Eintracht Paciencia Barkok

Eintracht Frankfurt verliert gegen Hoffenheim. Egal, findet Reichs Resterampe. Denn das neue Saisonziel heißt: So viel Schadenfreude wie möglich.

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Seien wir ehrlich: Eine absolute Sensationssaison wird es für Eintracht Frankfurt wohl nicht mehr werden. Die Weichen stehen auf Mittelfeld, es wird viel fußballerisches Graubrot geben, ein paar Highlightspiele zwischendurch und immer mal wieder welche wie am Samstag, fünf Grad, Dauerregen, Geisterspiel, ein Gegner so attraktiv wie eingeschlafene Füße, 2:3, Zack, Tabellenplatz elf am Ende, here we come.

Das kann einen natürlich fuchsen, klar. Aber letztlich geht es im Fußball ja auch immer um die richtige Zielsetzung, und die lässt sich ja korrigieren. Und so freue ich mich, dass Grünen-Politiker und Eintracht-Edelfan Omid Nouripour am heutigen Montag bei Twitter offiziell das neue Saisonziel von Eintracht Frankfurt ausgegeben hat: Besser als Gladbach und damit besser als Adi Hütter zu sein. Also jener Fußballlehrer Hütter, der Eintracht Frankfurt im Sommer per doppeltem Rückwärtssalto samt eingedrehtem Wendehals gen Gladbach verließ, als er sagte: "Ich bleibe", und dann ging.

Ein Hihi mit exakt 7,5 Millionen "Hi"s

Die gute Nachricht: Um die neuen Saisonziele der Eintracht steht es nicht schlecht. Gladbach hat am Wochenende 0:6 gegen den SC Freiburg verloren, schon nach 37 Minuten stand es 0:6, das war historisch. Und das alles eine Woche nach einer krachenden Derbyniederlage gegen den 1. FC Köln. Läuft. Oder wie man in Frankfurt sagen würde: Hihihihihihihihi.

Ein Hihi mit exakt 7,5 Millionen "Hi"s, um genau zu sein. Nun möge der eine oder andere einwenden, Schadenfreude sei schäbig, und jaja, ist sie ja auch. Aber liebe Leute, warum gehen wir denn zum Fußball? Klar, wegen des Sports, der Verbundenheit, der Freunde, der Liebe und dem ganzen anderen Blabla. Aber natürlich ja auch wegen des ganzen Gefrotzels, des Spotts, der blöden Gags. Wessen Herz noch nie einen wonnigen Hüpfer machte, wenn sein Klub überraschend die Bayern schlug und dann die versteinerten Gesichter von Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge eingeblendet wurden, der hat keines, meine Meinung.

Hertha 14., Gladbach 13., die Eintracht zwölfter

Na gut, das war natürlich maßlos übertrieben. Aber ich bleibe dabei: In einer Saison, in der sich die eigenen Spiele auch nicht unbedingt anfühlen wie ein Nachmittag im Heidepark, sind die Patzer der anderen gleich doppelt wohltuend. Zumal dann, wenn es auch noch der Ex ist, der plötzlich durch die Liga gewatscht wird. Nouripour zählte zu seinen Saisonzielen übrigens auch, vor Hertha BSC und damit vor Fredi Bobic zu landen. Hertha ist aktuell 14., Gladbach 13., die Eintracht zwölfter, und vielleicht meinte Hütter ja das, als er sagte, die Farben und das Stadion würden sich ändern, ansonsten nicht viel.

Es sieht aktuell also gut aus im Rennen um die Nouripoursche Schadenfreude-Meisterschaft in der Bundesligahahahahaha, aber das kann sich freilich schnell wieder ändern, etwa wenn die Eintracht kommende Woche nach Gladbach muss und wir alle ja ganz genau wissen, was da dann... ach, egal. Belassen wir es vorerst also dabei, auch aus Gründen des Stils. Ausgelacht zu werden ist schließlich schlimmer als ausgepeitscht zu werden, sagte einst der US-amerikanische Schriftsteller John Steinbeck. Auch wenn ich nicht sicher bin, ob Hütter das nach den 37 Anfangsminuten gegen Freiburg auch so sieht.