Ioannis Amanatidis

Der ehemalige Eintracht-Kapitän Ioannis Amanatidis hat sich für mehr Schutz für verletzte Spieler ausgesprochen. Im hr-heimspiel! erzählte Amanatidis aus leidvoller Erfahrung.

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Lange Jahre war Ioannis Amanatidis Kapitän von Eintracht Frankfurt, schoss Tor um Tor, ging voran, feierte Erfolge. Das eine oder andere würde er heute aber anders machen als zu seiner aktiven Karriere. Im heimspiel! am Montag sprach Amanatidis nun über Verletzungen im Profisport und den laxen Umgang damit. Sein Fazit: "Es muss ein Umdenken stattfinden. Die Gesundheit des Spielers muss an erster Stelle stehen."

Amanatidis spricht dabei aus Erfahrung, er selbst blickt auf zahlreiche Verletzungen zurück, die er sich in seiner Karriere zugezogen hat. Insbesondere eine Verletzung ist ihm in denkwürdiger Erinnerung geblieben. "Das Verrückteste war das Spiel gegen Karlsruhe, das wahnsinnig wichtig war", sagt Amanatidis über die Partie des achten Spieltags der Saison 2008/09.

"Ich konnte kaum laufen"

Die Eintracht steckt damals tief in der Krise, steht noch ohne Saisonsieg da. Trainer Friedhelm Funkel steht auf der Kippe, es droht der Abstiegskampf - und ausgerechnet Amanatidis, der Kapitän und Goalgetter, droht mit Knieproblemen auszufallen. "Bei mir ging es nicht mit dem Knie. Ich konnte kaum laufen. Unser Trainer Friedhelm Funkel wollte mich aber unbedingt spielen lassen. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht möglich ist. Ich habe nur Kraft für 20 bis 30 Minuten."

Ein fauler Kompromiss, das wird schnell klar. Funkel bringt Amanatidis in der 61. Minute, in einer turbulenten Schlussphase schießt "Ama" das 2:1-Siegtor in der Nachspielzeit. Grund zur Freude hat er danach nicht. "Ich habe zwar den 2:1-Siegtreffer erzielt, musste dann aber ins Krankenhaus. Dieses Spiel hat es für mich nicht besser gemacht - im Gegenteil. Für mich war es das Dümmste, was ich machen konnte, mit so einem Knie zu spielen."

"Alleine das Treppenlaufen ist nicht angenehm"

In der Folge fällt Amanatidis mit einem Knorpelschaden ein halbes Jahr aus, 2010 zieht er sich einen erneuten Knorpelschaden zu. Noch heute spürt er die Folgen der Profikarriere, die 2011 schon mit 30 Jahren zu Ende ist. "Ich habe weiter mit meinem Knie zu kämpfen. Alleine das Treppenlaufen ist nicht angenehm."

2008, nach dem erlösenden Sieg, sagt der damalige Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen: "Eigentlich hätte Ioannis überhaupt nicht spielen dürfen. Doch er wollte unbedingt." Zum fehlenden Schutz durch Trainer und Verein kommt also womöglich auch noch der falsche Ehrgeiz eines Sportlers in einer Extremsituation, zumal als Kapitän. "Ich habe teilweise nicht den Schlussstrich gezogen. Für mich persönlich war es schädigend", so Amanatidis.

"Die Spieler sollten geschützt werden"

Auch deshalb wünscht er sich einen anderen Umgang mit verletzten Spielern: "Die Spieler sollten geschützt werden - auch vom Trainer und dem Verein. Das hat früher weniger stattgefunden. Ich hoffe, das ändert sich."

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