Die Eintracht-Profis nach der Pleite in München bei ihren Fans.
Für die Eintracht-Profis geht eine turbulente Saison zu Ende. Bild © Imago Images

Die Eintracht verliert deutlich in München und kann sich trotzdem freuen. Mainz sei Dank. Dennoch ist es gut, dass diese Saison vorbei ist – auch weil die Vorbereitung auf die nächste etwas anstrengend wird. Die Analyse in fünf Punkten.

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Adi Huetter in der Pressekonferenz

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Eintracht Frankfurt hat zum Abschluss der Bundesliga-Saison eine herbe Pleite einstecken müssen. Beim alten und neuen Meister Bayern München setzte es am Ende eine 1:5 (0:1)-Niederlage. Jubeln durften die Frankfurter hinterher aber dennoch. Durch den Sieg des FSV Mainz gegen die TSG Hoffenheim landeten die Hessen in der Abschlusstabelle auf Rang sieben und spielen damit in der neuen Saison in der Europa-League-Qualifikation.

Zum Ende eine Klatsche

Dabei setzte es beim Meister aus München zum Abschluss noch einmal eine richtige Klatsche. Das 1:5 war auch in der Höhe verdient, besonders in der ersten Halbzeit verhinderte Keeper Kevin Trapp einen größeren Rückstand. Selbst der kurzfristige Ausgleich durch den eingewechselten Sébastien Haller gab den Frankfurtern keinen Halt, danach lief die Partie wie zuvor auch nur in eine Richtung: in die des Eintracht-Tors.

Das Hoffen auf ein Remis hielt daher nur sehr kurz in der bayrischen Landeshauptstadt. Im Laufe der zweiten Halbzeit nahm der Rekordmeister die Hessen, die besonders in der Defensive nahezu zu keinem Zeitpunkt richtig in die Zweikämpfe fanden, auseinander. Coach Adi Hütter musste daher nach dem Spiel auch neidlos anerkennen: "Heute waren wir nur ein guter Gast. Bayern war eine Klasse für sich." Verteidiger Martin Hinteregger sah es ähnlich: "Sie haben über 90 Minuten so dominiert, das war große Klasse. Deswegen sind die Bayern verdient Meister." Der Frust ob der deftigen Pleite hielt sich aber in Grenzen, denn…

Mainz sei Dank

…nach dem Spiel gab es trotzdem Grund zur Freude. Und für die sorgte ausgerechnet der Rivale aus Mainz. Der FSV drehte vor heimischem Publikum einen 0:2-Rückstand gegen die TSG Hoffenheim in einen 4:2-Sieg und hievte die Eintracht damit doch noch auf den siebten Tabellenplatz. Die direkte Teilnahme an der Europa League ist dadurch zwar nicht sicher, die Frankfurter dürfen nun aber in der Qualifikation antreten.

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Eintracht-Coach Hütter wusste daher auch nach der Partie, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Liebe Grüße und danke nach Mainz!" Für Rang sechs reichte es jedoch nicht mehr. Der FC Augsburg wurde bei Frankfurts Europa-Konkurrent VfL Wolfsburg beim 8:1 nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen. Wenigstens wurde es am Ende Rang sieben – und nicht acht. "Wir hätten es über die Saison gesehen nicht verdient gehabt, Achter zu werden", befand Hinteregger.

Gut, dass die Saison vorbei ist

Klar wurde aber auch spätestens bei der Partie in München, dass es Zeit wurde, dass diese Spielzeit für die Frankfurter Eintracht zu Ende ist. Seit Wochen geht die Hütter-Elf in der Bundesliga auf dem Zahnfleisch, der letzte Sieg gelang am 28. Spieltag gegen Schalke. Seitdem holten die Hessen nur noch zwei mickrige Pünktchen und retteten sich auf der Ziellinie ins europäische Geschäft.

"Man hat gesehen, dass die Mannschaft komplett ausgepresst ist wie eine Zitrone", beschrieb es Hütter nach dem Spiel in München treffend.  Das Spiel beim FCB war bereits Partie Nummer 50 in einer langen Saison, die Hütter aber nicht zu Unrecht als "sehr positiv" bezeichnete. Nur gut, dass sie jetzt vorbei ist. Auch weil…

Zerpflückte Vorbereitung

…die Vorbereitung auf die neue Saison etwas anstrengend wird und der Matchkampf-Modus schneller auf die Eintracht wartet, als erhofft. Durch den siebten Platz starten die Hessen im Sommer in der Europa-League-Qualifikation – und die beginnt mitten im Sommer. Bereits Ende Juli steht für die Frankfurter das erste Spiel an. "Wir müssen die Vorbereitung komplett umplanen", weiß Hütter bereits jetzt.

Die Reisen, die zusätzlichen Spiele: Umstände, die eigentlich jeder Verein gerne umgehen würde. Für die Eintracht bedeuten sie nun aber die letzte Hintertür nach Europa. Deswegen betonte Hütter auch: "Wir sind sehr froh, dass wir dabei sind." Ein etwas zerpflückte Saison-Vorbereitung nimmt der 49-Jährige da gerne in Kauf.

Trotz allem: eine erfolgreiche Saison

Bleibt der Blick zurück. Platz sieben, 54 Punkte (fünf mehr als in der Saison zuvor), Halbfinale in der Europa League: Hinter der Eintracht liegt eine am Ende – trotz des Einbruchs im Saisonfinale – erfolgreiche Saison. Und eine, an die manch ein Anhänger der Frankfurter lange zurückdenken wird. Dass in der Liga am Ende der ganz große Traum von der Champions League nicht realisiert wurde – geschenkt.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Trapp: "Das haben wir uns über die Saison verdient"

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Wenn es auch nichts mit der Europa League geworden wäre, würde das Fazit sicher ein wenig anders ausfallen. Oder wie es Eintracht-Keeper Kevin Trapp ausdrückte: "Es wäre sehr schade gewesen, wenn wir uns das versaut hätten." Haben sie aber nicht. Platz sieben sorgt für einen versöhnlichen Abschluss dieser Spielzeit. Und das Schlusswort hat nach dieser Saison natürlich der Trainer, der erklärte: "Diese Saison hätte uns so niemand zugetraut."