Kevin Trapp ohne Chance beim Gegentor gegen Basel

Eintracht Frankfurt zeigt eine gespenstische Vorstellung gegen den FC Basel und verliert deutlich. Das Europa-League-Viertelfinale können sich die Hessen damit fast schon abschminken.

Eintracht Frankfurt droht das Aus in der Europa League. Die Hessen verloren das Achtelfinal-Hinspiel, das wegen des Coronavirus vor leeren Rängen ausgetragen werden musste, am Donnerstag mit 0:3 (0:1) gegen den FC Basel und können damit nur noch mit einem Fußball-Wunder in die nächste Runde einziehen. Die Tore für die Schweizer erzielten Samuele Campo mit einem Traum-Freistoß (27. Minute), Joker Kevin Bua (73.) und Fabian Frei (85.). Die Eintracht zeigte sich wieder einmal vor allem in der Offensive zu harmlos. "Wir haben es vorne nicht geschafft, in den entscheidenden Räumen die Bälle zu halten", sagte Mittelfeldspieler Sebastian Rode nach der Partie. (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

In der Offensive läuft nichts zusammen

Trainer Adi Hütter hatte die Startelf im Vergleich zum 0:4 in Leverkusen auf zwei Positionen verändert: David Abraham und Djibril Sow rückten für Stefan Ilsanker und Dominik Kohr ins Team, die Devise im mittlerweile üblichen 4-3-3-System: früh draufgehen, schnell umschalten.

Genau das funktionierte zumindest in der Anfangsphase ganz ordentlich. Die Eintracht dominierte und war deutlich öfter am Ball. Da im letzten Drittel allerdings die Genauigkeit fehlte und die Offensive insgesamt viel zu ideenlos agierte, blieb ein Fernschuss von Sebastian Rode (8. Minute) die einzig nennenswerte Torannäherung der ersten Hälfte.

Und die Gäste? Die Eidgenossen, die wegen der Coronakrise zuletzt am 27. Februar ein Pflichtspiel bestritten hatten, akklimatisierten sich mit zunehmender Spieldauer immer mehr und bekamen die Partie immer besser in den Griff. Angetrieben vom Ex-Herthaner Valentin Stocker drückten die Basler die Eintracht in die Defensive und verdienten sich die Führung. Für diese sorgte Campo, der einen Freistoß unhaltbar für Keeper Kevin Trapp ins Tor schlenzte.

Basel im Stile eines Spitzenteams

Etwas besser wurde es dann nach Wiederanpfiff. Die Hessen, die schon kurz vor dem Seitenwechsel auf Dreierkette und zwei echte Spitzen umgestellt hatten, agierten fortan deutlich offensiver. Wirklich zündende Ideen gab es zwar weiterhin nicht, die Anzahl der Chancen häufte sich aber. André Silva (52.) Martin Hinteregger (54.) und der zur Pause eingewechselte Goncalo Paciencia (57.) zielten jeweils zu ungenau, Almamy Touré traf mit einer abgerutschten Flanke die Latte (65.).

Die Eintracht drückte auf den Ausgleich – und bekam dann die kalte Dusche. Nach einem der wenigen Konter tauchte Bua plötzlich ganz frei vor dem Frankfurter Kasten auf und erteilte der Eintracht Anschauungsunterricht in Sachen Kaltschnäuzigkeit. Der 26-Jährige blieb eiskalt und brachte sein Team mit einem Lupfer einen großen Schritt näher ans Viertelfinale. Kurz vor dem Abpfiff legte der Ex-Mainzer Frei sogar noch einen weiteren Treffer nach.

Rückspiel ebenfalls in Frankfurt

In genau einer Woche treffen sich die Eintracht und Basel – so Gott will – zum Rückspiel erneut in Frankfurt. Da Basel wegen des Coronavirus keine Spiele mehr in der Schweiz austragen darf, einigten sich die Vereine auf eine erneute Austragung in der Frankfurter Arena. Ob die Partie angesichts der Absagen-Flut von Großveranstaltungen und sportlichen Wettbewerben jedoch wirklich stattfindet, ist wohl mehr als unsicher.

Weitere Informationen

Eintracht Frankfurt - FC Basel 0:3 (0:1)

Frankfurt: Trapp - Tour , Abraham, Hinteregger, Ndicka - Hasebe (74. Ilanker), Sow  (46. Paciencia), Rode, Kamada (78. Gacinovic), Kostic - Silva 
Basel: Omlin - Widmer, Cömert, Alderete, Riveros - Xhaka, Frei, Stocker (90. Zhegrova), Campo (78. van der Werff), Petretta (68. Bua) - Arthur Cabral            

Tore: 0:1 Campo (27.), 0:2 Bua (73.), 0:3 Frei (85.)       
Gelbe Karten: Sow - Cömert, Alderete, Campo                         

Schiedsrichter: Ekberg (Schweden)     
Zuschauer: Fehlanzeige

Ende der weiteren Informationen

Sendung: hr1, 12.03.20, 21 Uhr