da Costa, Kostic und Haller jubeln.
Danny da Costa, Filip Kostic und Sébastien Haller (v. li.) bejubeln einen Treffer gegen Leverkusen. Bild © Imago

Weil die Stürmer von Eintracht Frankfurt schwächeln, bestimmen beim Vollgas-Event gegen Leverkusen zwei Dauerläufer die Schlagzeilen. Makoto Hasebe steht vor und nach der Partie im Mittelpunkt. Die Zusammenfassung in fünf Punkten.

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hr-Reporter Joscha Bartlitz

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Eintracht Frankfurt ist nach dem Europa-League-Erfolg bei Lazio Rom auch in der Bundesliga zurück in der Spur und geht als Tabellen-Fünfter in die letzte Englische Woche des Jahres. Beim 2:1-Sieg gegen Bayer Leverkusen übernehmen die beiden Außenverteidiger Danny da Costa (28. Minute) und Filip Kostic (57.) die Aufgaben der Angreifer, für die Werkself trifft Karim Bellarabi (65.). Langeweile kommt nie auf.

Ein Spiel, das Spaß macht

Bei Temperaturen rund um den Gefrierpunkt und leichtem Schneefall gibt es sicherlich gemütlichere Veranstaltungen als den Besuch eines Fußballspiels. Die 46.500 Zuschauer, die sich am dritten Advent gegen die Couch und für einen Ausflug in den Frankfurter Stadtwald entschieden, werden ihr Kommen aber nicht bereut haben.

Denn obwohl Eintracht Frankfurt und Bayer Leverkusen noch am Donnerstagabend international unterwegs waren, zeigten beide Teams von der ersten Minute an Erwärmendes und präsentierten ein Musterbeispiel für attraktiven Offensivfußball. Bis zum ersten Torschuss dauerte es ganze 51 Sekunden. Es folgten 28 weitere. "Ich muss beiden Mannschaften ein Kompliment für ein tolles Fußballspiel aussprechen. In den gesamten 90 Minuten wurde immer wieder unglaublich nach vorne gespielt", fasste Eintracht-Coach Adi Hütter das sonntägliche Vergnügen zusammen.

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Adi Hütter in der PK

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Ein Spiel, das weht tut

Abseits aller schönen Kombinationen und schnell vorgetragenen Kontern gab es an diesem Abend aber noch eine weitere und letztlich spielentscheidende Disziplin: die Zweikampfhärte. Denn während beim fußballerischen Vergleich wohl ein Remis gerecht gewesen wäre, zeigten die Hausherren ihren Gästen aus Leverkusen vor allem in Sachen Wucht und Körperlichkeit die Grenzen auf. Die entscheidenden Mann-gegen-Mann-Duelle im Mittelfeld gingen in steter Regelmäßigkeit an einen Frankfurter, auch das Pressing sorgte immer wieder für Chaos in der Leverkusener Hintermannschaft. Sechs Gelbe Karten für die Eintracht zeugen zudem von Einsatz am Limit.

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Reutershahn im heimspiel!

Eintracht Frankfurts Co-Trainer Armin Reutershahn ist am Montag zu Gast im heimspiel! des hr-fernsehens. Beginn der Sendung ist um 22.30 Uhr.

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"Wir haben gegen diese Robustheit kein Mittel gefunden", gab Heiko Herrlich nach Schlusspfiff folgerichtig zu. Der Bayer-Coach wollte zwar einige Zweikämpfe „über der Grenze“ und sogar eine Rote Karte für Jetro Willems gesehen haben. Schlussendlich musste er aber eingestehen, dass seine Spieler schlicht zu brav gewesen seien. "Es gab einen markanten Unterschied: Frankfurt war einfach viel aggressiver."

Ein Spiel ohne Stürmer-Tor

Sinnbildlich für die neue Frankfurter Spielweise hechtete wieder einmal Ante Rebic über den Platz. Der Kroate gab keinen Ball verloren und setzte selbst im gegnerischen Fünfmeterraum gegen Ex-Mitspieler Lukas Hradecky zur Grätsche an. Belohnt wurde er für seinen hohen Aufwand allerdings nicht. Rebic vergab insgesamt gleich fünf hochkarätige Chancen (1., 48. 59., 70., 80.) und wurde so zum schlechten Beispiel für die beiden anderen Mitglieder des magischen Dreiecks.

