Eintracht-Mittelfeldmann Djibril Sow will den nächsten Schritt gehen.

Djibril Sow wurde in zwei Jahren bei Eintracht Frankfurt stets eng mit Ex-Trainer Adi Hütter in Verbindung gebracht. Der Schweizer freut sich auf eine neue Herausforderung unter Nachfolger Oliver Glasner und traut der Mannschaft erneut eine starke Spielzeit zu.

Enttäuscht oder niedergeschlagen nach einer EURO mit nur wenigen Einsatzminuten für die Schweiz? Von wegen! "Ich hatte ja auch ein bisschen Urlaub bei der EM", eröffnete Djibril Sow erfrischend humorvoll die Presserunde am Dienstagnachmittag nach der ersten Trainingseinheit der Woche vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal bei Waldhof Mannheim. Das Turnier lief am 24-Jährigen zwar - zumindest sportlich gesehen - komplett vorbei. Aber Sow ließ sich angesichts des Einzugs ins Viertelfinale davon nicht runterziehen: "Es war ein Kindheitstraum, bei einem solchen Turnier dabeizusein." Die Euphorie im Land habe auch ihn gepackt.

Sow kann sich von Hütter emanzipieren

Doch Haken daran, das Turnier liegt inzwischen einen Monat zurück. Der Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt blickt bereits auf die kommende Saison. Es ist eine besondere für Sow, denn sein Förderer Adi Hütter ist zu Borussia Mönchengladbach gewechselt. "Da fällt ein wenig Last vom Rücken. Jetzt können die Leute nicht mehr sagen, dass ich nur wegen des Trainers spiele", stellte er klar.

Sow sieht den Trainerwechsel zu Oliver Glasner für sich persönlich daher positiv: "Für mich ist das etwas Neues. Ich bin froh darüber, weil man von jedem Trainer etwas lernen kann." Glasner etwa arbeite "sehr detailliert", er "arbeitet mit Videoanalysen und redet viel mit uns. Das gefällt mir sehr gut".

Sow muss sein Spiel dosieren

Die Spielweise des österreichischen Coaches könnte Sow liegen. Für ihn gilt es nun, sein eigenes Spiel zu dosieren und konkreter in den Aktionen zu werden: "Es geht vor allem darum, wann der richtige Moment kommt, dass wir draufgehen oder wann es besser ist, dass wir die Positionen halten. Vielleicht war ich da in der Vergangenheit manchmal zu wild und bin zu viel gelaufen."

In der Tat waren diese Werte stets herausragend, teilweise knackte er die 13-Kilometer-Marke. Doch in diesem Bereich sieht Sow selbstkritisch Verbesserungspotenzial: "Der Fokus liegt darauf, dass man in den richtigen Momenten Kraft spart. Sprintrekorde sind vielleicht besser als Kilometerrekorde."

Enttäuschung abgeschüttelt: "Will Großartiges erreichen"

Möglicherweise kann Sow dadurch eine Spielzeit komplett durchziehen und lässt auf den letzten Zügen körperlich nicht mehr nach. Auch die im Endspurt fehlende Form des Nationalspielers ließ die Eintracht noch von Rang vier auf fünf purzeln. Die Enttäuschung war zunächst groß: "Das ist, wie wenn man sich auf das Abendessen freut und es dann einfach ausfällt."

Doch Sow hat sich geschüttelt: "Ich will mit der Eintracht noch etwas Großartiges erreichen. Die Mannschaft ist hungrig. Bei einem Titelgewinn wäre in Frankfurt natürlich die Hölle los." Die Champions-League-Qualifikation wäre mit einem Titel gleichgestellt.

Sow traut Eintracht Champions-League-Qualifikation zu

Trotz der Veränderungen auf Trainer- und Sportvorstandsebene (Markus Krösche statt Fredi Bobic) und der Verjüngung des Kaders, traut Sow der Eintracht wieder zu, im Rennen um die ersten vier Ränge mitzumischen: "Wenn man so nah dran war, dann will man das Ziel im nächsten Jahr erreichen. Wenn man umfällt, dann probiert man es erneut." Es wäre angesichts der Parameter Dreifachbelastung und Umbruch ein herausragender Erfolg für Sow und Co.