Rebic Silva

Tausche Kachaber Zchadadse gegen Tony Yeboah: Für Reichs Resterampe fühlt sich der Transfermarkt aktuell an wie die große Pause früher in der Schule.

Mit das Beste an der Bundesliga, als ich klein war, waren ja die Panini-Bildchen. Die letzten paar Taschengeld-Kröten kratzte man zusammen, nur um dann vom indifferenten Universum mit dem achten Kachaber-Zchadadse-Aufkleber gestraft zu werden. Eine wertvolle Lektion, nicht nur in Sachen georgischer Bundesligaspieler, sondern auch ganz generell, was Zufall und Wahrscheinlichkeit anging, oder Hoffnung und Enttäuschung, wozu der Fußball aber ja ohnehin gut geeignet war. Und das ganze für nur 80 Pfennig pro Päckchen.

Wie mit so vielem im Leben kam es auch beim Panini-Sammeln dann eben darauf an, aus den Gegebenheiten das Beste zu machen. Also: Den achten Kachaber Zchadadse gegen einen der seltenen Glitzer-Tony-Yeboahs zu tauschen etwa, was natürlich einiges an Verhandlungsgeschick bedurfte. Und oft genug auch nicht klappte.

Tausche Schubert gegen eine Milchschnitte

Nun gehe ich nicht davon aus, dass Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic früher auch Panini-Bildchen gesammelt hat; er war ja schließlich selbst eins. Aktuell hat man aber das Gefühl, dass es durch die Corona-Pandemie auf dem Transfermarkt ein wenig so zugeht wie früher auf dem Schulhof in der großen Pause. Ante Rebic hat Bobic schon gegen André Silva getauscht, Mijat Gacinovic gegen Steven Zuber. Nun könnte noch Frederik Rönnow folgen, der gegen Markus Schubert von Schalke getauscht wird. Bevor dann, och nee, der Gong ertönt und eine Doppelstunde Mathe ansteht.

So war es ja früher in der Schule auch schon. Tausche Rönnow gegen Schubert und lege noch einen Kachaber Zchadadse obendrauf. Und eine Milchschnitte aus der Brotbox, wenn auch schweren Herzens. Und die Mathe-Hausaufgaben darfst du morgen auch abschreiben, versprochen. Ach komm schon.

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Hat Schalke die Mathe-Hausaufgaben gemacht?

Inmitten dieser eigenartigen Zeit macht auch Bobic in diesem Sinne wahrscheinlich das Beste aus den Gegebenheiten. Und vielleicht legt er ja tatsächlich noch ein paar Milchschnitten obendrauf, sollte der Tausch vonstatten gehen. Die Schalker Spieler wirkten am Samstag jedenfalls, als könnten sie ein wenig Glukose im Gehirn durchaus gut gebrauchen.

Auch hätte es den Schalkern sicher gut getan, wenn da mal jemand in der Finanzbuchhaltung in den vergangenen Jahren seine Mathe-Hausaufgaben gemacht hätte. Man könnte ja, ganz im Panini-Sinne, Eintracht-Finanzvorstand Oliver Frankenbach mal einen fachmännischen Blick in die Schalker Bücher werfen lassen, im Tausch für, sagen wir, Amine Harit.

Hat Bobic am Deadline Day das Album vollständig?

Aber vielleicht ist es so einfach dann doch nicht. Nur ein mal übrigens, in den unschuldigen drei, vielleicht vier Saisons, in denen ich Panini-Sticker sammelte, hatte ich ein Album vollständig. Ein Spieler namens Frank Edmond vom VfB Leipzig hatte mir gefehlt, den ich über Wochen suchte und den ein Mitschüler zu meiner absoluten Verwunderung gleich achtfach aus seinem Stapel der doppelten Sticker zog. Was folgte, war ein Moment des Stolzes, der aber in ein tiefes Gefühl der Leere überging. Denn es gab ja nichts mehr zu tun, niemanden mehr zu tauschen. Ob es Bobic am Deadline Day auch so gehen wird? Wahrscheinlich nicht. Aber falls doch: Kachaber Zchadadse ist aktuell vereinslos.