Eintracht Frankfurt Collage Werder Bremen

Eintracht Frankfurt steht im Halbfinale des DFB-Pokals und darf von Berlin träumen. Die eigene Leistung ist danach kein großes Thema, die Kreativität auf den Rängen und ein spätes Foul schon. Die Analyse in fünf Punkten.

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Eintracht Frankfurt steht nach einem 2:0-Erfolg über Werder Bremen im Halbfinale des DFB-Pokals. André Silva (45.+6) per Handelfmeter und Daichi Kamada (60.) trafen für die Eintracht. Filip Kostic sah in der Nachspielzeit nach einem Blackout die Rote Karte.

1. Kantiger Protest ohne Hetze

Was war alles vor der Partie über mögliche Fan-Proteste spekuliert worden: Vom Drei-Stufen-Plan und Spielabbruch war da die Rede. Und am Ende? Gab es bissigen, aber nicht hetzerischen Protest, mit dem die Anhänger der Eintracht ein feines Gespür bewiesen, das ihnen bisweilen in der Vergangenheit gefehlt hatte. "Adi, meld dich, wenn du 'ne Spielunterbrechung brauchst", "Unser Fußball durch euch verkauft, euer Dialog nur Schall und Rauch" und "Die Funktionäre sind das hässliche Gesicht des Fußballs, nicht die Fans" war schon vor Spielbeginn in der Fankurve zu lesen.

Nach der Pause nahmen die Anhänger dann auch Bezug auf den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp, der in den vergangenen Tagen zum Symbol des Konflikts zwischen Ultras und DFB geworden war. "Dietmar Hopp, du Sohn einer Mutter :-)" stand auf einem Plakat. Die Anspielung war eindeutig, aber eben nicht strafbar. Der daneben aufs Banner gepinselte Smiley dürfte den Gemütszustand des Frankfurter Anhangs angesichts dieses Balanceakts ganz gut ausdrücken.

Szene aus dem Fanblock der Eintracht

2. Wie aus dem Nichts

Grund für ein Lachen gab es für die Frankfurter Seite auch wegen des Spielverlaufs. Denn obwohl die Bremer die besseren Chancen hatten, führte die Eintracht nach 45, oder besser 45 und 6 Minuten. Ein Treffer aus dem Nichts. Und der fiel so: Ludwig Augustinsson ging im Bremer Strafraum in den Zweikampf mit Timothy Chandler und berührte dabei mit der ausgestreckten Faust den Ball. Die eigentlich harmlose Szene fiel niemandem auf - außer dem VAR in Köln.

Nach dessen Intervention in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit blieb Schiedsrichter Felix Zwayer nichts anderes übrig, als auf Elfmeter zu entscheiden. Fast entschuldigend und später unter Mithilfe einiger gelber Karten versuchte der Unparteiische, den verdutzten Bremern den Sachverhalt zu erklären. André Silva war die Aufregung völlig egal, der Portugiese schraubte den Ball sicher links oben ins Netz.

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3. Pokal-Kamada und Blut-Ilsanker

Wo wir gerade bei glücklich, Smileys und Co. sind - da darf Daichi Kamada natürlich nicht fehlen. Der Japaner ist so ein wenig das Sinnbild für das Frankfurter Pokal-Gesicht. Nach einer wunderbaren Vorlage von Filip Kostic vollendete der Angreifer in der 60. Minute aus kurzer Distanz zum 2:0. Für Kamada war es bereits das achte Pokal-Tor in nur neun Spielen in der Europa League und im DFB-Pokal. In insgesamt 18 Ligaeinsätzen hat er noch gar nicht getroffen.

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Noch neu im Frankfurter Pokal-Business ist Stefan Ilsanker. Doch der zu Beginn so kritisch beäugte Leipziger Neuzugang passte sich an diesem Mittwochabend perfekt in den K.o.-Spiel-Modus der Frankfurter ein. Als Rode-Ersatz im Mittelfeld aufgestellt, grätschte und kämpfte der Österreicher die Bremer in der Schaltzentrale nieder. Dass er dabei wegen eines Cuts über dem Auge noch einen Turban trug, ließ ihn nur noch gefährlicher aussehen.

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4. Blackout von Kostic

Dass es am Ende nicht nur glückliche Gesichter auf Seiten der Eintracht gab, lag an einem Blackout von Filip Kostic. In der Nachspielzeit der Partie bewarb sich der Serbe um einen Wikipedia-Eintrag in der Kategorie "unnötiges Foul". Am Bremer Strafraum und ohne Chance an den Ball zu kommen, trat Kostic Bremens Verteidiger Ömer Toprak von hinten und mit voller Wucht auf die Wade.

Eine klare Rote Karte, die der Eintracht mindestens in der nächsten Runde noch richtig weh tun könnte. Schmerzhaft war die Aktion auch für Toprak, der nur wenige Momente nachdem Kostic mit hängendem Kopf vom Platz geschlichen war, mit Verdacht auf Wadenbeinbruch vom Platz musste. Am Donnerstagmorgen gab Bremen zwar leichte Entwarnung, Werder-Trainer Florian Kohfeldt hatte am Mittwochabend dennoch recht, als er über Kostic erklärte: "Das war natürlich keine kluge Aktion, aber ich will ihn jetzt nicht an die Wand oder in eine Ecke stellen." Dennoch war es in jedem Fall der große Schönheitsfehler aus Eintracht-Sicht an einem sonst gelungenen Abend.

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5. Wie weit trägt der Pokal-Modus die Eintracht?

Zum dritten Mal in vier Jahren steht die Eintracht nun im Pokal-Halbfinale. Und da soll natürlich nicht Schluss sein. "Wir haben das große Ziel, wieder nach Berlin zu fahren", gab Keeper Kevin Trapp unumwunden zu. Dazu muss aber erst einmal Bayern München, Bayer Leverkusen oder Überraschungs-Halbfinalist 1. FC Saarbrücken aus dem Weg geräumt werden.

"Wenn die Jungs erzählen, wie es war vor zwei Jahren, dann freut man sich darauf und bekommt Gänsehaut", so Trapp weiter, der als gebürtiger Saarländer natürlich gerne zum Regionalligisten reisen würde. Sein Trainer hat einen anderen Wunsch: "Am liebsten wäre mir ein Heimspiel", so Adi Hütter. (Mehr Stimmen zum Spiel gibt es hier.)

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