Imago dpa Sow Kohr

Die Frankfurter Eintracht hat mit Djibril Sow und Dominik Kohr gleich zwei Neuzugänge offiziell präsentiert. Während die beiden ganz unterschiedlich auftraten, einen sie die Ziele und die Liebe zu Spitznamen.

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Schüchtern und zurückhaltend ist er, der Neue bei der Frankfurter Eintracht. Djibril Sow. Der Mann, der für kolportierte zehn Millionen Euro Ablöse plus Bonuszahlungen von Young Boys Bern an den Main wechselte und damit der bis dato teuerste Neuzugang der Frankfurter ist. Am Donnerstag wurde der 22-Jährige offiziell vorgestellt und wirkte hinter acht Mikrofonen fast ein wenig verloren.

Auf die Fragen der anwesenden Journalisten antwortete der Schweizer Nationalspieler wohl überlegt, wählte seine Worte mit Bedacht. "Es gibt immer Druck im Fußball, aber für mich ist es eher eine Wertschätzung des Vereins", sagte Sow mit Blick auf die aus Frankfurter Sicht immense Ablösesumme.

"Neues Land, neue Liga"

Schließlich ist es für den Schweizer schon der zweite Ausflug in die Bundesliga. 2016 wechselte er zu Borussia Mönchengladbach, konnte sich als junger Spieler unter Trainer Lucien Favre aber nicht durchsetzen. Diesmal soll es anders werden, soll es besser klappen mit dem Abenteuer Bundesliga. Für Sow könnte dabei von Vorteil sein, dass er älter, erfahrener ist und Adi Hütter aus der Schweiz kennt. "Der Trainer fordert viel, aber schenkt jungen Spielern auch das Vertrauen. Das ist wichtig", betonte er. "Deshalb können sie sich unter ihm entwickeln." Mit sie meint Sow auch sich selbst. Denn der Mittelfeldspieler reifte in Bern unter Hütter. Der Coach erkannte früh sein Potenzial.

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Unter ihm will Sow den nächsten Schritt machen. "Ich muss mich einfinden – neues Land, neue Liga – aber, ich will die Wertschätzung zurückzahlen", betonte Sow. Er habe mehrere Optionen gehabt, sich aber bewusst für das Abenteuer Eintracht entschieden. Denn auch das Schweizer Fernsehen hat in der vergangenen Saison die packenden Europapokal-Partien der Hütter-Elf übertragen. Und nicht nur die haben bei Sow bleibenden Eindruck hinterlassen.

Faszination und Titelträume

"Mich hat das Tempo und die Intensität fasziniert", so Sow. Auch er träumt von einer Reise durch Europa. "Natürlich wäre es ein Traum, wenn wir mit der Eintracht in die Champions League kommen." Das aber ist nicht alles. Denn – Sow ist zwar zurückhaltend, seine Ziele aber formulierte er forsch: "Ich wünsche mir, mit der Mannschaft einen Titel zu holen. Es ist ein junges Team, aber wir werden sehen, was möglich ist." In jenem Team werden sie ihn künftig Djibi nennen. Wie alle seine Freunde.

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Einer von ihnen könnte künftig auch Dominik Kohr werden. Auch er ein Neuzugang der Frankfurter Eintracht – und das ist nicht das einzige, was die beiden eint. Einen Spitznamen hat auch der Ex-Leverkusener. "HardKohr" nennen sie ihn. "Und das passt wie die Faust aufs Auge", sagte er und konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Und – auch Kohr träumt von einem Titel mit der Eintracht. "Für mich wäre es ein Traum, mal nach Berlin zu kommen und dann den Pokal zu holen", so Kohr, der nach Sow vor die Journalisten trat und von Beginn an weit weniger zurückhaltend wirkte als sein neuer Teamkollege, mit dem er im gleichen Hotel wohnt.

"HardKohr" und sein Selbstbewusstsein

"Das letzte halbe Jahr war für mich sportlich nicht erfolgreich genug", so der 25-Jährige. "Eintracht Frankfurt ist ein super Verein, aber da ist noch Luft nach oben. Ich möchte der Mannschaft helfen und sehe mich hier genau richtig." Es ist jene offensive Ausrichtung, die Verantwortliche an Kohr schätzen – in Augsburg, Leverkusen und eben jetzt in Frankfurt. Denn Kohr gehört auch abseits des Platzes zur Abteilung Offensive.

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Und so überraschte es auch nicht, dass er auch für die aktuelle – bei Profis nicht unbedingt beliebte – Phase vor der Saison deutliche Worte fand. "Jeder Spieler hasst die Vorbereitung", sagte Kohr. "Und so eine kurze Vorbereitung hatte ich noch nie. Das kann für uns von Vorteil sein." Schließlich steht bereits in drei Wochen der Start in die Europa-League-Qualifikation gegen Radnicki Nis aus Serbien oder den FC Flora Tallinn aus Estland.

Champions League als Ziel

So beginnt auch für die beiden Neuzugänge das Abenteuer Europa. Eines, von dem Sow und Kohr auch für die nächste Saison träumen. "Dann spielen wir vielleicht nicht nur Europa League, sondern greifen auch mal die Champions League an", so Kohr. Und Teamkollege Sow: "Natürlich wäre es ein Traum, wenn wir mit der Eintracht in die Champions League kommen." Dann sind die Ziele der Neuen ja klar.