientheaters beliebt. Auch die regelmäßigen Pfeifkonzerte lohnen sich.

Das Niemandsland ist ein traditionell von ehrlichem Handwerk geprägtes Land. Daher lohnt sich ein Besuch des Heimatmuseums, wo man historisch bedeutsame Artefakte bestaunen kann, deren Bedeutung weit in die Gegenwart hineinreichen. Etwa die nicht funktionierende Flügelzange, eine löchrige Abwehrkette oder auch die stumpfe Brechstange.

Natur, Flora & Fauna

Das Niemandsland hat viele schöne Ecken, auch wenn die meisten davon komplett ungefährlich sind. Sie befinden sich südlich des TV-Gelder-Flusses, das Klima ist also ein wenig rauer. Wenn Sie ein Spiel verfolgen, können Sie in der Defensive mit ziemlicher Sicherheit den ansässigen Tölpel erspähen, Sie erkennen ihn am unnötigen Fehlpass im eigenen Drittel. Schwalben fliegen seit Einführung des VARs kaum noch, auch die Büffel sind weitergezogen. Dafür lassen sich graue Mäuse in freier Wildbahn entdecken.

Genießen Sie auch einen Ausflug aufs tabellarische Zwischenhoch: Von dort können Sie den Blick nach unten richten, wenn sich der Tabellen-14. gegen Saisonende doch noch einmal heranrobbt. Aber Achtung: Gehen Sie zu weit nach Süden, könnten Sie in den Abstiegssumpf geraten.

Essen & Trinken

Die Niemandsländer finden gern bei hartem Brot zusammen, um ihre traditionellen Klagelieder anzustimmen, meist kurz nachdem die Startelf fürs nächste Spiel bekannt gegeben wurde. Lecker ist auch der Quark, den die Mannschaft zusammenspielt, allerdings wird aus dem Mittelfeld oft nicht serviert. Wichtig für Reisende: Die internationalen Fleischtöpfe mögen auf der Karte stehen, in Reichweite sind sie aber meist nicht. Dennoch: Guten Appetit.