Fans von Eintracht Frankfurt zeigen ihre schwarz-weißen Schals bei der Europacup-Partie gegen den FC Salzburg.

Eintracht Frankfurt startet in die Saison, aber Fans dürfen nicht dabei sein. Eine emotional schwierige Situation. Auf die unser Autor aber dank Super Mario gut vorbereitet ist.

Ich hasse Unterwasserlevel. Das war schon bei Mario Bros. so, ging bei Super Mario Land weiter und änderte sich auch mit Super Mario World oder anderen Super-Mario-Videospielen nicht, mit denen es als Mittdreißiger völlig okay und ganz und gar nicht bedenklich ist, seine Lebenszeit zu verbringen, bitte lasst mich. Die Bewegungen sind eingeschränkt, man ist langsam, und wähnt man sich kurz vor der finalen Röhre zum Ziel, bleibt man mit seinem kleinen digitalen Klempnerfüßchen dann doch jedes Mal an irgendeiner blöden Pixelqualle hängen. Kurzum: Unterwasserlevel nerven.

Nun ist es aber dennoch so, dass mir Super Mario viel Grundsätzliches fürs Leben mitgegeben hat. Dass Schnauzbart und Latzhose eine tolle Kombi sind etwa, oder dass es sich durchaus lohnen kann, volle Möhre mit dem Schädeldach unter einen Backsteinblock zu springen, schließlich könnte sich darin eine Goldmünze befinden. Oder aber, und das ist die Lehre der Unterwasserlevel: dass im Leben manchmal Zeiten, Dinge, Aufgaben kommen, die eben nicht so viel Spaß machen, durch die man dann aber einfach durch muss, weil es anschließend normal weitergeht.

Als hätte einem das Leben Hausarrest gegeben

Zum Beispiel der Auftakt in eine Fußballsaison, die ohne Fans im Stadion beginnt. Schon am Samstag wird es für Eintracht Frankfurt so weit sein, im Pokal bei 1860 München. An der Grünwalder Straße auch noch, dieser 16-bit-Version eines Fußballstadions, mit einem Bowser-artig feisten Sascha Mölders als Endgegner.

Wird das Spaß machen? Schließlich sitzt man selbst zuhause auf der Couch, als hätte einem das Leben Hausarrest gegeben, und starrt mit schwindender Hoffnung in den Fernseher wie früher in den Gameboy, auf der Rückbank des elterlichen Autos auf einer langen Fahrt bei Nacht, stets gefangen zwischen zwei Lichtkegeln der Straßenlaternen, die doch nie ausreichen. Ach, Fußball. Können wir nicht doch ins Stadion? Wenigstens das Licht auf dem Rücksitz anmachen? Nein?

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Auch die Eintracht-Abwehr schwimmt manchmal gern

Nun kann es ja durchaus sein, dass sich die Eintracht mit Unterwasserleveln gar nicht so schwer tut. Filip Kostic rennt ja eh, als habe er kurz vor Spielbeginn noch einen Stern aus einem Fragezeichen geschädelt. Auch einem Martin Hinteregger traute man zu, mit dem Kopf voran in ein Abwasserrohr zu springen, diente es dem Erfolg der Mannschaft.

Und sowieso: Die Abwehr der Eintracht schwimmt ja immer mal ganz gern. Aber als Fan? Man kann ja nicht einmal das Spiel aus der Konsole nehmen und reinpusten, wenn es nicht läuft, so wie man es früher immer tat. Was bleibt einem da noch?

Ein Pilz für uns alle, der uns groß und stark macht

Geht man von den optimistischsten Schätzungen aus, dürfte im Frühjahr 2021, vielleicht gar schon Ende 2020, ein Impfstoff gegen Covid-19 verfügbar sein. Eine Art Pilz für uns alle, der uns groß und stark macht. Dann, irgendwann, ist dieses Unterwasserlevel durchschwommen und man kann wieder ins Stadion gehen, seinen Freunden um den Hals fallen, wenn ein Tor fällt. Ach, wahrscheinlich kann man sogar eine Prinzessin retten oder auf einem kleinen süßen Dinosaurier reiten, je nach dem, was in dem Impfstoff so drin ist. Und spätestens dann hat sich die Warterei gelohnt.