Sebastian Rode (li.) und Makoto Hasebe

Nach der Verletzung von Gelson Fernandes gehen Eintracht Frankfurt die Abräumer vor der Abwehr aus. Müssen die Hessen nun noch einmal nachrüsten? Oder lässt sich der Ausfall intern abfangen?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fernandes verletzt - Routiner fällt mehrere Monate aus

Gelson Fernandes im Training
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Sehr viel lockerer als Eintracht-Mittelfeldspieler Gelson Fernandes kann man eine schwere Verletzung nicht hinnehmen. "Das ist Fußball, Verletzungen gehören dazu", so Fernandes lapidar nach seinem Sehnenriss und der anschließenden Abreise aus dem Eintracht-Trainingslager in den USA. OP, drei bis vier Monate Pause, auslaufender Vertrag, und all das im fortgeschrittenen Fußballeralter von 33 Jahren: Man kann Fernandes nur um seine Gelassenheit beneiden.

Ob die Eintracht-Verantwortlichen die Verletzung des Abräumers ähnlich gelassen hingenommen haben, darf indes bezweifelt werden. Zwar gehört Fernandes eher zur zweiten Reihe der Hessen, dennoch hielt er in der Hinrunde in 20 Pflichtspielen als Sechser die Knochen hin, stopfte Löcher und unterband gegnerische Angriffe. Nach der Verletzung von Lucas Torro, der ebenfalls bis April fehlen wird, bleibt Trainer Adi Hütter mit Dominik Kohr nur noch ein klassischer Abräumer vor der Abwehr. Für einen Verein, der mit einem Auge gen Abstiegsplätze schielen muss, ist das herzlich wenig.

Rode ist auf der Acht besser aufgehoben

Zwar wären da noch Sebastian Rode und Makoto Hasebe, die ebenfalls auf der Sechs spielen können. Aber Rode hat seine besten Partien immer dann gemacht, wenn er von der Achterposition aus Einfluss aufs Offensivspiel der Hessen nehmen konnte. Er ist, ähnlich wie Djibril Sow oder der keine Rolle mehr spielende Jonathan de Guzman, eher ein Box-to-Box-Spieler. Derweil ist Hasebe als Libero in der Dreierkette gesetzt.

Das allerdings könnte sich bald ändern. In Florida lässt Hütter die Viererkette trainieren, gut möglich also, dass die Hessen das ein oder andere Rückrundenspiel in neuer Formation bestreiten werden. Das würde Hasebe automatisch eine Position weiter nach vorne spülen. Netter Nebeneffekt: Für einen Jesus Vallejo, der nach Informationen der Frankfurter Rundschau gerne nach Frankfurt wechseln würde, ginge auf diese Weise womöglich doch noch ein Türchen auf.

Kann Hasebe noch Sechser?

An der Frage, ob die Hessen im defensiven Zentrum noch einmal nachlegen müssen, änderte sich durch Hasebes Versetzung aber fast nichts. Bei nur drei defensiven Mittelfeldspielern für eine bzw. zwei Positionen genügt ein wenig Pech mit Verletzungen und Sperren, und schon steht man vor einer sportlichen Notlage. Mal ganz davon ab, dass gar nicht klar ist, ob der bald 36-jährige Hasebe im laufintensiven defensiven Mittelfeld überhaupt noch sonderlich gut aufgehoben ist. Im Test gegen Hertha BSC im Trainingslager stellte Hütter zunächst Rode und Sow im Zentrum auf, anschließend De Guzman und Kohr. Am Ende verloren die Hessen mit 1:2.

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Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Gelson Fernandes jedenfalls hat seine neue Rolle für den Rest der Saison bereits gefunden. "Nun bin ich einer der fantastischen Fans, die hinter unserer Mannschaft stehen", sendete der Schweizer nach seiner Operation Grüße aus dem Krankenhaus. Klar ist: Auf dem Platz würde er dringender benötigt.