Wie plant Eintracht-Angreifer Ante Rebic seine Zukunft?
Wie plant Eintracht-Angreifer Ante Rebic seine Zukunft? Bild © Imago

Luka Jovic und Sébastien Haller sind schon weg, Ante Rebic könnte folgen. Der Kroate liebäugelt mit einem Wechsel. Für Eintracht Frankfurt ergibt sich daraus eine knifflige Situation.

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Wie sieht das Team von Eintracht Frankfurt im September tatsächlich aus?

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found hr-Reporter Schellhorn: "Große Löcher bei der Eintracht"

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Nach der 1:5-Niederlage von Eintracht Frankfurt im Testspiel bei Young Boys Bern bekam vor allem Ante Rebic wuchtige Kritik ab. Der Kroate habe sehr lustlos agiert, krittelten Beobachter. Die Schlussfolgerung ließ nicht lange auf sich warten: Rebic sei mit dem Kopf nicht mehr bei den Hessen und träume von einem Engagement bei einem Champions-League-Klub.

Rebic taut nach Haller- und Jovic-Abgang auf

Innerhalb der vergangenen zehn Tage geriet diese These allerdings ins Wanken: Zuletzt ließ der Vize-Weltmeister von 2018 wieder sein Können aufblitzen. Ob das unmittelbar mit den beiden Rekordwechseln von Luka Jovic und Sébastien Haller zusammenhing, ist freilich nicht übermittelt.  

Klar ist: Schon vor dem Haller-Wechsel nach London gab Rebic auf dem Rasen richtig Gas. Im zweiten Test im Trainingslager in der Schweiz gegen den FC Luzern (3:1) präsentierte er aufsteigende Form, bei den Übungseinheiten zeigte sich der 25-Jährige deutlich besser gelaunt und präsenter.

Hütter schwärmt von Rebic

Rebic könnte wieder zu dem Aushängeschild der Eintracht werden, wie er es noch nach dem DFB-Pokal-Sieg und der vielumjubelten Vertragsverlängerung vor einem Jahr war. Im Laufe der Saison aber ging die damalige "Ein-Mann-Büffelherde" etwas unter, nachdem er Zuwachs erhalten hatte. Mit 16 Scorerpunkten in 38 Partien kam er nicht an die Werte von Jovic (34) und Haller (32) heran und stand so im Schatten seiner Sturmkollegen.

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Rebic zu Vertragsverlängerung

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zum Video Rebic: "Ich fühle mich sehr wohl hier"

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Die zentrale Frage, die sich für ihn stellt: Will Rebic noch einmal bei der Eintracht durchstarten und an seine Topform anknüpfen oder doch zu einem Klub in der Königsklasse wechseln? Aktuell ist der Offensivmann Spitzenverdiener bei den Frankfurtern und bei Trainer Adi Hütter hochgeschätzt. "Ante ist ein Spieler, von dem sich jeder Trainer wünscht, dass er bleibt", sagte der Österreicher zuletzt am Rande des Trainings.

Eintracht bereitet sich auf Abgang vor

Hütter ist sich der Gefahr, den dritten Topstürmer zu verlieren, aber bewusst: "Wir sind vorbereitet. Ante hat vielleicht Möglichkeiten, vielleicht will er sich verändern, vielleicht will er aber auch dableiben."

Rebic wurde zunächst mit Atlético Madrid in Verbindung gebracht, nach Informationen von Sky Italia soll Berater Fali Ramadani inzwischen Gespräche mit Inter Mailand führen. Klar ist: Die "biologische" Fußballuhr tickt, Rebic feiert im September 26. Geburtstag und die Chancen, zu einem Spitzenverein zu wechseln, werden immer geringer.

Eintracht-Dilemma

"Es ist das Leid des Trainers, dass das Transferfenster relativ lange geöffnet ist", fasst Hütter das Dilemma der Eintracht zusammen. Die Planungen werden dadurch komplexer, die Kaderstrategen Sportvorstand Fredi Bobic, Sportdirektor Bruno Hübner und Chefscout Ben Manga müssen möglicherweise rasch die Pläne B und C aus der Schublade holen.

In der Vergangenheit gelang dies regelmäßig gut, erst vergangene Spielzeit wurden mit Lukas Hradecky, Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf vier Stars ersetzt. Doch der Markt ist kleiner geworden, die Ansprüche an die Neuzugänge innerhalb der vergangenen drei Jahre rasant sind gewachsen. Die Eintracht ist inzwischen laut Bobic ein "gehobener Ausbildungsverein" – ein Umstand, den auch auch die Gegner an den Verhandlungstischen durchaus registriert haben.

Start der Europa-League-Qualifikation erhöht den Druck

Ohne Abzüge eingerechnet erhielt die Eintracht bereits über 100 Millionen Euro für Jovic und Haller, bei einem Abgang von Rebic wird mit mindestens 40 Millionen Euro spekuliert.  Es sind Summen, die Fluch und Segen zugleich bedeuten – und den Druck angesichts der am kommenden Donnerstag startenden Europa-League-Qualifikation gegen Flora Tallinn erhöhen. Und zwar auch dann, wenn Rebic bleiben sollte.