Adi Hütter und Filip Kostic von Eintracht Frankfurt.
Adi Hütter (li.) hat momentan viel Freude an Filip Kostic. Bild © Imago

Vier Tore in den vergangenen fünf Spielen, Matchwinner gegen Stuttgart: Filip Kostic dreht bei der Eintracht aktuell richtig auf. Seine Ex-Clubs dürfte das verwundern. Trainer Adi Hütter weiß aber nur Gutes über den Serben zu berichten.

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Zwei Tore, Matchwinner gegen Stuttgart, seit Wochen Leistungsträger – und dennoch gab es für Filip Kostic nach dem 3:0-Sieg gegen den VfB Stuttgart erst einmal Kritik. "Bis zum 1:0 war ich nicht zufrieden mit ihm", erklärte Eintracht-Coach Adi Hütter nach dem Spiel. Am Ende der Partie eine Randnotiz. Denn Kostic drehte gegen seinen Ex-Club aus Stuttgart beim 1:0 richtig auf, brachte die Frankfurter mit seinen zwei Treffern auf die Siegerstraße. Es ist der Höhepunkt eines nicht für möglich gehaltenen persönlichen Höhenflugs.

Denn die Geschichte der Eintracht und Filip Kostic beginnt mit einem Theater: Vor etwas mehr als einem Jahr stieg der 26-Jährige mit dem HSV aus der Bundesliga ab. Bock auf die zweite Liga hatte Kostic aber nicht wirklich. Er bereitete seinen Wechsel vor, die Eintracht und Sportvorstand Fredi Bobic, der Kostic noch aus Stuttgarter Zeiten kennt, griffen dankbar zu.

Kostic blüht unter Hütter auf

Apropos Stuttgart: Auch mit dem VfB stieg Kostic ab – 2016. Bock auf die zweite Liga hatte er auch damals nicht. Der Linksfuß drängte auf einen Wechsel, reiste nicht mit ins Trainingslager und schloss sich den Hanseaten an. Der Stern des pfeilschnellen Außenspielers ging aber auch in Hamburg nicht auf.

Im Hütter-Team blüht Kostic auf, der Frust der zwei Jahre in Hamburg ist vergessen. Ein Umstand, den Ex-Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen, damals beim HSV im Amt, heute verwundert zurück lässt, wie er bereits im November im hr-heimspiel! mit deutlichen Worten erklärte: "Kostic – die Pappnase – wie der jetzt nach hinten arbeitet... Ich habe ihn ja beim HSV anderthalb Jahre gehabt. Auf dem linken Flügel hatte er mal gute und mal schlechte Spiele. Aber dass er so intensiv arbeitet, das habe ich von ihm nicht gekannt."

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Vier Tore in den vergangenen fünf Spielen

Fakt ist, dass Kostic selten überzeugt, wenn es das Team nicht tut. Läuft jedoch die ganze Mannschaft zu Hochform auf, läuft es auch beim Serben. Das war bei seinem Start in Stuttgart auch so. Als es nicht mehr lief, sank auch Kostic' Leistung.

In Frankfurt knüpft er nun wieder an die gute Zeit beim VfB an. Auch ein Verdienst von Eintracht-Coach Hütter. Der baut auf der linken Außenbahn seit Saisonbeginn auf Kostic. In einer defensiveren Rolle als in Hamburg und Stuttgart. Und der Linksfuß zahlt das Vertrauen zurück, erzielte alleine in den vergangenen fünf Bundesliga-Spielen vier Tore.

Hütter: "Filip bereitet uns viel Freude"

Hütter weiß daher nur Positives über Kostic zu berichten – und wundert sich über dessen Standing in Fußball-Deutschland: "Ich kann mich daran erinnern, in welcher Schublade er steckte, als er zu uns kam. Ich war total enttäuscht, als ich das gehört habe. Ich habe vom ersten Tag einen super Spieler mit einer top Einstellung wahrgenommen. Er ist zudem sehr bescheiden, gibt seit Wochen und Monaten alles für den Verein und reibt sich für die Mannschaft auf."

Aus der "Pappnasen"-Schublade ist Kostic raus. Hütters bisheriges Fazit daher: "Filip ist ein Spieler, der uns über die gesamte Saison unglaublich viel Freude bereitet." Und gefühlt steigert sich der Sommer-Neuzugang aktuell sogar Woche für Woche. Das haben auch die Eintracht-Fans am Sonntag gegen Stuttgart wieder eindrucksvoll erlebt – trotz der leichten Kritik nach dem Spiel.