Ante Rebic von Eintracht Frankfurt im Spiel gegen Straßburg

Eintracht Frankfurt verliert das Play-off-Hinspiel in Straßburg und bangt um die Europa League. Die Hessen präsentieren zwei komplett unterschiedliche Halbzeiten und ein Stürmer sorgt für Rätselraten. Die Analyse in fünf Punkten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Habe zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen"

Die erste Halbzeit hat auch Eintracht-Trainer Adi Hütter nachdenklich zurückgelassen.
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Der Traum von der Europa League ist für Eintracht Frankfurt in Gefahr. Im Play-off-Hinspiel bei RC Straßburg verlor das Team von Trainer Adi Hütter mit 0:1 (0:1). Das einzige Tor der Partie erzielte Kevin Zohi in der 33. Minute. Im Rückspiel ist für die Eintracht nun ein Sieg Pflicht.

1. Miese erste Halbzeit

Eigentlich war in Frankfurt jedem klar, was die Eintracht im Elsass erwartet. Ein motivierter Gegner, ein stimmungsvoller Hexenkessel - kurzum: Alles andere als ein leichtes Spiel. Nur schienen die Profis der Eintracht das in der ersten Halbzeit vergessen zu haben. Lethargisch, ohne richtige Körpersprache und ohne die richtige Einstellung zum Spiel präsentierten sich die Hessen im ersten Spielabschnitt.

Folgerichtig gingen die Gastgeber hochverdient durch Zohi in Führung. Und mit dem 1:0 waren die Frankfurter noch gut bedient. Ludovic Ajorque hätte schon in der 11. Minute die Eintracht in Rückstand bringen können. Dementsprechend bedient war Hütter nach dem Spiel: "Wir waren im Umschaltspiel nicht bereit und haben uns vorne nicht gut bewegt."

2. Wechselwirkung in der Pause

Im zweiten Spielabschnitt gab die Eintracht jedoch ein komplett anderes Bild ab. In der Kabine gab es ein ordentliches Donnerwetter, dazu stellte der Eintracht-Coach um und brachte Sebastian Rode und Goncalo Paciencia. Zwei Wechsel, die für Schwung sorgten.

Nach der Pause drängten die Frankfurter auf den Ausgleich. Daichi Kamada vergab dabei die besten Möglichkeiten (46./51.). Bei der zweiten Chance war aus Eintracht-Sicht auch noch Pech dabei. Schiedsrichter Ivan Kruzliak übersah ein klares Handspiel von Straßburgs Alexander Djiku. Der Ball von Kamada wäre sonst wohl im Tor gelandet. "Die Hand ist weg vom Körper. Der Ball wäre ins Tor gegangen. Schade, dass man so eine Situation nicht sieht", urteilte Hütter.

3. Das Rätsel Ante Rebic

Nur 45 Minuten stand Ante Rebic in Straßburg auf dem Platz. 45 Minuten aber, die es in sich hatten - oder eben eher nicht. Der Kroate stand auf dem Platz neben sich, das Spiel lief komplett an ihm vorbei. Ein mehr als rätselhafter Auftritt. Hütter wechselte ihn folgerichtig in der Pause aus - und fand nach der Partie deutliche Worte: "Ante hat in der Pause um eine Auswechslung gebeten. Ich hätte ihn aber so oder so erlöst. Die Leistung war nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben."

Es könnte ein Auftritt mit Folgen sein. Zumindest ließ der Eintracht-Trainer nach dem Spiel die Zukunft des Kroaten in Frankfurt offen. "Wir werden uns zusammensetzen und Klartext mit ihm reden. Wenn es um die Play-offs geht, dann möchte ich sehen, dass man sich zerreißt. Das habe ich bei ihm nicht gesehen. Wenn er hierbleiben möchte, dann soll er das zeigen - und wenn nicht, dann müssen wir eine Lösung finden."

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Habe bei Ante nicht gesehen, dass er sich zerreißt"

Rebic und Hütter reden miteinander.
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4. Europa-Traum in Gefahr

Der Einzug in die Europa-League-Gruppenphase war die gesamte Saison-Vorbereitung das klar definierte Ziel der Frankfurter - und ist nun in Gefahr. Racing hat der Eintracht überdeutlich gezeigt, dass die letzte Hürde in der Quali die mit Abstand schwerste ist. Wollen die Hessen auch in diesem Jahr in der Europa League spielen, muss am Donnerstag (20.30 Uhr) in einer Woche eine deutliche Leistungssteigerung her.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass wir, wenn wir im Rückspiel wie in der zweiten Halbzeit spielen, in die Gruppenphase kommen", erklärte Sportdirektor Bruno Hübner. Sollte das aber nicht gelingen, erhält die noch junge Frankfurter Saison schon Ende August einen mächtigen Dämpfer.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hübner: "Fest davon überzeugt, dass wir in die Gruppenphase kommen"

Eintracht-Sportdirektor Bruno Hübner sucht nach einer Erklärung für die Niederlage in Dortmund.
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5. Dost nervt die Eintracht auch in Straßburg

In Straßburg war aber nicht nur das Spiel gegen Racing Thema. Auch die leidige Personalie Bas Dost beschäftigte die Hessen im Elsass. Der Stürmer ist immer noch nicht in Frankfurt, der Transfer zieht sich langsam wie Kaugummi - was auch bei den Eintracht-Verantwortlichen Wirkung zeigt. "Das ist eine nervige Geschichte", bekannte Eintracht-Sporvorstand Fredi Bobic schon vor der Partie am RTL-Nitro-Mikrofon.

Was die "nervige Geschichte" noch nerviger macht: Die Eintracht hätte einen Stürmer wie Dost in Straßburg gut gebrauchen können. Dazu kommt, dass - egal wann der Angreifer final verpflichtet wird - der Niederländer auch im wichtigen Rückspiel nicht wird mitwirken können. "Er hätte uns sicher geholfen", stellte Hübner fest. "Wir können jetzt aber nicht nachtrauern." Das Warten auf Dost passte dennoch gut zum insgesamt gebrauchten Abend in Straßburg.