Steven Zuber

Schüchternes Auftreten, selbstbewusste Aussagen: Eintracht-Neuzugang Steven Zuber hat bei seinem ersten Auftritt in Frankfurt mit klaren Ansprüchen aufhorchen lassen. Ein wenig Glamour-Faktor bringt der Schweizer ebenfalls mit.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Spielertausch: Gacinovic geht, Zuber kommt

Torró, Gacinovic und Touré
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Steven Zuber gehört nicht unbedingt zur Kategorie Fußballer, dessen Karriere man als durchschnittlich interessierter Bundesliga-Beobachter bis ins kleinste Detail verfolgt hat. Die reinen Zahlen von 109 Bundesliga-Spielen, 14 Toren und 9 Vorlagen klingen nach einer soliden, aber nicht gerade beeindruckenden Bilanz für einen Offensivspieler. Dazu kommt sein langjähriger Arbeitgeber: Bis auf eine Halbserie auf Leihbasis beim VfB Stuttgart wirkte der Schweizer in den vergangenen sechs Jahren beim Provinzclub TSG Hoffenheim nicht gerade im Brennglas der Aufmerksamkeit.

Das soll sich nun ändern. Am Dienstag wurde Zuber bei der Frankfurter Eintracht als zweiter Sommer-Neuzugang nach Ragnar Ache präsentiert. Im Tausch mit Mijat Gacinovic wechselt der bald 29-Jährige die Seiten zwischen Hoffenheim und Frankfurt. Er wolle "mal was Neues sehen", erklärte Zuber bei seiner Vorstellung. Und noch etwas will der Nationalspieler: Er möchte sich beweisen, mehr in den Fokus rücken. Die Wucht und Bedeutung eines Traditionsvereins wie der Eintracht soll dabei helfen. Keine schlechten Voraussetzungen für ein erfolgreiches Engagement, das mit einem Vertrag bis 2023 fixiert wurde.

Zuckerbrot und Peitsche

Zuber macht im Gespräch das, was man auf dem Platz 'einlullen' nennt: ein Querpass hier, dort ein wenig ungelenk zu Werke gehen und plötzlich den Steilpass in den freien Raum spielen. Übersetzt auf Zubers ersten Auftritt vor der Frankfurter Presse bedeutet das: Artig seinen neuen Verein und die Fans loben, sich selbst als schüchtern verkaufen und ganz nebenbei knallharte Ansagen raushauen. Beispiel gefällig?

"Ich bin sehr überzeugt von meiner Qualität. Die Leute werden noch viel Freude an mir haben", ließ der Eidgenosse in ruhiger, fast monotoner Stimmlage wissen. Schüchtern geht sicher anders. Auch bei seiner Rolle auf dem Spielfeld hat Zuber klare Vorstellungen. "Ich wurde geholt, weil ich offensiv sehr vieles spielen kann: rechts, links und auch hinter den Spitzen. Da sehe ich mich selbst auch", sagte der Rechtsfuß, der in Hoffenheim zumeist über den linken Flügel kam. Eine Position, die in Frankfurt bei einem möglichen Abgang von Filip Kostic freiwerden könnte.

"Wo mich der Trainer einsetzt, muss er aber entscheiden", sagte Zuber dann auch in bester Einlull-Phrasen-Manier, ehe er seinem künftigen Coach postwendend doch eine dringende Handlungsempfehlung mitgab: "Ich bin kein linker Verteidiger!", entgegnete der Schweizer auf eine entsprechende Nachfrage fast schon aufbrausend. Dass er in Hoffenheim mal kurzfristig hinten aushalf, sei ein reiner Freundschaftsdienst seinerseits gewesen und beileibe nicht als Dauerlösung geplant. Adi Hütter sollte also gewarnt sein.

Ein bisschen Glamour-Faktor

Jenseits des Platzes bekommen die Hessen mit Zuber ein bisschen mehr Boulevard- und Glamour-Faktor ins Haus. Auf Instagram dreht der Angreifer gerne mal auf Neu-Deutsch gesagt den Swag auf. Steven Zauber, wie er sich hier nennt, präsentiert sich mal verträumt, mal lässig, mal betont modisch oder auch nur spärlich gekleidet seinen rund 40.000 Abonnenten. Ganzkörper-Tattoos natürlich inklusive. Seine Hobbys: "Ich bin sehr gerne am Buch", beteuerte Leseratte Zuber.

Mirjana Zuber

Auch Ehefrau Mirjana zeigt sich in den sozialen Medien gerne von ihrer besten Seite. Als Model und Teilnehmerin einer Dessous-Show fällt ihr das freilich nicht schwer. Zumindest in Schweizer Medien genießt die 27-Jährige durchaus Promistatus. In Frankfurt wartet mit der Verlobten von Kapitän Kevin Trapp, dem brasilianischen Topmodel Izabel Goulart, aber namhafte Konkurrenz.

Alle für Gacinovic

In große Fußstapfen wird auch Zuber im Verein treten. Mit Mijat Gacinovic tauscht der 28-Jährige nicht nur den Arbeitgeber, sondern auch die Rückennummer 11. Der - tatsächlich schüchterne - Serbe verlässt die Hessen nach fünf Jahren als ewiger Pokal-Held. "Es ist doch schön, wenn ein Spieler so für seine Leistungen geliebt wird", sagte Zuber zum Abgang der Eintracht-Ikone. Diese Lücke könne nicht er alleine, sondern müssten alle zusammen schließen.

Ob es für Zuber auch mal zum Heldenstatus reichen wird, bleibt abzuwarten. Er selbst ist jedenfalls guter Dinge. "Für mich war von Anfang klar: Ich möchte nach Frankfurt, oder ich bleibe in Hoffenheim", sagte der Schweizer wieder artig.