Eintracht Frankfurt bejubelt den Sieg gegen Leverkusen

Schnelligkeit und Torgefahr von Eintracht Frankfurt sind durch Bayer 04 Leverkusen nicht in den Griff zu bekommen. Den Mann des Abends pushen derweil trotz Müdigkeit körpereigene Glücksgefühle. Die Analyse in fünf Punkten.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Eintracht-Coach Hütter: "Wir dürfen uns bei Frederik Rönnow bedanken"

Eintracht-Trainer Adi Hütter
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Eintracht Frankfurt hat den achten Spieltag der Fußball-Bundesliga mit einem packend und überzeugend herausgespielten 3:0 (2:0)-Heimsieg gegen Bayer 04 Leverkusen eröffnet. Die Tore im Flutlichtspiel am Freitagabend erzielten Gonçalo Paciência (4. Spielminute, 17./Handelfmeter) und Bas Dost (81.). 

1. Furioser Start mit schnellen Wirkungstreffern

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie hessenschau.de-Berichte oder fragen Sie Ihren Videoanalysten oder Kevin Volland. So oder so ähnlich hätte er klingen müssen, der Ratschlag an die Bayer-Werkself aus Leverkusen, um in Frankfurt von Beginn an auch nur den Hauch einer Chance zu haben. Die wie so oft vom Flutlicht berauschte Eintracht schlug mit Anpfiff eine Überdosis Tempo an, die die Gäste ganz offensichtlich überraschte.

Und: Ihr gelang es, den Champions-League-Teilnehmer mit den eigenen Waffen zu schlagen. Bayer gilt als offensivstark und kreativ, Frankfurt demonstrierte es. Die logische Folge: In einer starken Anfangsphase gingen die Hessen durch Paciência schnell mit 2:0 in Führung. "Jeder weiß, was hier auf einen zukommt. Von der ersten Minute an", klagte Volland anschließend. Recht hat er.

2. Frankfurter Angriff wuchtig und willensstark

Doch es waren nicht nur die ersten 30 Spielminuten, in denen die Eintracht zeigte, wie gut sie es in dieser Saison mit den Top-Teams der Liga aufnehmen kann. Die bereits ansprechenden Auftritte in Leipzig (1:2) und gegen Dortmund (2:2) mündeten nun in einem an Überzeugung kaum zu überbietenden Heimsieg gegen Leverkusen. Geschlossen in der Mannschaftsleistung, willig und wuchtig im Angriff. 

In Abwesenheit des kurzfristig verletzten André Silva lieferten Paciência und Dost einen Beweis dafür ab, dass sie nach der Ära von Luka Jovic und Co. das Zeug für würdige Nachfolger im einstigen Super-Sturm der Hessen haben. Beide – Paciência und Dost – brachten einen enorm hohen Aufwand auf, waren alleine körperlich sehr präsent und belohnten sich für ihre Arbeit mit Toren. Insbesondere bei Dosts Treffer zum 3:0, das der Neuzugang im Leverkusener Strafraum mit der Fußspitze erzielte, war das Verlangen der Frankfurter Angriffsabteilung spür- und sichtbar. 

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3. Papa Rönnow wird zum Matchwinner

Klar: Bei so viel Aufwand und so viel Ertrag hat sich allen voran Paciência den Titel des Matchwinners redlich verdient. Ohne die Leistung von Torwart Frederik Rönnow aber wäre der Glaube an den verdienten Sieg ganz sicher doch ins Wanken geraten. In der zweiten Halbzeit, als Bayer plötzlich Lust auf gute Torchancen entwickelte, meisterte er seine ganz eigene Reifeprüfung. Rönnow, der seit der langwierigen Verletzung von Kevin Trapp im Fokus steht, lieferte das ab, was sich viele von von ihm erhofft und nicht wenige erwartet hatten: ein überragendes Spiel.

Ob gegen Lucas Alario (66.), Kerem Demirbay (69.), Kai Havertz (76.), Kevin Volland (80.), Nadiem Amiri (83.) oder Moussa Diaby (90.): Eine Glanztat nach der anderen animierte erst die Fans auf der Gegentribüne und schließlich den Rest der Frankfurter Arena zu Rönnow-Sprechchören, die fast den Schlusspfiff übertönt hätten. Der Däne selbst dürfte hinterher übermüdet ins Bett gefallen sein: Einen Tag vorher, das stellte sich nach dem Abpfiff heraus, hatte Sohnemann Theodor das Licht der Welt erblickt. "Sehr emotional, sehr glücklich und sehr stolz", fühle er sich nach dieser Woche. Völlig zurecht. 

4. Abraham plötzlich gefordert  

Aber nicht nur beim Blick auf die Torwartposition dürfte sich Eintracht-Trainer Adi Hütter freuen, dass der mittel- und auch kurzfristige Austausch des handelnden Personals auf dem Rasen derzeit funktioniert. In der Dreier-Abwehrkette hatte sich zuletzt Almamy Touré mit guten Leistungen ins Inventar gespielt, gegen Leverkusen musste der 23 Jahre junge Franzose aber nach einer halben Stunde verletzt vom Platz. Eine Vorsichtsmaßnahme, wie Hütter erklärte, nachdem Tourés Muskel im Oberschenkel "zugemacht" hatte. Für ihn kehrte David Abraham ins Geschehen zurück.

Der Argentinier hatte sein bis dato letztes Spiel wegen Rückenproblemen am 19. September – beim 0:3 in der Europa League gegen den FC Arsenal – absolviert. Vom Freitagabend bleibt aber weniger Abrahams Leistung als viel mehr eine Szene im Kopf: Unmittelbar nach seiner Einwechslung bekam der Argentinier von seinem Stellvertreter Makoto Hasebe die Kapitänsbinde ausgehändigt. Hierarchie und Teamgeist sind in Frankfurt momentan offensichtlich nicht in Frage zu stellen.

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hinteregger: "Nah dran an Perfektion"

Martin Hinteregger
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5. Heißer Auftakt in heißen Herbst 

Leverkusen erfolgreich geschultert, nun folgen Mönchengladbach, Bayern München, Freiburg und Wolfsburg, dazu die womöglich vorentscheidenden Europacup-Gruppenspiele gegen Standard Lüttich und das Pokalmatch beim FC St. Pauli: Die Eintracht steht an der Schwelle zu einem kräftezehrenden sowie sportlich extrem wichtigen Herbst-Programm.

Der Auftakt gegen Bayer war beeindruckend, und sollte Hütter es schaffen, seine Mannschaft auf die kommenden Aufgaben ebenso einzustellen, können die Hessen noch weit vor Weihnachten einige entscheidende Weichen stellen: mit einer guten Platzierung im dichten Bundesliga-Tableau, einem Weiterkommen im Pokal sowie auf dem richtigen Weg, in der Europa League zu überwintern. Eine geburtenbedingte Überdosis Emotionen wird es vermutlich aber nicht an jedem Spieltag geben.