N'Dicka und Kostic versuchen, einen Donezk-Spieler zu stoppen.
Die Eintracht trifft am Donnerstag zum Rückspiel auf Schachtar Donezk. Bild © Imago Images

Für das Europapokal-Rückspiel gegen Donezk hat Eintracht Frankfurts Trainer Adi Hütter eine Defensivtaktik ausgerufen. Was Sie sonst noch vor dem Anpfiff der Partie am Donnerstag wissen müssen, erfahren Sie hier.

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Eintracht Frankfurt will nach 24 Jahren erstmals wieder das Achtelfinale eines internationalen Wettbewerbes erreichen. Im Europa-League-Sechzehntelfinale empfängt der Pokalsieger am Donnerstag Schachtar Donezk zum Rückspiel. hessenschau.de überträgt die Partie ab 18.55 Uhr im Social Radio.

Die Ausgangslage

… ist beim Blick auf die nackten Zahlen gar nicht so schlecht. Im Gegenteil. Das 2:2 im Hinspiel in der Ukraine bedeutet einen Kontostand von zwei Auswärtstoren, die in einem internationalen Wettbewerb wie der Europa League Gold wert sein können. Der Eintracht reicht im Rückspiel ein Unentschieden mit wenig bis gar keinen Toren – sprich ein 0:0 oder ein 1:1 – um nach 90 Minuten ins Achtelfinale einzuziehen. Mehr will die Mannschaft von Trainer Adi Hütter auch gar nicht.

Allerdings: Die Bergmänner aus Donezk (Schachtar bedeutet übersetzt "Bergmann") haben im Hinspiel gezeigt, dass sie über spielerische Klasse und viele Jahre internationale Erfahrung verfügen. Anders ist es kaum zu erklären, dass Frankfurt trotz 80-minütiger Überzahl und zweimaliger Führung "nur" mit einem Unentschieden im Gepäck die Heimreise antreten musste. Zudem konnte sich Schachtar in der vergangenen Woche voll und ganz auf die Rückspiel-Vorbereitung konzentrieren. Während sich die Hessen zwischendurch beim 1:1 gegen Gladbach das nächste Topspiel-Remis erkämpften, befindet sich Donezk in der Liga nach wie vor in der Winterpause und kehrt dort erst am Montag in den Spielbetrieb zurück.  

Das Personal

23 Feldspieler plus drei Torhüter – beim Eintracht-Abschlusstraining vor den Toren der Frankfurter Arena herrschte am Mittwochnachmittag Hochbetrieb. Klingt nach einem Luxusproblem à la "Qual der Wahl" für Hütter, lenkt aber von den personellen Problemen im defensiven Mittelfeld ab. Gelson Fernandes nämlich war wegen seiner im Gladbach-Spiel zugezogenen Oberschenkelprobleme nicht dabei und dürfte damit auch das Spiel am Donnerstagabend ziemlich sicher verpassen. Sebastian Rode war genauso wie Verteidiger David Abraham zwar dabei, beiden machte in den vergangenen Wochen aber die Wade zu schaffen, ihre Einsätze sind daher fraglich.

Auch Donezk kann nicht in Bestbesetzung antreten. Mittelfeldspieler Maksym Malyshev ist genau wie Innenverteidiger Valeri Bondarenko laut Schachtar-Trainer Paulo Fonseca noch nicht fit genug für die Startelf. Dazu sind Taras Stepanenko und Sergej Kryvtsov gesperrt. Fonseca verriet auf der Pressekonferenz vor dem Spiel daher bereits, dass Mykola Matvienko von Beginn an auflaufen wird.

So könnte die Eintracht spielen

Eintracht-Aufstellung gegen Donezk.
Bild © hessenschau.de

So könnte Donezk spielen: Pjatow - Matviyenko, Butko, Chotscholawa, Ismaily - Bolbat, Alan Patrick - Marlos, Kowalenko, Taison - Junior Moraes

Das sagt der Frankfurter Trainer

Adi Hütter: "Ich hätte mir schon gewünscht, das Hinspiel in Überzahl zu gewinnen, was aber ebenso wenig eine Garantie für das Weiterkommen gewesen wäre. Für uns gilt es, diese Ausgangslage zu verteidigen. Schachtar muss auf Sieg spielen, was uns Möglichkeiten eröffnen wird. Nichtsdestotrotz müssen wir auch selbst aktiv bleiben und alles daran setzen, keine Chancen und kein Tor zuzulassen."

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Adi Hütter

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Paulo Fonseca: "Es wird ein harter Kampf mit einem starken Gegner, der, ohne Frage, einen kleinen Vorteil hat. Wir haben versucht, uns gut auf das Spiel vorzubereiten. Das Wichtigste für uns wird es sein, eine starke Leistung abzuliefern."

Auf diese Spieler gilt es zu achten

Wer füllt die Lücke, die aller Voraussicht nach im defensiven Mittelfeld der Eintracht entsteht? Hält Coach Hütter an seinem System fest und greift erneut auf Jetro Willems zurück? Immerhin hat der Niederländer in den vergangenen Monaten sowohl in der Liga als auch im Europapokal einige Partien im zentralen Mittelfeld absolviert. Dabei war dem 24-Jährigen aber auch anzusehen, dass er sich als etatmäßiger Linksverteidiger nicht in seiner Komfortzone aufhielt.

Mit Blick auf den Gäste-Kader haben sich die Frankfurter Fans und Verantwortlichen nach dem Hinspiel vermutlich zwei Namen besonders eingeprägt: Júnior Moraes und Taison. Eine Co-Produktion der beiden Brasilianer hatte dazu geführt, dass die Hessen keine zwanzig Minuten nach dem 2:1 den erneuten Ausgleich hinnehmen mussten. Zuspiel Moraes, Tor Taison – spielerisch exzellent, und das mit einem Mann weniger auf dem Platz. Keine Frage also, auf wen das Hütter-Team am Donnerstagabend besonders achten sollte.

Statistik des Spiels

Die Partie wird das insgesamt vierte Aufeinandertreffen beider Mannschaften sein. Vor dem Hinspiel vor einer Woche hatte es bereits in der Europapokal-Saison 1980/81 zwei Duelle gegeben. Das Hinspiel der damaligen ersten Runde ging mit 1:0 an Donezk, das Rückspiel in Frankfurt mit 3:0 an die Hessen. Eine torlose Auseinandersetzung, die der Eintracht im Jahr 2019 reichen würde, wäre also ein Novum.