Eintracht-Stürmer Rafael Borré rieb sich gegen den FC Augsburg auf.

Rafael Borré hat bei Eintracht Frankfurt als alleinige Spitze einen schweren Stand. Erhält er bald schon von Carlos Vinicius Unterstützung? Abgeneigt wäre der Kolumbianer nicht.

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Eintrachts Rafael Borre (l.) und Filip Kostic (r.) im Dreikampf um den Ball.
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Wer Rafael Borré bei herrlichsten Temperaturen am Dienstagvormittag am Trainingsplatz von Eintracht Frankfurt sieht, der könnte nicht auf die Idee kommen, dass der Saisonstart der Hessen mit nur einem Zähler holprig verlief. Der Kolumbianer hat eine positive Grundeinstellung, er weiß um die Schwierigkeiten in der Anfangszeit, in der Mechanismen erst noch greifen und die Spieler sich finden müssen.

Eintracht-Angreifer Borré zeigt sich offen für einen Stoßstürmer an seiner Seite

Eine klare Erkenntnis lieferten die ersten rund 270 absolvierten Minuten in DFB-Pokal und Bundesliga allerdings. Ein klassischer Neuner, gerne auch als Stoß- oder Wandstürmer bezeichnet, fehlt der Eintracht noch. Diese Meinung wird auch intern geteilt. Borré ist in der Rolle als alleinige Spitze zwar bemüht, er kämpft ohne Rücksicht auf Verluste, reibt sich auf und kommt sogar zu ersten Chancen. Allerdings bewegt sich der 25-Jährige lieber in den Zwischenräumen, er fühlt sich etwas tiefer stehend deutlich wohler, als in der Box auf Flanken lauernd.

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Blick ins leere Heimspiel-Studio. Text: Heimspiel | Eintracht auf der Suche nach der Begeisterung.
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Angesprochen auf einen möglichen Transfers eines Stoßstürmers, zeigte sich Borré offen: "Ich denke, dass das eine gute Lösung wäre. Wir hätten dann noch eine Variante mehr und noch mehr Optionen." Aktuell sind Trainer Oliver Glasner die Hände im Angriff mehr oder weniger gebunden. Ragnar Ache muss sich vor allem technisch und taktisch noch weiterentwickeln, er wird über die Jokerrolle zunächst wohl nicht hinauskommen.

Und Goncalo Paciencia? Der vom FC Schalke 04 zurückgekehrte Portugiese hat keine Zukunft mehr in Frankfurt, er stand in Dortmund und gegen Augsburg nicht im Kader. Die weiteren Neuzugänge Jesper Lindström und Jens Petter Hauge sind zwar pfeilschnell, dribbelstark und haben Zug zum Tor. Doch Knipser im klassischen Sinne sind die beiden talentierten Offensivmänner nicht.

"Kann mich mit einem Neuner sehr gut ergänzen!

Die Eintracht fahndet daher mit Hochdruck nach einem neuen Spieler. Carlos Vinicius von Benfica Lissabon steht weit oben auf der Liste der Hessen. Diversen Medienberichten zufolge soll es noch um Details zwischen den Clubs gehen, eine baldige Einigung ist möglich. Der Brasilianer hat zwar in Sachen Tempo Defizite, doch er bringt Körpergröße (1,90 Meter) und Erfahrung mit. "Ich weiß nicht, ob das eine Idee von Trainer und Verein ist. Aber wenn ein neuer Stürmer kommt, dann lasse ich mich darauf ein", sagte Borré, der den Konkurrenzkampf nicht scheut.

Im Gegenteil könnte der Nationalspieler davon sogar profitieren: "Ich kann mich mit einem Neuner sehr gut ergänzen, Räume schaffen und das Offensivspiel weiter gefährlich gestalten." Filip Kostic, um den es immer wieder Wechselgerüchte gibt, könnte von Vinicius als Flankenabnehmer ebenfalls profitieren. Der Linksfuß besticht seit Jahren mit präzisen Hereingaben, in der vergangenen Spielzeit fand er achtmal Kopf oder Fuß von 28-Tore-Mann André Silva.

Kommt Vinicius? Auch Kostic könnte profitieren

Alle Augen sind daher wieder auf Kostic gerichtet. "Wir wollen den Druck nicht nur auf Filip abladen, auch wenn er der Spieler mit der besten Vorlagen-Quote ist", sagt Borré zwar. Ein großgewachsener Stürmer, der sich im Sechzehner wohlfühlt, hohe Bälle festmachen und bestenfalls verwerten kann, täte der Eintracht - und damit auch Kostic - aber gut. Bis 31. August hat Sportvorstand Markus Krösche noch Zeit, diese Lücke zu schließen.