Jovic bejubelt seinen Siegtreffer
Luka Jovic bejubelt seinen Siegtreffer Bild © Imago

Auf Schalke beginnt die Frankfurter Eintracht stark, verliert dann aber völlig den Faden, am Ende steht dennoch ein Sieg. Der Mann des Spiels ist ganz klar: der Schiedsrichter.

Eintracht Frankfurt hat auf Schalke einen glücklichen Sieg eingefahren. Der Führungstreffer der Hessen durch Ante Rebic (13.) wurde von Suat Serdar (20.) ausgeglichen. In einem über weite Strecken schwachen Bundesligaspiel sorgte eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung für Aufregung, als Sascha Stegemann der Eintracht einen klaren Elfmeter verweigerte (30.). Einen Elfmeter gab er dann aber doch noch: In der 99. Minute traf Luka Jovic zum Sieg.

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Starke Eintracht zu Beginn

Es gab schon einfachere Aufgaben für Eintracht-Cheftrainer Adi Hütter, der in Gelsenkirchen auf ein halbes Dutzend potentieller Stammspieler verzichten musste. Doch die Verletztenmisere merkte man den Hessen in der Anfangsphase nicht an: Direkt in der dritten Minute scheiterte Jovic mit der ersten Hundertprozentigen an Schalke-Keeper Alexander Nübel. Wenig später vergab Rebic, allerdings aus Abseitsposition.

In der 13. Minute machte es der Kroate allerdings besser: Nach einem sehenswerten Pass von Filip Kostic in die Tiefe umkurvte Rebic Nübel elegant und schob zur Führung ein. Nur eine Minute später hätte Eintracht-Verteidiger Martin Hinteregger beinahe auf 2:0 gestellt, als er mit einem Schuss von der Mittellinie um ein Haar den zu weit vor seinem Tor postierten Nübel überwunden hätte.

Eintracht verliert Selbstverständlichkeit

Ein 2:0 hätte der Eintracht gut getan, denn in der Folge schafften es die Schalker, die bis dahin spielerisch überzeugenden Gäste auf ihr Niveau herunterzuziehen. Die Zweikämpfe gingen vermehrt an die Knappen, ebenso die zweiten Bälle, der Eintracht ging Schritt für Schritt die Selbstverständlichkeit der ersten 15 Minuten verloren. Folgerichtig fiel nach 20 Minuten der Ausgleich. Nach Freistoß scheiterte Breel Embolo zunächst an Trapp, am zweiten Pfosten staubte Serdar ab.

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Die Eintracht im heimspiel!

Der Sieg der Frankfurter Eintracht ist auch Thema im heimspiel! Im hr-Fernsehen am Sonntag um 22:05 Uhr und am Montag um 23:15 Uhr.

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Das Rampenlicht im restlichen Verlauf einer minütlich schwächer werdenden ersten Halbzeit gehörte dann dem Unparteiischen. Nachdem Rebic nach klarem Kontakt von Jeffrey Bruma im Sechzehner zu Boden ging, sah sich Schiedsrichter Stegemann die Situation in der Review-Arena noch einmal an – und entschied zur Überraschung aller nicht auf Strafstoß. Eine schwer bis gar nicht nachvollziehbare Entscheidung Stegemanns, die die Eintracht die mögliche Führung kostete. Die aber angesichts der Leistung der Hessen auch nicht unbedingt verdient gewesen wäre.

Sensationeller Alexander Nübel

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trapp: " Habe mich weggedreht"

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Auch in der zweiten Halbzeit fehlte der Eintracht in den Zweikämpfen oft der letzte Biss, Kontersituationen wurden zu zögerlich zu Ende gespielt. Einzig zwei Eckbälle sorgten für Gefahr, die vom jungen Nübel aber sensationell entschärft wurden. Und auf der Gegenseite? Eine Gelsenkirchener Mannschaft, die vielleicht wollte, keinesfalls aber konnte.

Vor allem das Fehlen Sebastian Rodes im zentralen Mittelfeld der Hessen machte sich schmerzhaft bemerkbar, Jonathan de Guzman, der zur Pause in der Kabine blieb, und Jetro Willems waren zu keiner Zeit in der Lage, das Frankfurter Spiel zu ordnen. Und so wäre es am Ende wohl bei einem leistungsgerechten Unentschieden geblieben, wenn nicht Daniel Caliguiri in der 94. Minute im Strafraum mit der Hand zum Ball gegangen wäre.

Jovic bleibt in der 99. Minute cool

Wieder bekam Stegemann das Signal aus Köln, sah sich die Szene noch einmal in der VAR-Area an - und gab den Elfmeter diesmal. Jovic behielt die Nerven und schoss die Eintracht in der 99. Minute zu einem glücklichen Sieg. Mann des Tages aber war Stegemann, der in einem über weite Strecken schwachen Bundesligaspiel mit zwei nervenaufreibenden VAR-Szenen zum Man of the Match avancierte.

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FC Schalke 04 - Eintracht Frankfurt 1:2 (1:1)

Schalke: Nübel - Stambouli, Bruma, Nastasic - Mascarell - Caligiuri, Oczipka - Serdar, Boujellab (79.Rudy) - Burgtaller, Embolo (66.Kutucu)         
Frankfurt: Trapp - Hinteregger (38. N'Dicka), Hasebe, Abraham - Fernandes, Willems - da Costa, Kostic - de Guzman (46. Pacencia) - Rebic, Jovic            

Tore: 0:1 Rebic (13.) , 1:1 Serdar (21.), 1:2 Jovic (90.+9/HE)  
Gelbe Karten: Embolo - de Guzman
Gelb Rot: Serdar (90.+4)

Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 61.842  

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