Filip Kostic

Streikende Spieler, geplatzte Transfers, ein schwieriger Markt - die Transferphase der Eintracht läuft chaotisch. Und vorbei ist sie ja auch noch nicht. Reichs Resterampe ahnt, was in den zwei verbleibenden Tagen bis Transferschluss noch passiert.

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30. August, 16.32 Uhr: Einen Tag vor Transferschluss flattert Eintracht Frankfurt ein sensationelles Angebot von Piräus für Daichi Kamada ins Haus. Der Japaner wird für 25 Millionen Euro verkauft, ein unbekannter Geschäftsstellenmitarbeiter verscharrt den Geldkoffer allerdings nach guter Frankfurter Sitte erstmal im Stadtwald. Die sogenannten "Kamada-Millionen" bleiben fortan verschwunden.

30. August, 17.32 Uhr: Filip Kostics Wechsel zu Lazio platzt, zur Eintracht kehrt der Serbe dennoch nicht zurück. "Ich habe mich ver.di angeschlossen und werde in Zukunft im Gewerkschaftsrat für das Arbeitskampfrecht kämpfen", so Kostic. "Streik ist das Recht eines jeden Arbeitnehmers, das haben viele Vollblutkapitalisten leider noch nicht verstanden. Und die Betriebsmannschaft ist auch ganz gut."

30. August, 20.07 Uhr: Heribert Bruchhagen kommt auf eine Stippvisite auf der Eintracht-Geschäftsstelle vorbei, will Markus Krösche und Ben Manga mit seiner Erfahrung helfen. "Gut gemeinter Tipp, ihr Jungspunde: Versucht es mal mit dem Kicker-Sonderheft."

31. August, 09.52 Uhr: Unmut im Kader, die Spieler werden bei Krösche vorstellig und präsentieren eine 32 Seiten umfassende Liste der mündlichen Zusagen, die Fredi Bobic den Spielern in seinen letzten Wochen als Eintracht-Vorstand gemacht haben soll. Die Forderungen gehen von "Nach guten Spielen zur Belohnung zu McDonald's" über "Sonntagabend spielfrei, da läuft Tatort" bis "Ich bin zwar nur Rechtsverteidiger Nummer vier, aber Bobic hat mir einen Transfer zu Real Madrid versprochen." Krösche beruhigt die Gemüter mit dem Versprechen, nach einem Sieg gegen Stuttgart bei McDonald's zu halten. Jubel.

31. August, 11:18 Uhr: Amin Younes meldet sich zu Wort. "Es ist eigentlich ganz einfach. Frankfurt ist mein Hafen, deswegen will ich unbedingt weg. Es geht mir dabei nicht ums Geld, weswegen mein Gehalt erhöht werden sollte. Und zwar sofort, sonst geh ich nicht zu Al-Shabab. Klar soweit?"

31. August, 13.13 Uhr: Mysteriös: In den Notaufnahmen in und um Frankfurt werden immer mehr Menschen vorstellig, die sich den Zeigefinger der linken Hand gestaucht haben. "Wir gehen zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus, dass es sich dabei um Fans von Eintracht Frankfurt handelt, die zu oft und zu doll die F5-Taste ihrer PC-Tastatur gedrückt haben, um die Eintracht-Homepage zu aktualisieren und zu sehen, ob schon ein neuer Spieler vorgestellt wurde", heißt es vom Ärzteverband.

31. August, 14.45 Uhr: Genervt von den vielen Sperenzchen verdonnert Glasner seine drei besten Spieler zu einem Waldlauf, anschließend melden sich die Profis für das nächste Spiel ab. Man sei mental nicht in der Lage, zu spielen. Die sofortige Suspendierung ist die Folge. "Ab jetzt gehen die Uhren hier anders", so Glasner mit hochrotem Kopf.

31. August, 16.37 Uhr: Training. Glasner zu U19-Co-Trainer Alex Meier: "Sag mal, Alex, hast du eigentlich noch einen Spielerpass?"

31. August, 17:02 Uhr: "Wir haben ein paar echte Kracher geholt", heißt es seitens der Eintracht. Es folgen ein paar Infos zum neuen Sponsoring-Deal mit einem Feuerwerkskörper-Fabrikanten. Die ersten Fans ziehen mit Mistgabeln und Fackeln gen Stadion.

31. August, 17:32 Uhr: Die Eintracht präsentiert einen Mittelstürmer und einen defensiven Mittelfeldspieler. Alle sind glücklich, Friede, Freude, Eierkuchen, ein paar Sonnenstrahlen durchbrechen den Frankfurter Himmel, ein Schmetterling setzt sich neckisch auf die Nase des neuen Stürmers, der - das weiß er noch nicht - 25 Saisontore machen wird, alle lachen, jemand singt "Kumbaya, my Lord", alle stimmen ein, ein kleiner Junge zupft seinem Papa am Hosenbein und sagt: "Das ist der schönste Tag meines Lebens."

31. August, 18:00 Uhr: Das Transferfenster schließt, im ganzen Land sacken Manager, Journalisten und Fans erschöpft in ihre Schreibtischstühle. "Ist der Quatsch endlich vorbei", stöhnen sie alle zeitgleich um 18 Uhr. Das kollektive erleichterte Seufzen ist noch im All zu hören.

1. September, 10 Uhr: Nachdem Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche in den letzten zwei Tagen des Transferfensters um 25 Jahre gealtert ist, wird er verdient in die Rente verabschiedet. "Die Zeit hier war wunderschön", mümmelt der rüstige Senior.