Eine harte Vorbereitung, neue Konkurrenz und eine womöglich andere Taktik – Makoto Hasebe ist’s egal: Der Routinier der Frankfurter Eintracht geht motiviert wie eh und je in die neue Saison und setzt sich ehrgeizige Ziele.

Videobeitrag
Makoto Hasebe denkt noch lange nicht an ein Karriereende.

Video

zum Video Hasebe: "Ich kann auch mit 40 Jahren noch in der Bundesliga spielen"

Ende des Videobeitrags

Mit 35 Jahren, da treibt manch ein verdienter Fußballprofi die Kugel eher zwischen den Hüften als mit dem Außenrist voran. Andere wiederum lassen ihre Karrieren genüsslich in Ländern ausklingen, in denen gerne viel, aber nicht zwingend nach Leistung bezahlt wird.

Für Makoto Hasebe ist beides keine Option. Der Methusalem in Reihen der Frankfurter Eintracht ist auch vor der neuen Saison schon wieder Feuer und Flamme. "Ich bin bereit, um sofort Fußball zu spielen", sagt der Japaner im Gespräch mit dem hr-sport. Im Trainingslager der Hessen in der Schweiz holt sich Hasebe gerade die Form, um an seine herausragende vergangene Spielzeit anzuknüpfen.

Konkurrenzkampf wird größer

"Ein bisschen müde, ein bisschen schwere Beine", beschreibt der Routinier zwar seine aktuelle körperliche Konstitution, was nach einer Woche "sehr harter und guter Arbeit" aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Viel schlafen und gut essen sollte laut Hasebe für eine bestmögliche Regeneration reichen.

Eine Verschnaufpause kann sich der Asiate trotz seines Alters und der großen Verdienste auch nicht erlauben. Der Konkurrenzkampf innerhalb des Teams ist härter geworden. Vor allem mit einer zuletzt von Trainer Adi Hütter einstudierten Vierer-Abwehrkette könnte es für Hasebe eng werden. Seine letztjährige Paraderolle als Libero wäre dann hinfällig, und im defensiven Mittelfeld warten unter anderem mit den kostspieligen Neuzugängen Djibril Sow und Dominik Kohr namhafte Rivalen.

"Ich muss etwas beißen", erklärt Hasebe die Ausgangslage, findet aber zugleich anerkennende Worte für seine neuen Widersacher im Kampf um die erste Elf: "Die Neuzugänge haben sehr viel Qualität und auch Persönlichkeit. Sie können der Mannschaft sofort helfen."

Bereit für Doppelrolle

Qualität und Persönlichkeit sind auch genau jene Attribute, mit denen der Japaner seit jeher punkten kann. Der 35-Jährige gilt als Musterprofi, übernimmt auf und außerhalb des Platzes Verantwortung. "Meine Aufgabe ist es, nicht nur einfach Fußball zu spielen. Ich muss ein Vorbild sein für die jungen Spieler", weiß er.

Videobeitrag
Eintracht-Profi Makoto Hasebe im Gespräch mit hr-Reporter Joscha Bartlitz.

Video

zum Video Makoto Hasebe "1 vs. 1"-Kurzinterview

Ende des Videobeitrags

Als der Stratege zu Beginn des vorigen Spieljahres ebenfalls kurzzeitig dem Hütter’schen System zum Opfer fiel und sogar auf der Tribüne Platz nehmen musste, bewahrte Hasebe Ruhe, kämpfte sich heran und spielte fortan die Saison seines Lebens. Das nennt man wohl eine passende Reaktion. Und diesmal? "Ich muss bereit sein, als Sechser oder Libero zu spielen", sagt er zu den kommenden Herausforderungen.

Die 40 im Blick

Ein Ende der Leistungsfähigkeit des Defensiv-Allrounders ist auch mit 35 noch nicht absehbar. Ein Jahr läuft sein Vertrag noch bei der Eintracht, doch wenn es nach Hasebe geht, soll dann längst nicht Schluss sein. "So lange es geht", möchte er weitermachen und zieht einen Vergleich zum Bremer Claudio Pizarro: "Er ist 40 Jahre alt und spielt immer noch Bundesliga. Vielleicht kann ich das auch."

Videobeitrag
Makoto Hasebe denkt noch lange nicht an ein Karriereende.

Video

zum Video Hasebe: "Champions League zu spielen ist mein großer Traum"

Ende des Videobeitrags

An sportlichen Zielen mangelt es Hasebe dabei nicht. Zunächst möchte er mit der Eintracht die anstehende Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League meistern, und in der Bundesliga darf es auch gerne etwas mehr sein als zuletzt Platz sieben: "Mein großer Traum ist es, Champions League zu spielen", sagt er. Sein Gefühl nach den ersten Trainingseindrücken sei sehr positiv. Auch die taktischen Abstimmungen in Dreier-, Vierer oder Fünferkette sollten dabei kein großes Hindernis sein. "Wir schaffen das", lautet das Fazit des nimmermüden Hasebe in bester Angela-Merkel-Manier.