Bas Dost (li.) und David Abraham können es nicht fassen, doch das Ergebnis stimmt.

Eintracht Frankfurt hat eine glänzende Ausgangsposition in der Europa League verspielt. Beim großen Konkurrenten aus Lüttich verloren die Hessen in buchstäblich letzter Sekunde. Ohne jede Not.

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Still Eintracht Lüttich
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Die Eintracht hat ihr Schicksal in der Europa League nicht mehr in der eigenen Hand. Nach einem 1:2 bei Standard Lüttich sind die Frankfurter vor den letzten beiden Spielen in Gruppe F auf den dritten Rang abgerutscht. Maxime Lestienne ließ die Belgier am Donnerstag in der 94. und letzten Minute jubeln. Unmittelbar zuvor hatte Filip Kostic die Großchance auf die Frankfurter Führung vergeben.

Lüttich war in der 56. Minute durch Zinho Vanheusden in Führung gegangen, Kostic glich zwischenzeitlich per Freistoß aus (65.). Mit sechs Punkten aus vier Spielen steht die Eintracht nun unter Zugzwang. Arsenal führt die Tabelle mit 10 Zählern an, Lüttich (6) und Frankfurt (6) stehen punktgleich vor Guimaraes (1). Die Entscheidung übers Weiterkommen zwischen den Belgiern und der Eintracht wird bei Punktgleichheit über das Torverhältnis fallen.

"Ich habe mich selten so über ein Spiel geärgert", sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter. "Wir hatten das Spiel im Griff, hätten die K.o.-Phase klar machen können und kassieren im Gegenzug das Tor."

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Hübner Rode
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Silva köpft das Stadion wach

Hütter hatte seine Startelf nach der Gala gegen München auf zwei Positionen verändert: Für Bast Dost und Evan N’Dicka begannen Silva und Abwehrchef Makoto Hasebe. Passend zur spärlichen Kulisse in Lüttich – die Gästefans durften wegen einer Sperre nicht mitreisen – präsentierte sich auch das Spiel auf überschaubarem Niveau. Vor allem in der ersten halben Stunde passierte: fast nichts. Die Eintracht musste kein Risiko gehen, Lüttich wollte zunächst mal stabil stehen.

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Erst ein Abschluss von Gojko Cimirot riss die 18.526 Zuschauer aus dem Halbschlaf (33.), als kurz danach ein Kopfball von Eintracht-Stürmer André Silva an den Pfosten klatschte, waren endgültig alle wach (35.). In der Folge übenahmen die bis dato sehr passiven Hausherren dann die Spielkontrolle von den Gästen aus Hessen. Und das hätte sich für die Eintracht beinahe gerächt: Weil Hasebe und Abraham nicht auf der Höhe waren, tauchte Duje Cop allein vor Frederik Rönnow auf, verzog aber vor dem Frankfurter Keeper (45.).

Edmond sorgt für Spannung

Auch nach dem Seitenwechsel überließ die Hütter-Elf den Belgiern vorerst den Fußball. Jetzt auch mit Konsequenzen: Nach einem Eckstoß verlängerte Renaud Edmond den Ball per Hinterkopf an den langen Pfosten, wo Vanheusden richtig stand und nur noch zum 1:0 für Lüttich einnicken musste (56.).

Unter diesem Druck bekam nun auch die Eintracht wieder Lust auf Offensive, insbesondere Antreiber Kostic, der den Ausgleich höchstpersönlich besorgte. Sein Freistoßtreffer aus knapp 18 Metern wurde allerdings begünstigt von Standard-Schlussmann Arnaut Bodart, der die Torwartecke komplett räumte und dem Serben damit freie Bahn gab (65.).

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Hübner Rode
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Lüttich im Schiri-Glück

Wenig später stand Schiedsrichter Matej Jug im Mittelpunkt, denn der Slowene hielt es zum Ärgernis der Hessen nicht für nötig, Konstantinos Laifis für eine Notbremse an Sebastian Rode Rot zu zeigen (64.). Laifis hatte hatte zuvor schon Gelb Karte gesehen, doch auch die "Ampelkarte" blieb stecken. Den folgenden Freistoß von der Strafraumkante schoss wieder Kostic, diesmal aber über die Mauer und auch übers Tor (74.). Das Spiel war nun deutlich ansehnlicher als noch im ersten Durchgang.

Beide Kontrahenten wollten in der Schlussphase die Entscheidung erzwingen. Hütter brachte Dost für den unauffälligen Goncalo Paciencia, doch der lange Mittelstürmer sollte vergeblich auf seine Torchance warten. Stattdessen hatte Kostic die Riesenchance zum vermeintlich K.o.-Schlag auf dem Fuß, schoss den Ball aber links am Tor vorbei. "Wenn er das Tor macht, sind wir zwei Runden vor dem Ende im Sechzehntelfinale", sagte Hütter. Es kam jedoch anders.

Im direkten Gegenzug und mit ablaufender Nachspielzeit blieb den Gastgebern noch eine Chance auf den Sieg. Und die nutzte Lestienne gegen eine unsortierte Frankfurter Hintermannschaft zum umjubelten 2:1 (90.+4).

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Standard Lüttich - Eintracht Frankfurt 2:1 (0:0)

Lüttich: Bodart - Fai, Vanheusden, Laifis, Gavory - Bastien, Carcela (81. Lestienne , Cimirot, Amallah (73. Mpoku) - Cop (81. Oulare), Emond

Frankfurt: Rönnow - Abraham, Hasebe,  Hinteregger - da Costa (89. Chandler),  Kostic - Fernandes, Rode - Sow - Silva (62. Kamada), Paciencia (73. Dost)

Tore: 1:0 Vanheusden (56.), 1:1 Kostic (65.), 2:1 Lestienne (90.+4)

Gelbe Karten: Laifis, Cimirot, Amallah / Sow

Zuschauer: 18.526         

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