Kostic und andere SGE-Spieler jubeln.
Filip Kostic (li.) will mit der Eintracht in die Champions League. Bild © Imago

Eintracht Frankfurt international – bald auch in der Champions League? Filip Kostic hegt diesen Traum offen und ehrlich. Über ein Thema will der Profi allerdings überhaupt nicht mehr sprechen.

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Filip Kostic hat die Faxen dicke. "Ich will über dieses Spiel nicht mehr reden", sagt der Fußball-Profi von Eintracht Frankfurt. Und meint damit das 1:2 gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende. Die erste Niederlage seit Ende September. Nach elf ungeschlagenen Partien in Bundesliga und Europa League hintereinander. Eine Serie, in der die Hessen ganze zehn Mal als Sieger vom Rasen gingen und nur beim 1:1 in Nürnberg Punkte einbüßten.

"Wir haben nach zwei Monaten mal wieder verloren", zieht Kostic am Mittwoch einen Schlussstrich unter die Heimniederlage gegen den VfL. "Natürlich ärgert mich das. Wenn wir gewonnen hätten, wären wir Zweiter. Aber wir hatten auch ein bisschen Pech", resümiert der Flügelspieler. Und betont: "Das Wolfsburg-Spiel ist abgehakt. Wir müssen nun nach vorne schauen."

Nur Hasebe vor "überragendem" Kostic

Kostic persönlich hätte allerdings guten Grund, noch einmal zurückzublicken – immerhin bewertete Trainer Adi Hütter die Leistung des Serben nach der Partie als "überragend". Kein Wunder. 88 Ballbesitzphasen, sieben Flanken und die zweitmeisten intensiven Läufe (76) aller Frankfurter brachten Kostic auch im hessenschau.de-Spielerzeugnis eine Durchschnittsnote von 2,3. Nur Defensiv-Kollege Makoto Hasebe überzeugte mehr (1,9). "Für mich persönlich lief es ziemlich gut", sagt Kostic. "Aber für mich ist es wichtig, wie das Team spielt."

Und dieses Team, die Eintracht, hätte ohne die Dienste des 26-Jährigen vielleicht nie so gut gespielt, wie es das in den vergangenen Wochen und Monaten getan hat. Seit Beginn seiner Leihe im August gehört Kostic zu Hütters Kernteam. Am ersten Spieltag in Freiburg (2:0) noch für die Schlussphase eingewechselt, stand er anschließend in jedem Ligaspiel in der Startelf. Von den zwölf folgenden Partien absolvierte er acht über die vollen 90 Minuten.

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Zeit zum Durchschnaufen gab es zuletzt in der Europa League, wo er im Auswärtsspiel bei Apollon Limassol (3:2) ohne Einsatz blieb und im Heimspiel gegen Olympique Marseille (4:0) erst nach gut einer Stunde eingewechselt wurde. Fakt ist: Vom linken Frankfurter Flügel ist Kostic derzeit kaum wegzudenken. An seine verstärkt defensive Rolle, in der ihn Hütter erstmals beim 1:1 gegen Leipzig am vierten Spieltag aufbot, musste sich der Profi allerdings erst gewöhnen.

"Für mich ist es nicht so einfach zu verteidigen. Aber ich weiß, dass ich es kann." Und Hütter höchstpersönlich ist es, der seinen Schützling auf die Aufgaben in der Abwehr einstimmt. "Der Trainer hat mir gesagt, was ich zu tun habe. Ich gebe 100 Prozent, um besser zu werden und dem Team zu helfen. Ich kann es spielen, ich denke immer positiv."

Rückkehr nach Berlin

Eine Einstellung, die Kostic und Co. auch am kommenden Wochenende helfen soll. Der Pokalsieger kehrt ins Berliner Olympiastadion zurück und trifft auf Hertha BSC. Samstagabend, 18.30 Uhr, Topspiel-Zeit. Die Hessen sind Fünfter, die Hauptstädter Siebter, beide Clubs trennen in der Tabelle gerade einmal drei Punkte. Für die Eintracht ist es die erste Gelegenheit, aus der Erfolgs- keine Misserfolgsserie werden zu lassen.

"Es ist nicht einfach, in Berlin zu spielen", weiß und warnt Kostic. "Sie sind ein gutes Team. Aber wir brauchen die Punkte." Und irgendwie auch doch einen Rückblick auf das Wolfsburg-Spiel, denn ohne Analyse der eigenen Fehler wird es wohl schwierig. Wie Frankfurt gegen die Herthaner agieren muss? "Kompakter", schlägt der Profi vor. "Und zum richtigen Zeitpunkt treffen." Das heißt: Früher. Vor allem dann, wenn sich wie gegen den VfL bereits in der Anfangsphase gute bis sehr gute Torchancen ergeben. Doch das ist nicht alles.

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"Jetzt will jeder gegen uns gewinnen", vermutet Kostic, dass die 16 anderen Bundesliga-Clubs genau hingeschaut haben werden, wie Wölfe-Coach Bruno Labbadia den Eintracht-Code geknackt hat. "Wir müssen stark sein. Wenn wir zum richtigen Zeitpunkt treffen, gewinnen wir sicher."

Und dann? Etablieren sich die Frankfurter weiter in der Spitzengruppe der Bundesliga, klar. Ein Fakt, der – gepaart mit dem bereits feststehenden Gruppensieg im Europapokal – über mehr nachdenken lässt. "Mein Traum ist es, unter den ersten Vier zu landen, um Champions League zu spielen", sagt Filip Kostic. Da ist es doch mehr als verständlich, wenn er mal die Faxen dicke hat und das Wolfsburg-Spiel schnell abhakt.