Rebic hilft Hradecky auf die Beine.
Früher Kollegen, heute Gegner: Frankfurts Ante Rebic hilft Bayer-Keeper Lukas Hradecky auf die Beine. Bild © Imago

Denn auch Sturmpartner Sébastien Haller (41.) und der spät eingewechselte Luka Jovic (90.+3) zeigten sich ungewohnt großzügig und verpassten gleich mehrfach die Entscheidung. Ärgerlich und ungewöhnlich. Dank torhungriger Teamkollegen aber verkraftbar. "Wenn die drei da vorne mal nicht treffen, dann springen eben andere ein", beruhigte Torschütze da Costa, der gemeinsam mit Flügelzangen-Pendant Kostic zum Matchwinner avancierte. "Ist doch schön, dass wir auch mal andere Protagonisten haben."

Spieler des Spiels: Kostic

Und da Kostic zusätzlich zu seinem ersten Bundesliga-Saisontor auch noch eine direkte Vorlage gelang, gab es passend zur vorweihnachtlichen Frankfurter Glückseligkeit am Ende des Abends auch noch ein Extra-Lob vom Chef. Absender: Sportvorstand Fredi Bobic. Empfänger: Vorzeige-Mitarbeiter Kostic. "Für mich war er heute wieder überragend. Was der da Woche für Woche abliefert, ist wirklich unfassbar."

Der Serbe, der vor der Saison von Absteiger Hamburg verpflichtet wurde und nicht unbedingt als Königstransfer galt, blüht auf seiner neuen Position richtig auf und ist inzwischen nicht mehr aus der Startelf wegzudenken. Kostic marschiert, Kostic flankt, Kostic kann sogar Defensivarbeit. Gegen Leverkusen kurbelte er das Offensivspiel an und half gleichzeitig hinten aus. "Große Leistung, große Mentalität. Ein richtig guter Junge", so Bobic. Beim HSV werden sich einige verwundert die Augen reiben.

Zwei weitere Spiele ohne Hasebe

Einen Stimmungsdämpfer gab es dann allerdings auch noch. Makoto Hasebe, der vor Anpfiff die Auszeichnung als "Asiens internationaler Fußballer des Jahres" erhielt und dabei seine Vertragsverlängerung bis Sommer 2020 verkündete, wird der Eintracht in diesem Jahr nicht mehr zur Verfügung stehen. Seine vom Europa-League-Spiel in Rom stammende Muskelverletzung im Oberschenkel zwingt den Japaner zur vorzeitigen Winterpause, Einsätze am Mittwoch in Mainz und beim Jahresabschluss gegen die Bayern ausgeschlossen.

"Er wird nicht mehr spielen können", bestätigte Trainer Hütter auf der Pressekonferenz. In Hasebes Abwesenheit wird Simon Falette die Rolle des Liberos übernehmen. Zumindest gegen Leverkusen hat das ja schon mal nicht geschadet.

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Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen 2:1 (1:0)

Frankfurt: Trapp - Salcedo, Falette, N'Dicka - Willems (84. de Guzman), Fernandes - da Costa, Kostic - Gacinovic (90.+1 Stendera) - Haller,  Rebic (81. Jovic)     

Leverkusen: Hradecky - Weiser (63. Baily), Tah, Dragovic, Jedvaj - Kohr, Aranguiz (63. Alario) - Bellarabi, Havertz, Brandt (85. Paulinho) - Volland 

Tore: 1:0 da Costa (28.), 2:0 Kostic (57.), 2:1 Bellarabi (65.)

Gelbe Karten: Salcedo, N'Dicka, Willems, Fernandes, Haller, Gacinovic - Alario, Bellarabi

Schiedsrichter: Brych (München)
Zuschauer: 46.500  

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