Nach dem mutmaßlichen Putschversuch im westafrikanischen Guinea hat die marokkanische Fußball-Nationalmannschaft rund um Eintracht-Spieler Aymen Barkok offenbar sicher das Land verlassen.

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Aymen Barkok
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Die Erleichterung ist Aymen Barkok und seinen Mannschaftskameraden der marokkanischen Nationalmannschaft deutlich anzusehen. Lächelnd sitzen Barkok und Co. im Flugzeug, singen und filmen sich gegenseitig mit ihren Smartphones. Offenbar handelt es sich bei den Bildern, die auf Social Media kursieren, um den Rückflug nach Marokko, mit dem die marokkanische Fußball-Nationalmannschaft nach dem mutmaßlichen Putschversuch im westafrikanischen Guinea das Land verlassen hat.

Eintracht bestätigt: Barkok geht es gut

Barkok, Mittelfeldspieler in Diensten von Eintracht Frankfurt, weilte zum WM-Qualifikationsspiel in Guineas Hauptstadt Conakry, das am Montag hätte stattfinden sollen. Der Weltverband FIFA und der afrikanische Verband Caf hatten die Partie wegen der Unruhen abgesetzt. "Wir haben den ganzen Tag Schüsse gehört", sagte Marokkos Nationaltrainer Vahid Halilhodzic der französischen Sportzeitung "L'Equipe" am Sonntag: "Der Präsidentenpalast ist nicht weit weg von unserem Hotel. Ich habe Soldaten die Straße überqueren gesehen."

Eintracht Frankfurt bestätigte gegenüber dem hr-sport am Montagmorgen, Kontakt mit Barkok gehabt zu haben. Demnach gehe es dem Mittelfeldspieler gut, er sei mit seinem Team von Guinea zurück nach Marokko geflogen.

Anhaltende Schusswechsel in der Hauptstadt

Laut der britischen Botschaft in Conakry war es im Laufe des Sonntags an mehreren Orten in der Hauptstadt zu anhaltenden Schusswechseln gekommen. In sozialen Medien kursierten zunächst nicht verifizierbare Videos, die den Schluss nahelegen, dass Präsident Alpha Condé gestürzt wurde. In einem Video mit dem Logo des staatlichen Rundfunks waren mehrere Männer in Militäruniform und mit der Landesfahne zu sehen - einer von ihnen behauptete, die Regierung sei abgesetzt.

Er sagte zudem, die Verfassung sei außer Kraft gesetzt und die Landesgrenzen seien geschlossen. In einem weiteren Video war Condé selbst mit Männern in Militäruniform zu sehen. Der Verbleib des 83 Jahre alten Staatspräsidenten war zunächst ungeklärt.

Barkok und seine Mitspieler sind wohl mit dem Schrecken davongekommen. "Es war ein intensiver Tag, aber Gott sei Dank sind wir wohlbehalten in Marokko", twitterte Barkoks Teamkollege Achraf Hakimi in der Nacht.