Eintracht-Libero Makoto Hasebe zeigte auch gegen den SC Freiburg wieder seine Klasse.
Eintracht-Libero Makoto Hasebe zeigte auch gegen den SC Freiburg wieder seine Klasse. Bild © Imago

Winter- und Verletzungspause? Davon hat sich Eintracht-Libero Makoto Hasebe nicht aus dem Rhythmus bringen lassen und auf Anhieb wieder überzeugt. Die Erfolgsgeheimnisse des Frankfurters sind so einfach wie effektiv.

Wenn das Thermometer vier Grad unter dem Gefrierpunkt anzeigt, dann könnten auf dem Trainingsplatz Fußballschuhe durchaus gegen Schlittschuhe eingetauscht werden. "Der Platz war schon ein bisschen rutschig, es war wie auf der Eisbahn“, gab Makoto Hasebe nach der ersten Trainingseinheit der Woche zu.

Die Suche nach Lösungen

Den vor wenigen Tagen 35 Jahre alt gewordenen und seit 2008 in der Bundesliga tätigen Japaner kann so etwas aber nicht mehr schocken. Dick eingepackt mit Mütze, Schal und Handschuhen geht er seiner Tätigkeit dann nach und trotzt jeglicher Kälte. Kein Wunder, strotzt der Libero nach überragender Hinserie und starkem Auftakt in die Rückrunde gegen den SC Freiburg nur so vor Selbstvertrauen: "Ich kann sagen, dass ich mich in der besten Form meiner Karriere befinde."

Gegen die Breisgauer zeigte der Allrounder, der 2012 beim VfL Wolfsburg sogar einmal für zehn Minuten ins Tor musste, als letzter Mann erneut seine ganze Klasse. Die Gegner attackieren Hasebe seit Ende vergangenen Jahres immer früher, doch der findet in Bedrängnis neue Lösungen: Das Wechselspiel mit Sebastian Rode, der sich immer wieder abkippen ließ, klappte schon sehr ordentlich. Zudem fanden die präzisen langen Bälle den Weg in die gefährliche Zone. "Wir können nicht immer schönen Fußball spielen", sagte der Routinier und forderte: "Wir müssen Dinge im Spiel selbst ändern."

Hasebe genießt Rolle als Libero

Hasebe ist in diesen Momenten der Taktgeber, der die Geschicke mit seiner Ballsicherheit, Erfahrung, Passgenauigkeit (86 Prozent der Bälle finden den Mitspieler) und Übersicht von hinten heraus lenkt. "Dort funktioniert alles. Es ist die beste Position für mich." Im Mittelfeld kämen seine Stärken wohl nicht mehr zum Tragen: "Da muss man mehr laufen und Zweikämpfe führen, aber als Libero kann ich mehr mit dem Auge spielen."

Es ist wohl einer der Gründe, weshalb sich Hasebe trotz 19 absolvierter Pflichtspiele und Partien im Drei-Tages-Rhythmus nicht erschöpft fühlt: "Ich habe mein Leben immer auf den Fußball abgestimmt. Meine Frau kocht gesund und ich gehe fast jeden Tag zur Behandlung." Ein Bad nehmen, die Muskeln lockern, essen und schlafen: Es ist das Erfolgsrezept dafür, dass Hasebe frisch wie selten zuvor wirkt. Wie wichtig der Stratege ist, wurde vor allem dann deutlich, als er sich gegen Lazio Rom in der Europa League leicht verletzte und die Hessen in den drei darauffolgenden Bundesligapartien sechs Gegentore kassierten.

Noch keine Gedanken an ein Karriereende

Sein Trainer Adi Hütter adelte den Defensivmann daher zuletzt im kicker: "Bei Makoto ist es wie beim Wein: je älter, desto besser. Er ist ein absoluter Schlüsselspieler in unserer Mannschaft." Der Gelobte ließ völlig offen, bis wann er noch auf dem Feld zu stehen gedenkt. Vor einigen Jahren ließ er mit einem Augenzwinkern durchblicken, mit 40 Jahren noch spielen zu wollen. Ausschließen wollte er das auch heute nicht: "Ob ich noch fünf Jahre spiele? Ich kann es noch nicht sagen."