Jubel von Eintracht Frankfurt gegen den VfB Stuttgart.
Gegen den VfB bejubelte die Eintracht den fünften Bundesliga-Sieg in Folge. Bild © Imago

Trotz schwacher erster Hälfte fertigt Eintracht Frankfurt auch Stuttgart ab und startet als Vierter in den Saison-Endspurt. Die Erfolgsserie ist beeindruckend, offen von der Champions League spricht aber nur einer. Die Analyse in fünf Punkten.

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zum Video Hütter: "Träumen darf man immer"

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Eintracht Frankfurt lässt sich auch vom VfB Stuttgart nicht aufhalten und feiert den fünften Bundesliga-Sieg in Serie. Nach eher mäßigem Beginn sorgen Filip Kostic mit einem Doppelpack (45./64.) und Luka Jovic mit einem späten Treffer (84.) für klare Verhältnisse und einen ungefährdeten 3:0-Heimerfolg. Die Chancen auf die Champions League werden immer größer.

Schwache erste Hälfte

Wer nach zwei Wochen Länderspielpause einen Raketenstart der Eintracht gegen abstiegsbedrohte Stuttgarter erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Zwar tauchte Dauer-Torschütze Jovic bereits nach knapp 120 Sekunden frei vor VfB-Keeper Ron-Robert Zieler auf, sein Abschluss geriet aber zur Blaupause für das weitere Frankfurter Spiel in den ersten 45 (genauer: 44) Minuten: Es fehlten die letzte Konsequenz und Entschlossenheit.

Im Gegensatz zu den zahlreichen Fußball-Feiertagen der vergangenen Wochen wirkten die Hessen zeitweise müde und unkonzentriert. Das oft zelebrierte Pressing fand nicht statt, schnelle Umschaltmomente gab es nur sehr selten. Und bei einem wuchtigen Kopfball des Ex-Frankfurters Marc-Oliver Kempf (6.) verhinderte nur die Latte einen Rückstand. "Unser Motor hat in der ersten Hälfte etwas gestottert", fasste Frankfurts Trainer Adi Hütter richtig zusammen.

Sie gewinnen halt trotzdem

Dass es am Ende dennoch zu einem letztlich ebenso verdienten wie ungefährdeten 3:0-Sieg reichte, ist Zeichen einer neuen Frankfurter Qualität. Während die Eintracht in früheren Jahren regelmäßig und fast schon traditionell immer im ungünstigsten Zeitpunkt Punkte und Chancen liegenließ, schaltet die Eintracht des Jahres 2019 einfach irgendwann einen Gang hoch und gewinnt immer weiter. In der Rückrunde wurde bis dato noch nicht ein Spiel verloren, nach fünf Bundesliga-Siegen in Serie ist der Stammplatz in der Spitzengruppe wohl endgültig sicher.

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REHMER IM HEIMSPIEL!

Der Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den VfB Stuttgart ist am Montagabend Thema im heimspiel! des hr-Fernsehens. Ab 23.15 Uhr ist dann auch Ex-Eintracht-Profi Marko Rehmer zu Gast.

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"Wir sind seit 14 Spielen ungeschlagen und haben in sechs der letzten sieben Spiele zu Null gespielt. Wir sind keine Durchschnittsmannschaft mehr", beschrieb Coach Hütter das aktuelle und nicht enden wollende Leistungshoch. Den Begriff "Spitzenteam" verwendete der Österreicher dieses Mal wohlwissend nicht, genau das ist die Eintracht aber inzwischen. Mit 49 Punkten nach 27 Spieltagen sind schon jetzt exakt so viele Zähler auf dem Frankfurter Konto wie am Ende der vergangenen Saison. Bemerkenswert.

Kostic läuft und läuft und trifft

Bemerkenswert sind auch die Leistungen von Duracell-Linksaußen Kostic. Der Neuzugang vom Hamburger SV, der vor der Saison noch als charakterlich schwierig und eher lauffaul verschrien wurde, verkörpert die neue Frankfurter Spielweise beinahe in Perfektion. Der Serbe rennt von der ersten bis zur letzten Minute, ist dank seines Tempos fast nicht zu stoppen und glänzt seit neuestem auch noch als Torschütze.

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Gelson Fernandes

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Fernandes: "Wir haben das gut gemacht."

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Gegen seinen Ex-Verein Stuttgart avancierte Kostic dank seiner beiden Treffer Ende der ersten und Mitte der zweiten Hälfte zum Matchwinner und baute seine Statistik der vergangenen fünf Spiele auf insgesamt vier Tore (und drei Vorlagen) aus. "Ich freue mich für ihn. Er kommt jeden Morgen mit einem Lächeln im Gesicht her, ist gerne hier und wir haben Spaß mit ihm", lobte Kapitän Gelson Fernandes. Noch ist Kostic vom HSV nur bis Sommer 2020 ausgeliehen, das Ziehen der Kaufoption sollte aber wohl nur eine Formsache sein.

Champions-League-Kandidat? Ja, aber...

Genug Geld, um Kostic und andere Leistungsträger langfristig an den Verein zu binden, könnte es jedenfalls schon bald geben. Denn wie ein kurzer Blick auf die Tabelle beweist, ist die Eintracht sieben Spieltage vor Schluss an Borussia Mönchengladbach vorbeigezogen und wäre derzeit als Vierter direkt für die Königsklasse qualifiziert. Da zudem der Abstand bis zum ersten nichteuropäischen Platz bereits sieben Punkte beträgt und in der Europa League das Viertelfinale ansteht, gäbe es genug Anlässe für ein paar forschere Töne.

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Adi Hütter

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hütter: "Eine tolle Situation"

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Genau das hörte man nach Spielende in den Katakomben jedoch nicht. Trainer Hütter bemühte die Phrase, nur von Spiel zu Spiel denken zu wollen und mahnte gleichzeitig an, dass "noch viel Wasser den Main hinunter fließen" werde. Captain Fernandes erinnerte daran, dass es nichts bringe, "jetzt zu reden, dann acht Wochen zu schlafen und noch Achter zu werden". Und auch Sportvorstand Fredi Bobic sieht die Eintracht noch vor "einem langen, harten Weg". Eine Neuausrichtung der Ziele? Fehlanzeige.

Rode sagt die verbotenen Worte

Lediglich Sebastian Rode, nach mehreren Jahren beim FC Bayern und dem BVB offenbar mit etwas mehr Selbstbewusstsein ausgestattet, legte die Zurückhaltung etwas ab. "Wir stehen auf dem vierten Platz, den wollen wir jetzt auch nicht mehr hergeben. Wir haben Blut geleckt", formulierte er seine Kampfansage im XS-Format.

Genug Potenzial, nach einer Saison in der Europa League den nächsten Schritt zu gehen und im kommenden Jahr sogar die Königsklassen-Hymne in Frankfurt erklingen zu lassen, sei jedenfalls da, so Rode: "Mit der Truppe, der Euphorie und den Fans würde die Eintracht gut in die Champions League passen", versicherte er. Mit der aktuellen Form kann und will da wohl niemand widersprechen.

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Martin Hinteregger

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Loca-tag 'teaser_more_audio_sr' not found Hinteregger: "Eine extrem schöne Momentaufnahme."

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