Nach Krawallen im Hinspiel werden auch in Frankfurt rund 280 gewaltbereite Fans aus Straßburg erwartet. Die Freundschaft mit dem Karlsruher SC verschärft die Situation, die Polizei reagiert mit Aufenthaltsverboten für Eintracht-Fans.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Risikospiel gegen Straßburg

Eintracht-Fans zündeln in Straßburg
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Das Playoff-Rückspiel zur Europa League zwischen Eintracht Frankfurt und Racing Straßburg am Donnerstag (20.30 Uhr) hält die Polizei schon jetzt in Atem. Nachdem es bereits in der Vorwoche in Frankreich zu einer Massenschlägerei mit rund 400 beteiligten Fans aus Straßburg, Frankfurt und wohl auch Karlsruhe gekommen war, befürchten die Sicherheitskräfte auch rund um das Duell in Frankfurt Auseinandersetzungen. "Das wird kein Kindergeburtstag", sagte Einsatzleiter Thorsten Fleischer dem hr-sport.

Aufenthaltsverbote für Frankfurter Fans

Die Frankfurter Beamten, die in engem Austausch mit ihren französischen Kollegen stehen, haben zur Entschärfung der Situation im Vorfeld insgesamt zehn Aufenthalts- und Betretungsverbote für Eintracht-Anhänger ausgesprochen. Alle zehn seien in der vergangenen Saison durch "erhebliche Straftaten wie vermummte Angriffe auf Polizisten, tätliche Angriffe auf Fans oder Raubdelikte" rund um Eintracht-Heimspiele aufgefallen, so Fleischer. Zuerst hatte die FAZ über die polizeilichen Maßnahmen berichtet.

Da die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verhängten Stadionverbote bei internationalen Spielen keine Gültigkeit besitzen, sei diese Maßnahme dringend notwendig. Neben dem Stadiongelände dürfen auch neuralgische Punkte wie der Hauptbahnhof, Alt-Sachsenhausen oder das Bahnhofsviertel von den betroffenen und persönlich informierten Personen nicht betreten werden. Bei Zuwiderhandlung drohen ein Bußgeld von 1.000 Euro und Festnahme. Elf weitere Fans erhielten zudem sogenannte Gefährder-Anschreiben. Heißt: Sie dürfen kommen, stehen aber unter strenger Beobachtung.

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KSC-Fans mischen mit

Deutlich schwieriger und komplizierter gestaltet sich die Lage derweil bei den Gästefans. Laut Fleischer werden insgesamt 2.600 Besucher aus Frankreich erwartet, darunter rund 280 gewaltbereite und gewaltsuchende Problemfans aus Straßburg. Hinzu kommt eine schwer einschätzbare Gruppe aus Karlsruhe. Der dort ansässige Sportclub ist eng mit Racing befreundet, mit der Eintracht besteht hingegen eine "Feindschaft", wie auch Fleischer bestätigt. Kurzum: eine hochexplosive Mischung. "Da besteht schon eine gewisse Brisanz."

Damit es nicht zu einer Wiederholung der vergangenen Woche kommt, als Straßburger mit Hilfe von KSC-Fans bereits vor der Partie auch friedliche Frankfurter ansprachen und tätlich angriffen, empfiehlt die Polizei allen auswärtigen Fußballfans eine späte Anreise. In einem Informationsbrief, der über den Verein an die Auswärtsfahrer ausgehändigt wird, heißt es, dass Fans aus Straßburg "zum persönlichen Schutz" nicht vor 17 Uhr in Frankfurt eintreffen sollen. Man befürchte, dass Frankfurter Risikofans gezielt nach Straßburgern Ausschau halten und diese bei Erkennen grundlos attackieren könnten.

Die Sicherheitskräfte setzen auf strikte Fantrennung und verschärfte Einlasskontrollen. Im Umkreis um den Auswärtsblock werden zudem insgesamt 1.000 Plätze freibleiben, um eine Pufferzone zu bilden. Ein Verbot von Fankleidung wie im Hinspiel gibt es hingegen nicht.

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